Zauber der Pyrenäen
3- bis 5-stündige Wanderungen im spanischen Teil der Pyrenäen
Aran- und Gerber-Tal, Besiberri-Seen, Seenkessel von Colomers
Im Nationalpark der 200 Bergseen - Sant Maurici
Kathedrale Saint Bertrand de Comminges auf dem Jakobsweg
Kirchen des Boí-Tals: UNESCO-Weltkulturerbe
Rustikale Unterkunft mit guter, regionaler Küche
Grüne Berghänge und Täler, alpine Blumenpracht und zahlreiche Gebirgsseen prägen den katalanischen Teil der Pyrenäen. Das Val d'Aran ist das einzige spanische Tal auf der Nordflanke der Pyrenäen. Von Ihrem gemütlichen und familiären Berghotel aus unternehmen Sie mit Ihrer Reiseleiterin, Aina Escrivà, genussvolle Wanderungen durch die Hügel- und Berglandschaft des Aran- und Gerber-Tales sowie zu einigen der vielen Bergseen der Region. Besuche führen Sie zu den schönsten romanischen Dorfkirchen im Boí-Tal, zur Basilika Saint Just de Valcabrère und zur Kathedrale Saint Bertrand de Comminges, einst wichtige Pilgerstation entlang des Jakobsweges. Wir wünschen eine gute Reise!
Reiseverlauf
1. Tag Anreise
Flug von München nach Toulouse. Nach der Landung werden wir am Flughafen begrüßt und in ca. 2,5 Std. zu unserem Hotel nach Salardú (1.260 m) ins Val d'Aran gefahren. (Flughafentransfer nur in Verbindung mit dem Gruppenflug.)
2. Tag Die Mondlandschaft von Marimanha
Unsere erste Wanderung führt durch ein reizvolles Tal mit kleinen und großen Seen. Vorbei am Skigebiet Baqueira-Beret fahren wir in 25 Min. zum Ausgangspunkt der heutigen Etappe (1.850 m). Zu Beginn wandern wir durch eine Art "botanischen Garten", dann erreichen wir den Baciver-See (2.152 m) und an einem kleinen Bach entlang die beiden großen Seen Rosari de Baciver (2.315 m). Wer will, hat hier die Möglichkeit, den 2.594 m hohen Gipfel Tuc deth Rosari zu besteigen (Auf- und Abstieg jeweils noch 320 Höhenmeter, Schwindelfreiheit notwendig). Es handelt sich um einen leichten Aufstieg mit wunderschöner Aussicht.
Teilnehmer/-innen, die nicht auf den Berg wollen, können inzwischen eine Pause am See einlegen. Vom oberen Rosari-See bietet sich ein überwältigender Ausblick zum Maladeta-Massiv und zum Aneto (3.404 m), dem höchsten Gipfel der Pyrenäen. Für den Rückweg wählen wir teilweise eine andere Route.
Das heutige Gelände besteht teils aus griffigen, kleinen und großen Granitblöcken über die Sie gehen werden sowie aus Wegen.
3. Tag Saint Bertrand de Comminges: christliche Pilgerstation (Frankreich)
Am Fluss Garonne entlang fahren wir bis Saint Bertrand de Comminges (ca. 70 km) und besichtigen unterwegs die romanische Basilika Saint Just de Valcabrère und die Höhle von Gargas. Ihre Attraktion sind viele, sehr alte Wandmalereien, darunter mehr als 230 Abdrücke von Händen und Tierdarstellungen. Anschließend geht es zu Fuß weiter. Auf breiten Waldwegen wandern wir durch kleine verschlafene Dörfer mit hübschen Blumengärten und gelangen auf ebener Strecke zur romanisch-gotischen Kathedrale von Saint Bertrand de Comminges. St. Bertrand de Comminges - das "Lugdunum Convenarum" der Römer - war bis zum Einfall der Vandalen eine blühende Siedlung. Nach ihrer völligen Zerstörung durch fränkische und burgundische Truppen (585) diente sie den Bewohnern der Umgebung als Steinbruch. Der Bischof Bertrand de Comminges erkannte die wichtige Lage der verfallenen Stadt, ließ die Ruinen beseitigen und eine Kathedrale errichten (12. Jh.). Bald entwickelte sich der Ort zu einer der bedeutendsten Durchgangsstationen auf dem Jakobsweg.
