Reisebericht Extremadura - Andalusien - Reise
Extremadura-Andalusien-Reise
5. Tag: Sonntag, 7 März
Truijllo - Merida - El Rocio - 366 Buskilometer
Um 9 Uhr starten wir vom Hotel Cigüenas / Truijllo nach Merida.
Die Sonne scheint, jedoch die Engländer müssen ihre Autoscheiben vom Eis befreien. Nach ca 80 km erreichen wir Merida, eine Stadt, die 25 v. Chr. gegründet wurde, Sie ist die frühere römische Hauptstadt der Extremadura und hat heute 52000 Einwohner. Diese Brückenstadt am Rio Guadiana gilt zu Recht als "spanisches Rom", besitzt sie doch die besterhaltenen antiken Baudenkmäler in Spanien. Hier kreuzten sich 2 uralte Handels-wege. Die Via de la Plata ((Silberstraße) von Sevilla nach Astorga und die Ost-West Achse zwischen Lissabon und Toledo. Die archäologische Zone liegt am östlichen Rand der Altstadt. Wir besuchen das elliptische Amphitheater, das den Schaukämpfen römischer Gladiatoren Raum bot. Gleich nebenan liegt das halbrunde Teatro Romano, erbaut im 2.Jahrhundert. Vor dem Bühnenhaus mit seinen korinthischen Säulen, in der Mitte die Göttin Ceres (Göttin der Feldfrüchte), finden im Sommer moderne Festspiele statt.
Inmitten der Altstadt hat man den im Jahre 0 gebauten Tempel der Diana erst 1972 ausgegraben und wieder aufgebaut. Am Rio Guadiana fanden wir die Alcazaba, eine maurische Burganlage. 835 n. Chr. erbaut. Römische Mosaiken wurden im Eingangsbereich gezeigt. Von der Bergmauer hatten wir den besten Blick auf die 792 m lange und 12 m hohe römische Granitbrücke. Der 15m hohe Arco de Trajons war das Tor der Ost - West - Achse. Letzte Station war der Aqueducto de los Milagras, bestehend aus Granit und Ziegelstein. Aus 5 km Entfernung wurde über die 25 m hohe und 890 m lange Leitung das Wasser in die Stadt ge-führt. Die einstigen Pfosten wurden gut von den Störchen an-genommen.
Um ca. 13.30 Uhr Weiterfahrt gen Süden, vorbei an Weinfeldern, beackerten Flächen und einigen bewaldeten Höhenzügen. In El Hon-guillo gibt es eine Erfrischungspause. Es geht weiter nach Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens. zwischenzeitlich über-fahren wir die Grenze zwischen der Extremadura und Andalusien. Am Stadtrand Sevillas biegen wir nach Westen ab und fahren über die Autobahn und Rociana del Condado nach El:Rocio. El Rocio entpuppt sich als ein verschlafenes Dorf von vielleicht 1500 Einwohner. Wir kommen uns vor wie in einem Westernfilm. Die Straßen sind breit und unbefestigt, die Häuser meist ein-stöckig und haben fast durchweg Möglichkeiten, Pferde anzubinden. Da heute Sonntag ist, und manche Bruderschaft dann ihr Treffen abhält, ist es relativ lebhaft, und auf der einzigen Asphalt-straße ergießt sich zudem ein lebhafter Autostrom aus dem Ba-deort Matalascanas in Richtung Sevilla. Überraschend in diesem Westennmilieu das stattliche Hotel ,,Puente del Rey", das uns für vier Nächte aufnehmen will. Ein Applaus dankt unserm stets freundlichem Fahrer Mariano; er hat heute viel fahren müssen.
6. Tag: Montag. 8. März
Landroverfart - 13 Buskilometer
Die große Überraschung an diesem Morgen in unserem zweiten Hotel auf unserer Reise begann mit dem Frühstück. Statt eines Brötchens nur l0 gr Marmelade und ebenso viel Butter, was typisch für Spanien sein soll, war ein Buffet aufgebaut, an dem es an nichts fehlte. Wir konnten so richtig reinhauen und die, die keine Produkte mehr für die Mittagspause hatten, sich versorgen. In Änderung des Programms fuhren wir mit 6 Landrovern in das gesperrte Kerngebiet des Nationalparks Donana. Bevor wir dahin kamen, durchfuhren wir den Naturpark ENTORNO DE DONANA. Er liegt am Schnittpunkt der Provinz Sevilla, Huelva und Cadiz und legt sich wie ein Gürtel um den Nationalpark und hat die Funktion, negative Umwelteinflüsse auf den Nationalpark zu mindern.
