Extremadura-Andalusien-Reise
3.Tag: Freitag 5. März 1999
Truijllo - Naturpark Monfragüe - Monroy - Trujillo - 144 Buskilometer
Bei gutem Wetter und leicht bewölktem Himmel fuhren wir von Trujillo nach Torrejon el Rubio. Die meist schnurgerade Straße wurde von Feldsteinmauern gesäumt; das sah besser aus als die Drahtzäune, die sonst alle Straßen begrenzten. Auf den Feldern lagen gewaltige Granitblöcke, überall blüht weißer Ginster und Christrose. Stein- und Korkeichen standen auf den kargen und öden Feldern, auf denen meist Kühe versuchten, sich von dem kargen Gras zu ernähren. Ab und zu erklomm unser Bus einen Paß in Serpentinen. Leider war eine Fotopause wegen der Enge der Straße nicht möglich.
Bei einer Abfahrt sahen wir die schöne Bogenbrücke über den Rio Almonte. In Torrejon el Rubio besichtigten wir das liebevoll eingerichtete Naturzentrum. Am Himmel zeigten sich die ersten Gänsegeier und wurden freudig begrüßt. Vor der Abfahrt in den Naturpark Monfragüe hatten wir noch eine schöne Beobachtung eines Raubwürgers, wir würden ihn jetzt noch öfter sehen. Dann fuhren wir in den Natur-park und wanderten zur Burgruine hoch auf dem Berg .Von dort hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die Landschaft und die schneebedeckten Berge der Cordillera Central. Über uns kreisten Gänse - und Mönchsgeier. Einige Blaumeisen hatten dort oben ihr Revier und waren recht zutraulich. Vom Gipfel sehen wir auf den Falkenfelsen am Tajo und konnten einige Geier auf dem Nest beobachten, Auch sahen wir auf dem Gipfel des Felsens zwei Adler, die sich später als Steinadler bestimmen ließen. Es war aber nicht ungefährlich, auf den ungesicherten glatten Steinen in Ruhe zu beobachten.
Nachdem wir uns an dem schönen Land sattgesehen hatten, begann der zum Teil beschwerliche Abstieg auf einem schmalen Bergpfad. Aber alle fanden wir uns heil und gesund auf einem schönen Rastplatz am Tajo wieder ein und hatten beim Picknick gute Gesellschaft von Rotkehlchen, die sehr zutraulich waren. Wohlgestärkt fuhren wir nun zum Falkenfelsen, der uns eine fantastische Beobachtung der vielen Gänsegeier, die auf dem Felsen rasteten, ermöglichte. Immer wieder wurden wir von den riesigen Vögeln in der Luft umkreist, wobei wir auch Mönchs - und Schmutzgeier erkennen konnten. Ein Schwarzstorch flog am Felsen entlang und zeigte sich sehr lange. Auch ein Rötelfalke wurde von einigen gesehen. Wir wären gerne noch etwas geblieben, doch vom Leiter des Naturzentrums war uns die sichere Beobachtung des Gleitaars in Aussicht gestellt worden, der sehr nahe sein Revier haben sollte. Wir fuhren in Richtung Monroy zu dem beschriebenen Pinienwäldchen, das die Fahrbahn kreuzte. Bei der Abfahrt sahen wir tatsächlich kurz den Vogel, aber trotz längeren Aufenthaltes war er nicht mehr gesehen. Dafür gab es auf den Pinien unzählige Storchennester, es war ein Geklapper rundum.
Nach einstündiger vergeblicher Warterei fuhren wir in unser Quartier nach Truijib zurück. Es war ein schöner ereignisreicher Tag.
4.Tag: Sonnabend 6. März 1999
Truijllo - Guadelupe - Truijllo - 164 Buskilometer
Heute geht es nach Guadelupe, um eines der bedeutendsten Bau-werke Spaniens zu besichtigen, die Wallfahrtskirche und die Klosteranlagen.