4. Tag Der Seenkessel von Colomers
Über eine schöne Straße, an Almwiesen vorbei, fahren wir in 15 Min. zu einem Parkplatz beim Thermalbad Banhs de Tredos (1.750 m) und von dort per Geländewagen zum Ausgangspunkt unserer Wanderung auf 2.000 m. Dann folgen wir einem steinigen Waldweg aufwärts und können uns an der alpinen Flora erfreuen. 15 Min. geht es steil hinauf zum ersten See, einem Moorsee. Über teils steile Grashänge wandern wir sodann sanft aufwärts zur Seenplatte und in 45 Min. zum größten See des Kessels, Obago (2.230 m). Nach einer langen Pause steigen wir über kleinere und größere Granitblöcke allmählich auf zum steilen Pass Podu (2.600 m), dem höchsten Punkt unserer Tagesetappe. Im Juli verläuft ein Teil des Aufstiegs zum Podu Pass über Schneehänge. (Firnfelder). Hier überrascht das herrliche Panorama - Granitgipfel und weiße Firnfelder rund um den Eissee! Nach der Mittagspause steigen wir über Grashänge wieder ab. Wir überqueren drei kleine Bäche, erreichen nach 2 Std. den Stausee Colomers und nach weiteren 30 Min. den Parkplatz.
5. Tag Romanische Kunst in den Pyrenäen
Durch den Tunnel von Vielha fahren wir ins benachbarte Boí-Tal (1,25 Stunden), ein schmales, tief in den katalanischen Pyrenäen gelegenes Tal. Weit entfernt von Handelsstraßen und Städten, entstanden hier vor hunderten von Jahren 7 kleine Dörfer. Ihre Schmuckstücke - mehrere romanische Kirchen, die zu den schönsten Kirchen in den Pyrenäen zählen - wurden von der UNESCO im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erklärt. Wir besichtigen Sant Climent de Taüll - eine herrliche Kirche mit 3 von Säulen getrennten Schiffen und einem freistehenden sechsstöckigen Glockenturm mit Zwillingsfenstern - sowie die Kirche Santa Maria de Taüll (1.485 m), die als besonders schöne Beispiele romanischer Architektur in Katalonien gelten. Anschließend beginnt unsere Wanderung. Eine Augenweide sind die blumenübersäten Wiesen. Wir laufen abwärts zum Dorf Boí (1.286 m) und sehen uns die romanische Kirche Sant Joan de Boí (12. Jh.) an. Ein kurzer, steiler und wegloser Grasshang (ca. 100 m) führt uns weiter bergab. Mit unseren Teleskop-Stöcken ist er leicht zu überwinden. Dann folgen wir dem alten Weg leicht aufwärts bis zum Bergdorf Durro (1.348 m) und kehren dort in einem urigen Lokal ein, ehe wir die Rückfahrt antreten.
6. Tag Von Granitgipfeln umgebene, wunderschön gelegene Bergseen - Gerber-Tal
Zum Startpunkt unserer Wanderung fahren wir mit dem Bus über den Bonaigua-Pass (ca. 2.072 m), vor Eröffnung des Vielha-Tunnels 1948 einst einzige Verbindungsstraße nach Spanien. Unser Wandergebiet, das Gerber-Tal, gehört seit Oktober 2006 zum Nationalpark de Aigües Tortes i Estany de Sant Maurici. Der etwa 105 qkm große Nationalpark, eines der ältesten Naturschutzgebiete Spaniens, erstreckt sich südlich des Aran-Tals. Vom Parkplatz aus (1.900 m) wandern wir auf einem Waldpfad leicht aufwärts bis zu einem kleinen, mit Schilf bewachsenen Moorsee (2.000 m). Kurz danach erreichen wir einen von Granitgipfeln umgebenen kleinen See und anschließend gelangen wir zum großen, etwa 60 m tiefen Gerber-See (2.150 m). Von hier ist ein Abstecher zum Estany de l'Illa (2.400 m) möglich (etwa 2,5 Std. hin und zurück). Auf bekannter Route gehen wir wieder zurück.
Teilnehmer/-innen, die den Weg zum oberen See nicht machen möchten, verweilen am Gerber-See bis zur Rückkehr der Gruppe. Mehrmals führt der Weg heute über griffige Granitblöcke. Teilweise ist der Aufstieg steiler.
7. Tag Die schönen Dörfer von Val d'Aran
Zuerst fahren wir zur Hauptstadt des Aran-Tals, Vielha, und besichtigen die Pfarrkirche und die Altstadt. Dann setzen wir die Fahrt bis zum kleinen Bergdorf Benós (910 m) fort und wandern zum nächsten Dorf, Begós. Die hiesigen Pfade - alte steingepflasterte Verbindungswege - wurden früher von den Dorfbewohnern, aber auch von Reisenden und Schmugglern benutzt; in der Nähe verläuft die französische Grenze. Ein etwas steiler Aufstieg führt uns nach Vilamós (1.255 m), in der Ferne zeigt sich der Pico Aneto (3.404 m). Nach Besichtigung eines typisch aranesischen Herrenhauses wandern wir über einen Pass (1.300 m) und kommen nach einem leichten Abstieg zu den beiden kleinen Dörfern Arres de Sus (1.225 m) und Arres de Jos. Dazwischen liegt die Pfarrkirche. Durch einen Wald gehen wir nach Arró und weiter nach Benós auf steingepflasterten Wegen zurück nach Es Bordes (852 m).
