Andalusien

Andalusien - 28. Oktober bis 6. November 2001

4. Tag: 31. Oktober

Wir haben uns entschlossen den Markt in La Linea bei Gibraltar zu besuchen. Es sollte ein Markt mit den verschiedenen Produkten der Spanier sein. Wir landeten in der großen Markthalle und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da hingen ganze Schinken und Schlegel an den Ständen. Drei Reihen von frischen Fischen waren da auf den Tischen. Fische die habe ich noch nie gesehen. Es war ein Erlebnis dieses Treiben von Verkäufern und Einkäufern zu beobachten. Ruck Zuck wurden die Fische zerteilt oder filitiert. Gerne hätte ich da auch welche gekauft und zuhause mal probiert. Wir sind zwei oder dreimal die Gänge auf und ab gelaufen, wir konnten uns nicht satt sehen. Den Markt, den wir uns anschauen wollten, war es aber nicht, der wäre etwas weiter in Richtung Gibraltar gewesen.

Anschließend schauten wir uns von weitem den Felsen von Gibraltar an (Wolf riet uns ab mit dem Auto dorthin zu fahren, er meinte da stünde man sowieso nur im Stau), und wir wollten ja noch weiter. Im Dunst konnten wir sogar noch Afrika vom Strand aus erkennen. Dann fuhren wir über Algeciras an den bekannten Surferstrand nach Tarifa. Viele hunderte Windräder sah man von der Straße aus, alle wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Kurz wanderten wir dann an dem sehr windigen Strand entlang der aber ohne jeden Reiz war. Es soll ein Surferparadies, wegen dem Wind sein. Wir entschlossen uns dann lieber zurück zu fahren und uns Castellar de la Frontera anzuschauen.

Jutta und Svenja haben diese Besichtigung an diesem Tag mit dem Mountenbike von der Rancho aus gemacht. Vielleicht trafen wir sie ja. Die Landschaft bis Castellar mit ihren Felsbrocken war sehr beeindruckend. Von weitem sah man schon die Burg stehen. Oben angekommen sahen wir kaum Besucher, wir liefen durch die Burgmauer in das Innere, wir kamen in einen grösseren Hof. Die Hoftürme wurden gerade neu renoviert. Naja die Aussicht von der Mauer aus war schon herrlich. Wir wollten schon wieder umdrehen als ein paar Besucher einen kleinen Eingang zu einer Gasse durchwanderten. Ich dachte mir zuerst, dass dies privat wäre. Naseweise wie ich bin, habe ich mir den Eingang genauer angeschaut und sah ein wunderschönes Gässchen. Viele solcher engen Gässchen zweigten noch ab. Überall haben Blumenbäume aus Bourgenvillas und Hibiskus in herrlichen Farben geblüht, die Farben waren so intensiv und leuchtend zwischen den schneeweissen Häusern, es war einfach herrlich. Es ist ein ganzes Dorf, innerhalb der Mauern, und keine Burg, wie wir meinten. Wolf hat uns abends erzählt, dass dort nur Hippis und Aussteiger leben würden, die Einheimischen seien alle abgewandert. Das Haus mit den vielen Katzen sei noch eine alte einheimische Frau. Wir haben das Haus (Haus ist zuviel gesagt, denn dort ist alles irgendwie, sehr klein und putzig, ohne Fenster, zusammengebaut) gesehen. Ich glaube da sprangen 10 bis 15 Katzen in einem von Mauern und Wohnungen umgebenen und doch offenen Innenhof herum. Bewohner haben wir im ganzen Dorf dort überhaupt keine gesehen. Die meisten seien Rauschgiftsüchtig und würden den ganzen Tag schlafen meinte Wolf. Sogar die neueren Häuser ausserhalb der Mauern sind nur noch von Aussteigern bewohnt. Die Polizei kontrolliert auch des öfteren die Zufahrtsstraße wegen dem Rauschgift, die Kontrollstelle haben wir später selbst gesehen.

Nach den schönen Eindrücken und der herrlichen Aussicht kehrten wir dann gegen 18.00 Uhr wieder zurück. Wir unterhielten uns dann noch am Abend mit den Mädels, die sehr kaputt von ihrer Radtour waren, über dieses Castellar .

Beim Abendessen haben wir dann viel gelacht denn es gab als Beilage Couscous, den Herbert das halbe Essen über als Reis bezeichnete. Es sei so ein guter zarter Reis und Jutta erklärte ihm immer wieder, es sei kein Reis sondern Couscous. Überhaupt haben wir sehr viel neues beim Essen von Esther versucht z. B. den Feigenkaktus, andere Früchte die ich nicht mehr weiss. Den Seranoschinken, verschiedene überbackene Vorspeisen. Sie hat immer vorzüglich und sehr abwechslungsreich gekocht. Bewundert haben wir auch ihr schönes Keramikgeschirr. Jutta und Svenja haben uns den Laden gesagt, wo man das herrliche Keramikgeschirr einkaufen könnte. Nach dem Essen setzten sich meist noch Wolf und Esther zu uns und erzählten uns ihre Anfänge in der Ranch, die einfach bewunderswert sind.

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