Andalusien - 28. Oktober bis 6. November 2001


2. Tag: 29. Oktober

Nach einer guten Nacht, allerdings mit Zuggeräuschen, gab es um 9.00 Uhr Frühstück in der Küche. Zuerst machten wir aber bei Tage eine Runde um das Anwesen. Wir sahen die Pferde, den Pool und den Tennisplatz, den ganzen Innenhof und die verschiedenen Gebäude (Bar, Küche, Aufenthaltsraum, den Raum für's gemeinsame Abendessen kannten wir ja schon.) Beim Frühstück lernten wir dann die weiteren Gäste, zwei nette Mädels aus Augsburg, Jutta und Svenja kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und Herbert konnte mit ihnen seine Späßchen machen, sie nahmen ihm nichts übel.

Wanderung Wolf erklärte uns, dass man sich an der Bar selbst bedienen sollte und auf einem Zettel, der auf der Theke lag, das entnommene aufschreiben musste, abgerechnet würde dann am Schluss. Köstlich amüsierten wir uns gemeinsam über Wolf's Zimmerordnung, die auf jedem Zimmer lag. Sie war lustig, österreichisch originell, aber bestimmt geschrieben, man wusste was man zu tun und zu lassen hatte. Nach dem Frühstück wurde das Tagesprogramm besprochen was die Mädels vor hatten und was wir tun würden. Wir entschlossen uns zuerst mal die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden. Wolf empfahl uns eine Wanderung hinter dem Haus, die Ranch liegt direkt im Naturpark. Sehr gut hat er uns den teils unwegsamen Weg beschrieben und aufgezeichnet (mit jedem Zaun und jedes Türle), wir sollten uns nur an die Ziegenpfade halten. Wir stiegen den Berg hinauf, sahen dunkel-rotbraune Kühe mit großen Hörnern und kamen schließlich an einer Ziegenfarm oben vorbei. Viele Ziegen spielten da in ihren eingezäunten Gehegen, alle Größen bis zu den Allerkleinsten. Sie waren sehr nett anzuschauen, wie sie so über die Felsbrocken kletterten und ihre Sprünge machten. Man hätte ihnen Stundenlang zusehen können. Über uns kreisten 7 Geier. Wir wanderten weiter durch einen Korkeichenwald bis an die Straße und von dort zurück zur Ranch. Schockiert haben mich die Pferde die man auf unserer Zufahrtsstraße sah, ihnen waren die Füße zusammengebunden und die Mähnen waren ganz verklebt von Kletten. Sie konnten nur kleine Hüpfer machen, Wolf hat uns dann später erklärt das wäre, damit sie nicht weglaufen könnten und eine sichere Sache, hauptsächlich für Wanderreiter. Die Pferde gingen sonst oft zurück zum letzten Stall und der Reiter stünde ohne Pferd da, so könnten sie aber trotzdem fressen und sich das Futter suchen, aber nicht weit weglaufen. Unsere Wanderung hat 3 Stunden gedauert und wir genehmigten uns von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr erstmal eine Siesta.

Wanderung Das Abendessen gab es erst um 19.30 Uhr aber bei uns meldete sich der Hunger, auch wollten wir etwas einkaufen und tanken mussten wir auch. Diesesmal nahmen wir den Weg direkt ins Dorf Jimena der über die Brücke führte. Diese war offizell gesperrt wegen eines großen Loches, aber jeder fuhr darüber. Beim fahren musste man aber gut am Loch vorbeizielen. Der Weg war etwas besser und man musste nicht die Bahnlinie überqueren.

Wir fuhren durch das Dorf das zu den weißen Dörfern gehört und an einen Hang gebaut ist. Die Straßen wurden immer enger ich glaubte schon wir würden irgendwann zwischen den Häusern stecken bleiben. Am oberen Ende des Dorfes fanden wir dann einen Parkplatz und eine Bar. Wir aßen dort eine Tapa und tranken einen Wein. Der Wirt war sehr freundlich als er merkte dass wir Ausländer sind, die anderen Gäste schauten uns erstaunt an, so als dachten sie; was für welche haben sich denn da verirrt, denn ein Touristenort ist es nicht. Jutta und Svenja haben uns dies aber schon angedeutet, dass man leicht auffällt und etwas erstaunt angeschaut würde.

Bei der Rückfahrt durchs Dorf wurden wir an einer Kreuzung durch einen Polizisten kurz gestoppt, obwohl es eine Einbahnstraße war (in jedem Dorf gibt es fast nur Einbahnstraßen). Herbert meinte da käme eine Hochzeit den Berg hoch mit einem geschmückten Auto. Als sie an uns vorbei kamen bemerkten wir aber, dass dies ein Leichenzug war. Wir wunderten uns, dass nur zwei oder drei Frauen dabei waren. Wolf erklärte uns später dass nur Männer zur Beerdigung gingen und die Frauen zuhause weinen würden. Es ist dort auch üblich sich Frauen "zum Weinen" die sogenannten "Wein-Frauen" zu bestellen, die kommen ins Haus um zu weinen. Naja andere Länder andere Sitten.

Wanderung Nach einem kleinen Einkauf im Supermarkt fuhren wir zurück in unser Quartier. Auf der Ranch waren zwischenzeitlich auch Jutta und Svenja wieder eingetroffen, wir erzählten uns gegenseitig bei einem Bierchen auf der Hausbank unsere Erlebnisse.

Um 19.30 Uhr klingelte Esther mit einer Glocke zum gemeinsamen Abendessen, das in dem dafür vorgesehenen Raum stattfand. Wir stellten fest, dass Esther eine vorzügliche Köchin ist, es gab immer eine Vorspeise, Hauptgericht und eine Nachspeise. Jeder konnte Essen bis zum platzen es gab genügend. Bis 23.00 Uhr haben wir zusammengesessen und geredet, bis wir endlich ins Bett fanden.