Genusswandern in der Sonnenstube der Schweiz
Tessin auf kaum begangenen Wegen
Vom Alpenkamm bis zu den Palmen der Südschweiz unweit des Lago Maggiore
Gipfelmöglichkeiten Piz Pilone (2.192 m) und Piz Ruscada (2.004 m)
Für sportliche Bergwanderer mit Trittsicherheit
Wildheit und Ursprünglichkeit erwarten Sie bei dieser Wanderwoche im Tessin, für Bergbegeisterte ist sie eine ideale Gelegenheit, die Südschweiz abseits der ausgetretenen Touristenpfade zu erkunden.Das Tessin ist der südlichste Kanton der Schweiz, sein gesamtes Gebiet liegt südlich des Alpenkammes. Landessprache ist Italienisch, auch Geschichte und Kultur des Tessin sind eng mit der benachbarten italienischen Region verbunden. Sie durchstreifen seine Täler und entdecken, wie harmonisch Kirchen (viele davon romanisch), Kapellen, Brücken, Saumwege und selbst einfache Steinhütten mit ihrer natürlichen Umgebung verschmelzen. Viele der höher gelegenen Dörfer beherbergen heute nur noch einen Bruchteil der ehemaligen Bevölkerung. Die Seitentäler der Maggia sind im Vergleich zu anderen Gebieten der Schweiz wenig erschlossen und begangen, die wildromantische Landschaft noch ursprünglich. Vom Val Bedretto, an der Südseite des Gotthard gelegen, führt Ihre Wanderung über den Cristallina-Pass zum Quellgebiet der Bavona. Durch das malerische Val Bavona, das für seine Verdienste um die Erhaltung und Restaurierung ursprünglicher Dörfer den Wakker-Preis erhielt, erreichen Sie Cevio, den Hauptort des Maggia-Tales. Die Route verläuft über wenig begangene Pässe, Sie durchqueren auch die anderen westlichen Seitentäler der Maggia: Valle di Campo, Valle di Vergeletto und das Val Onsernone. Zum Abschluss der Tour bietet sich Ihnen bei gutem Wetter vom Piz Ruscada eine einmalige Aussicht bis weit nach Italien und auf die höchsten Gipfel der Schweiz. Der Abstieg führt schließlich nach Intragna im Centovalli. Mit etwas Glück können Sie während der Tour Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere beobachten.
Reiseverlauf
1. Tag Anreise
Individuelle Anreise nach Airolo in der Südschweiz, am Südportal des Gotthard-Straßen- bzw. Eisenbahn-Tunnels. Nachdem wir uns am vereinbarten Treffpunkt zusammengefunden haben, beziehen wir ein kleines Hotel in Airolo.
Beim Abendessen besprechen wir die Tour und können noch gemütlich beisammen sein.
2. Tag Ossasco - Cristallina-Pass - Robiei
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Postauto ins Bedretto-Tal nach Ossasco (1.313m), dem Ausgangspunkt unserer heutigen Etappe. Durch schönen Lärchenwald, abgelöst von saftigen Almwiesen, gelangen wir über die Alpe di Cristallina zum 2.568 m hohen Cristallina-Pass. Ein letzter Blick zurück und wir können den Gotthardpass und den höchsten Gipfel der Berner Alpen, das Finsteraarhorn, erkennen. Am Pass erwartet uns eine der modernsten Hütten des Schweizerischen Alpenclubs, ideal um eine Vesperpause einzulegen. Vom Pass führt uns der Bergpfad oberhalb des Lago Sfundau, eines natürlichen Stausees, entlang zu den vielen Seen bei Robiei (1.856 m), dem Quellgebiet der Bavona, unserem Tagesziel. Hier können wir uns mit einem Tessiner Gericht, das mit einem Boccalino Merlot noch besser schmeckt, von den heutigen Anstrengungen erholen.
