Andalusien

Andalusien - 28. Oktober bis 6. November

3. Tag: 30. Oktober

Wir haben uns eine Fahrt nach Ronda über die weißen Dörfer vorgenommen. Nach dem Frühstück, an dem die Nachtzugzeiten diskutiert wurden, wer wann den Zug gehört hat, und wer nicht, kam der Tagesplan wieder dran. Jutta erklärte uns wo das Parkhaus in Ronda zu finden sei, sie waren am Tag zuvor dort. Die Fahrt führte uns über Gaucin durch herrliche Landschaft steil aufwärts, wir mussten dabei viele Kurven fahren. Immer wieder sah man dann die schönen weißen Dörfer, wie hingeklebt an einen Felshang. Wolf empfahl uns unterwegs eine Ölmühle in Benalauria zu besichtigen. Die Straße dorthin war schon sehr eng und kurvenreich, glücklicherweise begegnete uns kein Auto. Parken musste man ausserhalb des Ortes am Straßenrand innerhalb des Ortes kann kein Auto mehr fahren, so eng sind dort die Gässchen. Es war ein herrlicher Anblick, das ganze Dorf lag an einem steilen Abhang, die weiß getünchten Häuser waren alle aneinander geklebt und überall blühten herrliche Blumen, Oleander, Hibiskus und Bourgenvilla. Es waren riesige Pflanzen die voll und schön in der Sonne leuchteten. Das Ölmühlenmuseum war aber leider zu der Zeit geschlossen und wir hatten keine Zeit bis zur Öffnung zu warten, wir wollten ja auch noch Ronda besichtigen. Aber alleine schon das schöne Dorf hat den Abstecher belohnt. Am Straßenrand lagen noch viele Maronen wir haben einige davon aufgesammelt und mit nach Hause genommen.

Weiterfahrt nach Ronda, nun kam auch schon mehr Verkehr auf. In Ronda angekommen sahen wir den großen Tourismus der dort angelockt wird. Die Menschen gehen kreuz und quer über die Straßen alle Nationalitäten sind dort vertreten. Nachdem wir gut das Parkhaus fanden und dort sogar einen ES-Wagen im Parkhaus entdeckten, machten wir uns zu Fuß auf ins Getümmel. Zuerst schauten wir uns die berühmte Brücke von oben über die Tajo-Schlucht an. Es fasziniert einen schon wie solche Bauwerke früher entstehen konnten. Wir entschlossen uns den Fußweg hinab zu gehen und uns die Brücke von unten anzuschauen. Nur sehr wenige Touristen machten sich die Mühe dort hinunter zu wandern, aber erst von dort aus sah man das gewaltige Bauwerk. In der Mitte der Steinbrücke war früher das Gefängnis - 80 m über dem Bach. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert dort hinunter zu wandern. Nachdem wir dann bei großer Hitze wieder oben angekommen waren, sind wir Richtung untere Brücke gewandert, auch sie ist sehenswert. In einer Seitenstraße nahmen wir ein Mittagessen ein und stillten erst einmal unseren großen Durst. Sehr zu unserem Erstaunen war die Speisekarte sogar auch in deutsch geschrieben, es erleichterte uns die Auswahl erheblich. Frisch gestärkt besuchten wir dann die bekannte Stierkampfarena von Ronda. Dem bekannten Stierkämpfer Antonio Ordónez ist dort ein Denkmal gesetzt und ein Museum zeigt die früheren Stierkampfkleidung und Speere der Stierkämpfer. Lustig anzuschauen sind die Besucher, fast jeder spielt dort fürs Photo Torrero, da werden Erwachsene zu Kindern. Zurück wanderten wir noch durch den Park.

Die Heimfahrt machten wir über La Jimera de Libar, Cortes de la Frontera dann durch den Reserva national Park nach El Colmenar. Eine Straße mit vielen Kurven ohne Verkehr. Wir sahen zum erstenmal einen Erdbeerbaum mit Früchten und Herbert versuchte eine Frucht zu pflücken und mit zum Quartier zu nehmen, doch die Bäume waren schlecht zu erreichten. Durch einen herrlichen Korkeichenwald der teilweise frisch geschält war ging die Fahrt. Dann wechselte der Wald zu Heidesträuchern alles unberührte Natur. Bei Dunkelheit kamen wir dann auf der Ranch an und Jutta und Svenja begrüßten uns mit der Neuigkeit, dass neue Gäste angekommen seien.

Herbert zeigte Esther die gesammelten Früchte und erfuhr dass dies Erdbeeren seien, ungläubig wie er ist musste Esther es ihm erst anhand eines Buches beweisen. Die Früchte sollen bei der Einnahme von größeren Mengen leicht berauschend sein. Geschmeckt haben sie etwas herb.

Überhaupt hat sich Herbert gut mit Esther verstanden er konnte immer seine Späßchen mit ihr machen und ihr Schwiezerdeutsch hörte sich immer so nett an. Einmal fragte er sie, was eigentlich mit ihrem Zitronenbaum passiert sei, sie antwortete nur: Der isch verreckt. Wir mussten alle darüber lachen und dieser Ausspruch wurde noch oft wiederholt.

Beim Abendessen lernten wir dann die neu angekommenen Gäste kennen. Es waren Deutsche die aber in England lebten, sie glaubten von besserer Gesellschaft zu sein. Ihre Reise hatte den Zweck ein Grundstück mit altem Haus zu suchen, das ziemlich groß war, nicht weiter als 30 km vom Meer entfernt, am Hang gelegen, nicht höher als 600 m ü.M., natürlich alleine ohne nähere Nachbarn, aber nicht zu weit weg von einem größeren Einkaufsdorf und ein Flughafen sollte auch in der Nähe sein. Sie wollten dort einen Pool und einen Tennisplatz dazu bauen und dort die meiste Zeit vom Jahr leben. Ihr Alter war ca. 30 Jahre. Wir hörten alle gespannt zu und als sie zu Bett gegangen waren haben wir uns köstlich über sie amüsiert. Am anderen Morgen sind sie dann wieder weitergereist um weiter zu suchen. Ob sie diesen Platz je finden würden?

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