Vor einer Schranke machten wir halt. Claudio, unser spanischer Führer für das Gebiet klärte uns auf, daß wir uns in den Marismas befinden. So wird das Marschgebiet im Niederandalu-sichen Mündungsgebiet des Guadalquivir genannt, und weshalb es unter Naturschutz steht. Nur wenige Teile werden landschaft-lich genutzt. 350000 ha umfaßt das ganze Feuchtgebiet, 230000 ha stehen unter Naturschutz. 350 Vogelarten konnten bisher nach-gewiesen werden, davon hätten 310 hier ihr Brutgebiet. Aber nicht nur Wasservögel, die auch zum Teil hier überwintern, auch eine beeindruckende Säugetierfauna von europäischer Bedeutung hält sich hier auf.
Nun setzen wir unsere Fahrt fort. Auf den tiefsandigen Wegen wurde uns klar, weswegen wir auf Landrover umsteigen mußten. Durch Pinien, Jadebäume, Korkeichen, Eukalyptus Waldbereiche, Gebüsche von Christrosen, Heidekraut und Brommbeeren und Plastix-sträuchern fuhren wir durch das Gelände. Von den erwähnten Tieren sahen wir an diesem Tage nur ein Karnickel. Dafür nutzten Milane, Geier und Störche die Thermik und begleiteten uns auf der Fahrt. Schließlich landeten wir an einem Observatorio Ornitologo, wo wir eine herrliche Sicht auf die Marismas Lucio hatten. Dieser Aussichtspunkt war fest ausgebaut und hinter einer großen Glasscheibe konnten wir verschiedene Entenfamilien wahrnehmen. Getränke und Andenken konnte man auch kaufen. Bei herrlichem Sonnenschein aber kühlem Wind ging es weiter auf festen Straßen nach Norden zum Guadimar. Hier erreichten wir das Gebiet, wo in den Morgenstunden des 25. April 1998 eine gewaltige Giftkatastrophe stattgefunden hatte. 50 Millionen Kubikmeter schwermetallhaltige und säurige Abwasser ergossen sich in den Rio Agrio und weiter in den Guadiamar. Die Giftbrühe strömte flußabwärts in Richtung Süden und überzog eine Fläche von 10000 ha Feuchtgebiet und landwirtschaftlicher Nutzfläche mit schwarzem Schlamm. Alles Leben wurde durch den extremen Säuregehalt des Wassers mit einem ph- Wert von 2 sofort vernichtet. Schwermetalle werden sich in wieder ansiedelnden Lebewesen anreichern und langfristig Schäden verursachen. Wir sahen dort in den Rückstaubecken von 1600 ha in einem Abschnitt von 20 km Limikolen, Flamingos, Graugänse. Bei einer konnten wir durch unsere Gläser feststellen, daß sie beringt war und der schwedische Farben trug. Das beweist, daß Wasservögel aus ganz Europa in der Donana überwintern und von der Vegetation abhängig sind. Zahlreiche Lastkraftwagen fuhren auf den Straßen den Schlamm ab. 3000 Tonnen sollen es täglich sein und bringen Kalk, der von Düngerstreuern, die von Raupenschleppern gezogen, auf den abgetragenen Flächen verteilt werden.
Weiter ging es in Richtung El Rocio. Am Polocio del Rey, einem königlichem Jagdschloß, wo der Großvater von Juan Carlos sich zur Jagd aufgehalten haben soll, machten wir kurz halt. An bewässerten und mit Folien überdeckten Erdbeerfeldern vorbei durch Eukalyptuswälder kehrten wir ca 15.30 Uhr ins Hotel zurück.
Um 16.30 Uhr fuhren wir wieder mit unserem Bus in einen nahe gelegenen Wald nordwestlich von El Rocio und machten einen ein-stündigen Waldspaziergang. Hier beobachteten wir zum ersten Mal auf unserer Reise die Beutelmeise. Der portugisische Tragant, ein gelb blühender Schmetterlingsblütler erregt das besondere Interesse unserer Biologen.
Auf dem Rückweg stiegen einige von uns bei der Lagune aus, während die anderen ins Hotel zurück fuhren und mit Erwartung dem Abendessen entgegen sahen.
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