Andalusien
Andalusien - 28. Oktober bis 6. November 2001
9. Tag: 5. November
Um 6.30 Uhr aufstehen, ist für Spanien unmöglich, da steht noch niemand auf. Esther hat uns am Abend das Frühstück in der kleinen Küche in der Bar vorgerichtet. Sogar die Hunde haben uns nicht einmal beachtet. Leise haben wir uns dann nach dem Frühstück davongeschlichen.

Unsere Fahrt ging den gleichen Weg wie bei der Ankunft nach Sevilla zurück. Nur diesesmal war es Tag und es gab Regen. Alles lief gut, wir kamen ohne Probleme auf dem Flughafen in Sevilla an, dort gaben wir das Auto zurück.
Mit einem Taxi ließen wir uns ins Hotel Las Casas del Rey de Baeza fahren. Wolf hatte uns dieses Hotel vorgebucht. Er kannte die Dame an der Rezeption und wußte, dass sie deutsch sprach und uns auch eventuell weiterhelfen könnte. Sie begrüsste uns recht freundlich, gab uns Tipps und Karten was wir uns anschauen könnten. Auch erklärte sie uns, wo wir ein gutes Essen einnehmen könnten und was unbedingt angeschaut werden sollte. Sie warnte uns vor den Tricks, beim Foto- und Geldklauen, die hier üblicherweise angewendet wurden. Sie unterrichtete uns was ein Taxi Kosten darf, hier merkte ich dann gleich, dass wir schon übers Ohr gehauen wurden und wir fast 30,- DM Trinkgeld los waren. Für den nächsten Tag bestellte sie uns auch gleich ein Taxi für die Fahrt zum Flughafen. Das Zimmer konnten wir allerdings noch nicht beziehen, da es noch nicht bezugsfertig gerichtet war.

Also marschierten wir erst einmal im Regen los um die bekannte Katedrale zu finden. Gar nicht so einfach, die vielen Gassen und Straßen, die Städtekarte war schnell durchweicht und kaputt und man konnte nichts mehr erkennen. Ein freundlicher älterer Herr wollte uns weiterhelfen, aber wir verstanden einander fast nicht. Wir sind dann halt einigen Menschen, die wie Touristen aussahen, nachgelaufen, die Richtung die der Mann sagte stimmte etwa. Wir kamen auch an der Kathedrale an.
Es war faszinierend, man muss sie einfach gesehen haben, diese Größe. Die vielen verschiedenen Innenteile und Kanzeln. Die Weite und Höhe der Innenhalle, sowie die verschiedenen Bemalungen und Ausschmückungen.
Wir sind auch den Turm hochgelaufen, er ist 90 m hoch. Dieser Turm wurde früher mit dem Pferd hochgeritten, er ging immer im Viereck hoch, ich glaube über 40 Runden waren es.

Dann kam der grosse Platzregen und das Gewitter, so einen Regen habe ich noch nie erlebt. Wie wenn große Kübel ausgeschüttet würden.
Weiter im Regen haben wir noch den Theaterplatz an der UNI gesehen der uns aber schockiert hat (voller Papier und Dreck), also da müssen grosse Schweine am Werk gewesen sein.
Der Spanische Platz war ganz leer aber sehr schön anzuschauen, nur leider immer noch der starke Regen. Von jedem Kreis oder Gebiet Andalusiens sind dort Gedenktafeln in Fliesen eingelegt und der ganze Platz und das Gebäude sind in einem halbrunden Bogen gebaut. Auf dem Platz ist ein Wasserlauf mit verschiedenen Brücken, man sagt es sei so ähnlich wie Venedig angelegt. Bei schönem Wetter kann man dort mit den Wassergondeln fahren.
Die Pferdekutschenfahrten fahren auch über den Platz, an diesem Tag allerdings mit Verdeck, sodass die Innsaßen kaum etwas sehen konnten.
Zwischenzeitlich waren wir auch voll durchnässt und hatten einen riesigen Hunger, hatten wir doch vom frühen Frühstück an noch nichts zu uns genommen. Wir wollten auf dem Rückweg ins Hotel in dem guten Lokal etwas essen. Wir fanden es auch einigermassen gut, doch leider gab es nichts mehr zu essen, erst wieder ab 19.30 Uhr. Wir entschieden uns, erst einmal ins Hotel zu gehen, vielleicht fanden wir ja noch unterwegs eine kleine Bar in der es wenigstens eine Tapa gab. Naja eine Bar fanden wir, aber zu essen haben wir nur ein paar Rauchfleischscheiben und Brot bekommen. Völlig durchnässt und triefend nass kamen wir im Hotel an, wie zwei Streuner. Der Boy brachte uns dann auf unser Zimmer, indem uns schon unser Gepäck erwartete. Da war das Staunen groß. Ein riesiges Zimmer, mit Bar, Telefon, einem riesigen Fernsehapparat und Stereoanlage. Das Bett unheimlich breit und groß. Nebenan ein Waschraum und ein Badezimmer mit vergoldeten Wasserhähnen, Bademänteln und Telefon. Eine kleine Flasche Wein begrüßte uns auch. Es war für uns - Luxus pur. Etwas ganz anderes als das kleine einfache Zimmer bei Esther und Wolf. Naja es war ja auch nicht gerade billig.
Ich habe mir zuerst einmal heisses Wasser in die Badewanne einlaufen lassen, und ein ausgiebiges Bad genommen, oh war das ein Genuss, nachdem wir so triefend nass waren. Jetzt kam auch die Müdigkeit über uns von dem langen umher laufen. Nach dem Bad habe ich versucht die Hosen, die trieften, mit dem Haarföhn zu trocknen, ganz trocken bekam ich sie aber nicht. Wir hatten unsere ganzen Koffer schon Flugfertig und wollten sie nicht mehr öffnen.
Der Hunger wurde immer grösser, aber die Zeit bis 19.30 Uhr war noch weit entfernt und der Regen trommelte unaufhörlich und prasselnd auf die Dächer. Es sollte für uns eine kleine Ausruhpause auf dem schönen breiten Bett werden, die wir dann aber, trotz des grossen Hungergefühls, bis zum nächsten Morgen, als das Telefon uns weckte, ausdehnten. Keiner von uns beiden wollte sich nochmals anziehen und in den Regen hinaus gehen, lieber wollten wir hungern. In dem Hotel gab es nichts zu essen.
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