Naturschätze der Provence

Naturschätze der Provence

Donnerstag, 24. April (164 km)

Bei Sonnenschein war Frühstück auf der Terrasse für uns eingedeckt - worüber wir uns sehr freuten - dann fuhren wir nach Sts-Maries-de-la-Mer, um dort die Kirche zu besichtigen und einzukaufen. Weiter ging es an die Ostseite des Etang de Vaccares zum Infozentrum La Capeliere. Erst mussten wir durch eine kleine Ausstellung, dann ging es auf einem schmalen Pfad ins Gelände zum Beobachten. Ein Eisvogel präsentierte sich, Nachtigallen sangen, der Cistensänger drehte seine Runden über uns und ein Purpurreiher stand im Wasser - nicht zu vergessen die kleinen Laubfrösche im Schilf im Eingangsbereich. Nach dem Picknick irgendwo in der Landschaft erreichten wir Salin de Giraud mit Salinen und Salzbergen und entdeckten dort einige Säbelschnäbler. Wir fuhren an der Großen Rhone entlang bis zum Strand, wo jede Menge Wohnmobile standen, es aber immerhin einen Rotkopfwürger zu beobachten gab. Auf dem Rückweg machten wir westlich des Etang de Vaccares bei Mejanes bei sich langsam überziehendem Himmel einen kleinen Spaziergang im Blaurackengebiet ohne allerdings welche zu sehen. Eine Reissämaschine erklärte uns die komischen Spuren auf den Wegen. Weiter fuhren wir eine Piste entlang, bis eine Schranke den Weg für Autos versperrte und uns zur Umkehr zwang; eine Limikole und ein vermeintlicher Ortolan war die Ausbeute.

Zum Abendessen gab es einen Salat mit Äpfeln und Nüssen, Ente mit etwas Gemüse und Kartoffelgratin, und zum ersten und einzigen Mal für die Nicht-Süßen auch Käse.

Freitag, 25. April (351 km)

Auch heute hieß es wieder: 8:00 Uhr Frühstück, 9:00Uhr Abfahrt. Friederike Strauß blieb im Hotel und gönnte sich einen freien Tag. Unser heutiges Ziel waren die Calanques zwischen Marseille und Cassis. Die Fahrt ging über Arles, Port-de-Bouc, Martigues, am Rand von Marseille vorbei, über Aubagne und Roquefort, wo der vorzügliche Käse herkommt. In Cassis wurde für unser Picknick eingekauft und gleich anschließend auf dem Parkplatz an der Friedhofsmauer schmierte sich jeder seine Brote, damit wir dann los wandern konnten. Der Weg führte uns durch den Ort und an der Strandpromenade entlang auf den ersten Kalksteinberg. Oben mussten wir jedoch feststellen, dass dies nicht der richtige Ausgangspunkt für die Klippenwanderung war. Trotzdem ließen wir uns das Vesper gut schmecken und genossen die schöne Aussicht. Mit dem Bus fuhren wir anschließend zum Col de la Gardiole, wo wir nochmals von oben die beeindruckende Landschaft der Calanques sahen.

Über Carnoux-en-Provence und Aubagne fuhren wir dann weiter nach Aix-en-Provence. Aix hat 137.000 Einwohner und zählt zu den begehrtesten Wohnorten in Frankreich. Es ist eine Universitätsstadt mit einem barocken Stadtbild und über 100 Brunnen. Leider blieb uns nur Zeit für einen 1 1/4stündigen Stadtrundgang, hier hätte man gerne noch in einem der zahlreichen Straßencafés verweilt oder wäre den Spuren des wohl berühmtesten Sohnes der Stadt, Paul Cezanne, gefolgt.

Der Rückweg führte uns über Salon-de-Provence und Arles und um 18:45 Uhr waren wir wieder in unserem Hotel.

Zum Abendessen wurde nach der Vorspeise mit Wurst und Salami Geflügel mit Paprikagemüse und gegrillter Tomate serviert.

