Reisebericht Extremadura - Andalusien - Reise
Extremadura-Andalusien-Reise
11. Tag: Sonnabend. 13.März
Ronda - Zahara de Grazalema - Ronda - 85 Buskilometer
Am letzten Tag vor unserer Rückfahrt nach Deutschland steht ein Besuch der "weißen Dörfer" um Ronda auf dem Programm.
Die Abfahrt ist wieder um 9.00 Uhr; das Wetter etwas trüber. Auf der A 376 geht es in Richtung Sevilla. Die Straße führt abwärts hin zur Ebene mit grünen landwirtschaftlichen Flächen, eine fruchtbare Gegend. Wir überqueren den Rio Guadelevin, an den Wegrändern begleitet uns Ginster. Jetzt sind wir in der Sierra de Grazalenea. In dieser Gegend fallen die höchsten Niederschläge Spaniens (bis 2100 mm pro Jahr). An den Hängen neben der Straße wachsen Olivenbäume, die Erde ist teils rotbraun. Hauptbaumarten sind hier Kork- und Steineiche, Igeltanne und Jahannesbrotbaum. Am Ostufer des Stausees Emb. de Zahara entlang erreichen wir Zahara, eines der ca. 25 malerischen "weißen Dörfer". Zahara de la Sierra ist im 7. Jahrhundert von den Mauren erbaut worden, liegt an einem sehr steilen Bergabhang mit einer beherrschenden Bergruine und ist schon von weitem durch eine Vielzahl von weißen Häusern mit roten Dächern zu erkennen. Vom Parkplatz unterhalb des Ortes wandern wir bei kühlem Wind auf sehr steilen engen Straßen nach oben. Alle Häuser, meistens klein und einstöckig, scheinen frisch weiß gestrichen zu sein. Die Dächer haben rote bis graubraune Rundziegel.
Am Plaza Major steht eine kleine weiße Kirche, deren Fassade gerade repariert wird. Auf dem steilen betonierten Weg durch den Ort weiter nach oben kommen wir an den Resten der Kirche Antigua Iglesia St. Maria de la Mesa aus dem XV.-XVII. Jahrh. vorbei. Vom restaurierten Torre del Homenaje auf der Bergkuppe XIII. - XV. Jahrh. (dem Turm der alten Burg) haben wir einen sehr guten Blick auf das unter uns liegende Häusergewimmel des malerischen Ortes Zahara und die umliegende fruchtbare Landschaft. Am Ortsrand unter uns übt eine Musikkapelle in langsamen Schritt - wohl für die nächste Prozession.
Der kalte Wind läßt keinen längeren Aufenthalt hier oben zu. Im Dunst ist ganz hinten auch Sevilla zu ahnen. Beim Abgang durch die schmalen abfallenden Straßen sehen wir bunte Blumen auf den Balkonen und vor den Häusern; eine Kaffeepause bringt nach dem für etliche von uns doch anstrengenden Ausflug wieder neue Kräfte. Mit l0% Gefälle geht es im Bus an einer Schafherde vorbei bei leichtem Regen wieder in die fruchtbare Ebene runter - unterwegs einzelne Eukalyptusbäume - zum Stausee auf der westlichen Seite. Ein weißer Baum mit Kormoranen ist zu sehen, Kleinvögel fliegen vorbei. Man sieht 2 Geier über den Bergen. Uber Puerto de Montejaque (noch 720 m hoch); erreichen wir wieder die Straße 376 nach Ronda.
Nach einer Pause im Hotel ist am Nachmittag Ronda dran. Die Stadt hat ca. 35000 Einwohner und ist auf 2 steil aufragenden Felstafeln, die durch eine ca. 160 m tiefe Schlucht des Rio Guadelevin ("Tajo" genannt) getrennt sind, erbaut worden. Seit der Zeit der Iberer und Römer hat Ronda eine beherrschende Stellung über dem weitem Flußtal.
Die flächenmäßig kleinere Altstadt (La Ciudad) - der Südteil Rondas - war über 7 Jahrhunderte lang eine maurische Festung mit einem Gürtel dicker Mauern, die die Altstadt zum Teil heute noch umgeben. Sie war Sitz eines Emirs.
Die katholischen Könige eroberten sie 1485 und ließen dann die Neue Stadt (Mercadillo) auf der größeren nördlichen Felstafel ausbauen. Eine fast 100 m hohe Brücke - die Puente Nuevo - wurde 1785 - 1793 von Josè Martin de Aldehuela erbaut und verbindet die beiden Stadtteile. Über den Ostteil der Schlucht gibt es noch 2 andere Brücken über den Fluß, die aber lange nicht so hoch aber dafür viel älter sind: die Puente Viejo aus römischer und die Puente Arabe aus arabischer Zeit. Auf unserem Weg durch die Gartenanlagen sehen wir auf der rechten Seite zur Altstadt und zum Fluß, der sich in Jahrtausenden tief durch den Fels seinen Lauf gegraben hat und auf der an-deren Seite blicken wir hinunter auf die beiden alten Brücken und die Reste der im 13 Jahrh. erbauten Arabischen Bäder. Einer Igeltanne gilt unsere besondere Aufmerksamkeit.