Im Jahr 1389 übernahm der Hieronymitenorden das von Alfons XI. erbaute Kloster mit seinen Ländereien und besaß zusammen mit der geistlichen und die weltliche Herrschaft über die Ortschaft. Im Zuge der Säkularisierung mussten die Mönche 1835 Guadelupe verlassen. Die Wallfahrtskirche wurde eine Pfarrei der Erzdiözese Toledo. 1907 wurde die ,,Liebe Frau von Guadelupe" zur Schutz-patronin der Extremadura erklärt. 1908 übernahm der Franziskanerorden das ziemlich verfallene Kloster der ,,Nuestra Senora" und restaurierte es. Heute gehört Guadelupe zu den schönsten Wallfahrtsorten der Welt. 1928 wurde die Liebe Frau von Guadelupe von Pius XI. und König Alfons XIII zur Schutzherrin aller spanisch sprechenden Länder erklärt. Als wir um 8.45 Uhr aufbrechen, scheint die Sonne, doch es ist sehr frisch. Unser Bus und die vor dem Hotel geparkten Autos haben beschlagene Fenster; auf den Weideflächen und Feldern liegt Reif. In den Pyrenäen hat es, wie wir hören, in der Nacht geschneit.- Wie an den vorangegangenen Tagen fahren wir zunächst an Kork- und Steineichen-Wäldern mit Weidevieh vorbei. Herr Wuppermann spricht über das mediterrane Klima Spaniens, das in der Extremadura herrscht und zur Steppenbildung führt. Sommertemperaturen bis zu 40 Grad und Wassermangel sowie im Winter bis auf 0 Grad zurückgehende Temperaturen verlangen von den Pflanzen hohe Anpassungsfähigkeit. Die Pflanzen haben ledrige und/oder ölhaltige Blätter, Bäume wurzeln tief.
Nach Herguijela passieren wir Zorita; Logrosan umfahren wir. Die bewaldeten Höhenzüge der Sierra de Guadelupe rücken näher und später die der Sierra de Villuercas. Hinter Logrosan beginnt Weinanbau, und in Canamero sehen wir Zitronen- und Orangenbäume. In der Sierra de Villuercas wachsen, wie uns Herr Wuppermann vorträgt, ausser Steineichen und Olivenbäume auch Kastanienbäume. Unter den Pflanzen gibt es viele Kräuter, die von den Mönchen in ihrer Apotheke verwandt werden. Nach der Überquerung des Guadelupejo erreichen wir Guadelupe um 10 Uhr (648 m hoch gelegen, Truijllo 403 m). Eine Einführung hatte uns Herr Wuppermann während der Fahrt gegeben (s. o.). An der Fassade der Wallfahrtskirche machen wir Felsschwalben aus und später vom Kreuzgang aus eine Blaumerle.
Die Führung durch die Klosteranlagen (Museen, Kapellen, Statuen, Kreuzgang, Gemäldegalerien, Ausstellung von Gobelin) und Wallfahrtskirche, die beim Stickerei-Museum beginnt und bei der thronenden Madonna in der Marienkapelle endet, dauert 2 Stunden.
Von 12.15 Uhr bis 13.00 Uhr können wir uns im Ort umsehen, einkaufen und auch Kaffee trinken. Der Bus wartet auf dem Parkplatz unten im Ort, um 13.20 Uhr ist Abfahrt. Bei der Ausfahrt können wir noch einen Blick zurückwerfen auf den Ort Guadelupe und die über ihn herausragenden gewaltigen Klosteranlagen. Während des Picknicks (13.4o bis 14.35 Uhr) an einem sonnigen Platz feiern wir den Geburtstag von Frau Hamann, die uns nach dem Ständchen mit einem Schnäpschen und Gebäck bewirtet.
Nach der Ankunft im Hotel fahren wir nach einer kurzen Pause um 16.00 Uhr in das Zentrum von Truijllo. Während eine Gruppe sich schon auf den Weg zur Burg macht zwecks Vogelbeobachtungen, beginnt Herr Wuppermann mit der Führung auf der Plaza Mayor mit der Statue des Francisco Pizarro und erklärt uns die verschiedenen Adelspaläste, u. a. den Pizarro-Palast. Beim Weiter-gehen betreten wir den Innenhof des Palastes Orellana-Pizarro; Eine Ordensschwester erklärt uns den Palast. Nach der Plaza del Fundador de Truijllo en Venezuela beginnen wir mit dem Aufstieg zur Burg, einer gewaltigen Anlage, von der aus wir phantastische Ausblicke über die Stadt, und ins Land haben. Wir können sehr viele Dohlen beobachten, aber leider keine Steinsperlinge. 18 Uhr trennen wir uns. Eine Gruppe geht mit Herrn Wuppermann ins Gelände zur Vogelbeobachtung, sieht jedoch nichts Besonderes. Die übrigen legen auf dem Weg ins Hotel noch eine Kaffeepause ein.
Von denjenigen, die gleich zur Burg aufgestiegen waren, sind einige mit der Taxi nach Monroy gefahren, um den Gleitaar zu beobachten, doch ähnlich wie am Vortage gab dieser nur eine kurze Vorstellung