3. Tag Robiei - San Carlo - Foroglio - Valle Maggia - Cevio - Campo
Die Seilbahn bringt uns hinunter nach San Carlo (938 m), dann folgen wir dem Flüsschen Bavona im gleichnamigen, einzigartigen Trogtal über Soroglio bis zum Bilderbuchdörfchen Foroglio. Dort legen wir eine längere Rast ein, können einen Abstecher zu den Wasserfällen hinter dem Dorf machen und die charakteristischen Häuser anschauen. Die Dörfer im Val Bavona sind in die raue Landschaft aus Granit und Gneis eingefügt und in ihrer Ursprünglichkeit erhalten geblieben. Viele dieser "Maiensässe" genannten Dörfer sind, wie einst, nur im Sommer bewohnt und haben auch heute noch keinen Elektrizitätsanschluss. Weiter geht es entlang des Tales, bis wir bei Bignasco, wo die Bavona auf die Maggia trifft, ins Haupttal Valle Maggia stoßen. Von Cevio (413 m), dem Hauptort des Maggia-Tales, erreichen wir mit dem Postauto unser heutiges Ziel: Campo (1.340 m), das vorletzte Dörfchen im Valle di Campo.
4. Tag Campo - Cimalmoto - Alm di Sfii - Lago di Cavegna - Alpe Arena
Wir steigen zunächst knapp 100 m auf nach Cimalmoto, dem letzen Dorf im Valle di Campo. Von hier müssen wir nun wieder ca. 150 m absteigen, um den südlichen Zufluss der Rovana, den Rio Colobiasca, zu überqueren. Dann führt uns der Pfad an einem hübschen Wasserfall vorbei durch Lärchenwald hinauf zur idyllischen Alm di Sfii (1.670 m). Steil steigen wir hier hinauf zum Lago di Cavegna, der zu einer Rast einlädt. Von hier sind es nur noch 20 Höhenmeter zum gleichnamigen Pass (1.978 m), von dem der Blick ins Val di Vergeletto schweift. Nach einem kurzen, steilen Abstieg gelangen wir zur Alpe di Porcaresc (1.796 m), die im Sommer bewirtschaftet wird. Ein Höhenweg führt uns mit schönem Blick ins Vergeletto-Tal hinüber zur Alpe Arena (1.678 m), unserem heutigen Ziel. Auf der Alp stehen uns zwei kleine Hütten zur Verfügung, die von der Gemeinde Vergeletto unterhalten werden. Am Abend können wir uns noch am offenen Kamin der Gemeinschaftshütte wärmen.
5. Tag Alpe Arena - Passo del Busan - Onsernone-Tal - Pilone - Spruga
Das Valle Onsernone ist unser nächstes Ziel. Knapp unterhalb der Waldgrenze wandern wir zuerst auf schönem, mit Granitplatten gelegten, Weg durch Lärchenwald über eine weitere Alp (gut 90 Min.). Ein steiler Anstieg durch einen Couloir von 200 Höhenmetern führt uns dann zum Passo del Busan und somit ins unverfälschte Onsernone-Tal. Hier, am 2.004 m hohen Pass, bietet sich uns ein erster Blick auf den Lago Maggiore. Wir deponieren unsere Rucksäcke und machen uns auf, um den 2.192 m hohen Pilone zu besteigen. Von diesem schönen Aussichtsberg an der italienischen Grenze haben wir eine gute Sicht in beide Täler sowie nach Italien und zu den Walliser Viertausendern. Über Almwiesen und durch dichte Lärchen- und Buchenwälder gelangen wir nach Spruga (1.113 m), dem entlegensten Dorf im Onsernone-Tal. Früher haben hier die Schmuggler von Italien her Halt gemacht, während des 2. Weltkrieges haben hier die Antifaschisten Zuflucht gefunden. Vor knapp 100 Jahren war das zur damaligen Zeit um einiges größere Dorf bekannt für seine Korbflechterei. Viele überwachsene Ruinen zeugen noch von dieser Vergangenheit.