Bei unserem Rundgang durch Teile der Altstadt sehen wir Paläste und erfahren, daß die Stiftskirche Santa Maria la Major aus einer westgotischen Gründung stammt, danach arabische Moschee wurde, dann im gotischen Stil umgebaut wurde. Von der Altstadt gelangen wir auf einem Serpentinenweg hinunter ins Tal des Guadelevin zum Arabischen Bogen bis kurz vor das ehemalige Elektrizitätswerk und haben von hier aus einen eindrucksvollen Blick auf die hoch über uns liegende Neue Brücke und die auf beiden Seiten der Schlucht senkrecht aufragenden Felswände mit den darauf befindlichen klein wirkenden Häusern. Der Auf-stieg ist mühsam und nötigt einige Pausen ein.
Oben wieder angekommen genießen wir den Blick in die Schlucht und in die weite Ebene und freuen uns über den segelnden Flug von Alpenkrähen und Falken, die auch in den Felswänden nochmals gut zu beobachten sind.
Über die meisterhafte Neue Brücke, die einem Aquädukt ähnelt, erreichen wir wieder die Neue Stadt (Mercadillo), passieren den zum Hotel umgebauten Parador und kommen an der ebenfalls Ende des 18. Jahrh. erbauten Stierkampfarena vorbei. In dieser ältesten Arena Spaniens wurde vom Matador Francisco Romero der "moderne" Stierkampf entwickelt. Er führte den Stierkampf zu Fuß ein, da durch königlichen Erlaß der Stier nicht mehr vom Pferd aus mit der Lanze getötet werden durfte. Dies war bisher ein Privileg des Adels gewesen. Romero begründete eine Dynastie von berühmten Stierkämpfern und durch ihn wurde nun der Stierkampf ein volksnahes Schauspiel. Sein Standbild vor der Arena wird ständig durch Blumen geschmückt.
Im Hotel angekommen heißt es: Umdenken und Kofferpacken für die Heimreise.
Ein ereignisreicher Urlaub geht langsam zu Ende.
12. Tag: Sonntag 14.März
Heimflug und -fahrt: Malaga - Barcelona - Hamburg - Ostholstein - 117 Buskilometer
Es war eine unruhige und vor allem auch sehr kurze Nacht! Die nahe Disco, die enge Straße, an der unser Stadthotel lag, zahlreiche meist jugendliche Nachtschwärmer verkürzten zusätzlich die ohnehin knappe Schlafenszeit. Bereits um 3 Uhr sollte das Gepäck verladen werden, und schon bricht Mariano mit seiner, unserer "Julia" auf, um uns auf dunkler, unbeleuchteter, kurvenreicher Straße nach San Pedro am Mittelmeer und später auf der Küstenautobahn über Marbella und Torremolinos zum Flughafen Malaga zu bringen.
Um 6 Uhr verabschiedeten wir uns von unserem beliebten Fahrer mit einem herzlichen Dank, einem verdienten Trinkgeld und einem heftigen Applaus. Bedauerlich, dass eine sprachliche Verständigung mit diesem ausgeglichenen, freundlichen Menschen nicht möglich war. Die Schalter waren bereits geöffnet und ließen eine schnelle Abwicklung erwarten. Herr Wuppermann sammelte Pässe und Flugkarten ein, weil eine Gruppenabwicklung angeblich schneller ginge. Der Gedanke war ausgezeichnet, aber leider der Flughafenbeamte war dieser Aufgabe nicht gewachsen. So entwickelte sich ein unhaltsames Spielchen: Karten einsammeln, Pässe einsammeln, wieder ausgeben, einen Bordausweis empfangen, (nur bis Barcelona) den zweiten Bordausweis (Barcelona - Hamburg} empfangen, derweil Frau Zimmermann ihren Ausweis und die erste Bordkarte noch nicht wiederhat. Schließlich ist aber alles geregelt, und der Flug kann vonstatten gehen. In Barcelona will Herr Wuppermann aber nicht mehr mit uns weiterfliegen, aber er wie wir haben noch viel Zeit, denn Spaniens Flieger haben auch Zeit. So nutzt er die Gelegenheit zu manch abschließendem Gespräch. Er hat uns viel gezeigt und geboten, und will zum Abschluß noch jedem Reiseteilnehmer 50 DM zuviel gezahltes Geld zurückzahlen. So etwas stimmt froh, und alle Teilnehmer werden sich seiner Führung durch interessante Vogelgebiete sicher dankbar erinnern.
Schließlich wird auch die letzte Flugetappe nach Hamburg gut bewältigt. Der erste Eindruck angesichts zahlreicher türkischer "Empfangskomittees", man sei vielleicht statt in Hamburg versehentlich in Istanbul gelandet, trügt natürlich. Der Bus der Firma Burmeister ist schon da, die Reisegenossen aus Hessen, Kiel und Hamburg haben sich längst verabschiedet, und gegen 16 Uhr ist auch für den letzten Ostholsteiner Teilnehmer eine ereignis- und erfolgreiche Spanienreise zuende gegangen.
Insgesamt haben wir in Spanien mit Marianos "Julia" Bus 2038 Buskilometer zurückgelegt. Hinzu kommen die beiden Landroverfahrten in der Coto Donana und die An- und Rückfahrten zum/ vom Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel.
Tag 1-2 | Tag 3-4 | Tag 5-6 | Tag 7-8 | Tag 9-10 | Tag 11-12