Samstag, 26. April (139 km)

Wie gewohnt fuhren wir im 9:00 Uhr auf der D570 Richtung Arles und wollten endlich mal allen den Storch zeigen, der neben der Straße auf einem Leitungsmast zwischen den Bäumen ein Nest hatte. Doch wir erlebten den Vorführeffekt und fuhren dran vorbei, der Storch war nämlich viel näher am Hotel als wir es in Erinnerung hatten.

Über Arles, Fontvieille und Maussane erreichten wir die Alpilles, ein kleines Gebirge aus Kalkstein, das Höhen von 300-400 m erreicht. Die Straße führte mitten durch, am Pass stiegen wir aus um zu La Caume zu wandern. Die Sonne kam heraus und rückte die vielen blühenden Pflanzen ins rechte Licht. z.B. Palisaden-Wolfsmilch, Lein, Ginster u.v.a. Unter der Felswand mit zwei Löchern machten wir Pause, um auf der Wand an der gegenüberliegenden Talseite mit unseren mitgeschleppten Spektiven einen Schmutzgeier im Nest zu beobachten. Als eine größere Gruppe kam, gingen wir weiter und fanden am Weg eine blühende Ragwurz. Jetzt musste noch der Habichtsadler gesucht und gefunden werden. Olaf hatte von einem freundlichen französischen Ornithologen eine genaue Beschreibung bekommen, wo dessen Horst sein sollte. Nach intensivem Absuchen der angegebenen Felswand entdeckten wir spät das Nest. Über uns flog ein Schmutzgeier, ein Falke und ein Schlangenadler und endlich zeigte sich auch der Habichtsadler im blauen Himmel.

Der Rückweg zog sich hin, der Hunger meldete sich langsam, und da wir noch nichts eingekauft hatten, mussten wir weiter und versorgten uns schließlich in einer teuren Bäckerei in St-Remy-de-Provence mit dem Nötigsten. Gegen 14:35 Uhr waren wir an einem Parkplatz in den Alpilles mit Blick auf Les Baux-de-Provence und beschlossen, dort Picknick zu machen. Einige besuchten noch einen ganz in der Nähe gelegenen in den Fels gebauten Weinkeller, den Cave de Sarrangan. Die einmalige Lage von Les Baux auf einem 900 m langen und 200 m breiten Felsrücken, zieht die Touristen magisch an und dementsprechend voll waren die Parkplätze (und teuer: der Bus sollte 20 € Parkgebühr kosten, obwohl wir nur etwa eine halbe Stunde bleiben wollten / Michael ist dann ein Stück weiter gefahren und hat einen "wilden" Platz gesucht) und die engen Gassen des Dorfes. Die grandiose Aussicht, die durch den Dunst allerdings etwas eingetrübt war, konnte man nur genießen, wenn man € 6,90 für die Besichtigung der Burgruine investierte. Die anschließende Fahrt durchs "Höllental" war sehr kurz. Weiter ging es über Fontvieille, wo es zu regnen begann, trotzdem schauten wir uns dort die Mühle von dem Dichter Daudet an. Über Arles ging es auf die D570, wir fuhren aber nicht direkt zurück, sondern in zwei kleinen Schlenkern. Auf der D38 vor Pont de Syvereal waren Regenpfeifer, Wasserläufer, Möwen und Seeschwalben auf unter Wasser stehenden Ackerflächen zu sehen, was wir gerne zur Kenntnis nahmen. Doch der grandiose Abschluss des Tages waren 22 gerade aus Afrika zurückgekehrte Bienenfresser, deren Federn im Regen glänzten, aus dem Bus direkt neben dem Weg gut zu beobachten (entdeckt von Michael mit dem norddeutsch-unterkühlten Ausruf "Hier, was ist das denn!?"). Während des Abendessens mit Fisch (Goldbrasse) in Folie und Erdbeerdessert kam dann die Sonne heraus.

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