6. Tag Spruga - Alpe di Ruscada - Piz Ruscada - Intragna
Zuerst steigen wir auf verschlungenen Pfaden, an alten, eingefallenen Häusern vorbei, 200 m steil ab, um den Fluss Isorno (905 m) zu überqueren. Dann folgen wir dem steilen, schmalen Pfad durch dichten Wald und über zwei Lichtungen zur Alpe di Ruscada (1.674 m), einem Sattel an der italienischen Grenze. Die Alp wurde früher von Italien her bewirtschaftet, heute ist sie verlassen. Noch gut 300 mühsame, dafür lohnende Höhenmeter sind es zum 2.004 m hohen Piz Ruscada. Atemberaubende Aussichten bis zum Lago Maggiore und auf das höchste Gebirge der Schweiz, das Monte Rosa-Massiv, belohnen uns für die Strapazen des Aufstiegs. Entlang eines Grates mit Blick ins Centovalli und das Valle Onsernone gelangen wir nach einem kurzen Gegenanstieg auf steil abfallendem Pfad zum Kirchlein von Madonna del Segna (1.166 m). Von hier gibt es die Möglichkeit, mit einer Gondelbahn nach Verdasio und weiter mit der Centovalli-Bahn nach Intragna (339 m) zu gelangen (fakultativ). Wer noch Lust hat, steigt auf dem Höhenweg über Slögna und Costa in ca. 2,5 Stunden bis nach Intragna ab.
Wer lieber nicht hoch hinaus möchte, kann in 5 Stunden über Madonna del Segna via Pila nach Intragna gelangen, wo das Valle Onsernone und das Centovalli aufeinander treffen. Nachdem wir unser Hotel bezogen haben, können wir das Städtchen mit dem höchsten Kirchturm des Tessin und den engen Gässchen bei einem Bummel kennen lernen. Beim gemeinsamen Abendessen wollen wir unsere Wanderwoche ausklingen lassen.
7. Tag Heimreise
Individuelle Rückreise von Intragna aus.
Generelle Hinweise
Charakter der Tour und Anforderungen
Die Wanderungen unserer einwöchigen Tour sind technisch einfach, führen jedoch teilweise durch steiles, abschüssiges Gelände. Ausdauer und Trittsicherheit sind für die 4 - 9-stündigen Etappen erforderlich. Die zu bewältigenden Höhenunterschiede liegen bei maximal 1.300 m pro Tag im Aufstieg und bei 1.100 m im Abstieg. Am Tag 6 besteht die Möglichkeit, bis nach Intragna abzusteigen. Sollten Sie diese Variante wählen, so liegen die maximalen Höhendifferenzen im Abstieg bei 1.900 m. Das gesamte Gepäck muss während dieser Tour selbst getragen werden. Am Tag 4 trägt jeder Teilnehmer zusätzlich einen Teil der gemeinsamen Abendverpflegung. Beschränken Sie daher Ihr Gepäck bitte auf das Notwendigste.
Eine kleine, ortsübliche Pension, Hotels (wo möglich mit Dusche/Bad) bzw. eine Hütte und eine Herberge dienen Ihnen als Unterkunft. Bei den Hotelübernachtungen ist Frühstück im Reisepreis eingeschlossen, bei der Hüttenübernachtung Halbpension (siehe bitte Tagesbeschreibung). Ansonsten verpflegen Sie sich selbst in den Gaststätten/Hotels. Da es unterwegs Einkaufsmöglichkeiten gibt, können Sie sich für unterwegs ein Lunchpaket zusammenstellen. Einzelzimmerwünsche können wir bei dieser Reise nur bedingt erfüllen (Tage 1, 2 und 6 auf Anfrage). An den restlichen Tagen ist keine Einzelzimmerbuchung möglich.
Wenn Sie eine Tagesetappe überbrücken möchten, können Sie mit dem Postauto ins nächste Tal gelangen. Auf Wunsch haben Sie die Möglichkeit, Ihren Aufenthalt in Intragna um eine oder mehrere Nächte zu verlängern (Ascona und Locarno auf Anfrage). Teilnehmer/Teilnehmerinnen, die mit dem Auto anreisen, können ihren Wagen in Airolo lassen und am Ende der Tour mit der Eisenbahn dorthin zurückkehren, bzw. nach Intragna fahren, den Wagen dort parken und per Eisenbahn zurück nach Airolo gelangen.
Ausrüstung
Mit Buchung erhalten Sie eine ausführliche Ausrüstungsliste.