8. Tag Die Besiberri-Seen
Durch den Tunnel von Vielha fahren wir bis zum Ospitau de Vielha und starten auf 1.550 m in der Umgebung dieser Herberge für Pilger und Reisende (12. Jh.) zu unserer Wanderung. Zu Beginn geht es über Wiesen, dann beginnt der teils steile Aufstieg durch Tannen- und Buchenwald. Wir laufen an einem Wildbach mit prächtigen Wasserfällen entlang und kommen zum ersten Besiberri-See auf 2.000 m. Immer wieder gilt es über kleine und größere Granitblöcke zu gehen. Eine grandiose Berglandschaft tut sich vor uns auf. In 45 Min. haben wir den oberen Besiberri-See (2.140 m) erreicht. Von diesem höchsten Punkt unserer Tagestour ist der dreigipfelige Berg Besiberri (3.000 m) sowie der Pico Aneto im Westen zu sehen. Auf bereits bekannter Route steigen wir ab und können unterwegs vielleicht die Pfeiftöne der Murmeltiere hören. Zum Abschied des Tages können wir in das Refugi de Conangles einkehren.
9. Tag Heimreise
Wir fahren zurück nach Toulouse für unseren Rückflug nach Deutschland.
Generelle Hinweise
Anschlussflüge nach Verfügbarkeit: ab anderen deutschen Städten Euro 80, ab Österreich/Schweiz ab Euro 150
Charakter der Tour und Anforderungen
Bei dieser Tour unternehmen Sie 3- bis zu 6-stündige Wanderungen (reine Gehzeit - ohne Pausen). Sie sollten gewohnt sein, die genannte reine Gehleistung mehrere Tage hintereinander mühelos zu erbringen, ausdauernd, und vor allem trittsicher sein (gemeint ist sicheres Gehen auf unterschiedlich beschaffenem Gelände, wie kleine und größere Granit Blöcke, Bachüberquerungen je nach Jahreszeit mit viel/ wenig Wasser, Firnfelder in Juli). Pro Tag sind maximal 600 Höhenmeter im Aufstieg bzw. Abstieg zu überwinden. Wir empfehlen, sich für diese Reise durch regelmäßige Wanderungen und Konditionstraining vorzubereiten.
Während der gesamten Reise übernachten Sie in einem kleinen, gepflegten 2-Sterne Hotel (Landeskategorie) mit einem bezaubernden Ambiente in dem aranesische und moderne Elemente verschmelzen. Im alten Dorfkern von Salardú gelegen, haben Sie eine wunderbare Aussicht auf den Gipfel des Aneto und finden hier Ruhe und Erholung.
Ihre Unterkunft verteilt sich auf 3 Etagen und verfügt über insgesamt 18 voll-ausgestattete Zimmer (Fön und Handtuch vorhanden). Im Aufenthaltsraum steht Ihnen (eigener Computer) ein kostenfreier Internetzugang zur Verfügung.
Das Frühstück in Büffet-Form (u.a. Müsli, Obst, Käse, Wurst, verschiedene Kaffees und Brotarten) wird im Hotel serviert. Am Abend essen Sie in einem urig - gemütlichen Restaurant, das sich 400 Meter vom Hotel entfernt befindet. Hier wird gute regionale Küche aufgetischt und Sie können zwischen 12 Vor- und Hauptspeisen wählen (4 vegetarische Gerichte).
Freizeitanteil: Beachten Sie, dass reine Gehzeiten angegeben sind. Pausen oder Erläuterungen durch Ihre Reiseleiterin kommen extra hinzu. Somit verlängern sich die Tage und Sie sind erst am späten Nachmittag wieder zurück im Hotel. Da Sie in einer Standortunterkunft untergebracht sind, können Sie gerne auch mal einen Tag - auf eigene Faust - aussetzten. Kulturwanderreise mit Standortunterkunft; gute Wanderwege, Bergpfade und Forstwege,
teilweise wegloses Gelände; Trittsicherheit nötig.
Klima
Der Sommer ist in der Regel trocken und warm, in den höheren Lagen kann es jedoch auch empfindlich kühl werden. Bei Wetterumschwüngen kann es zu eingeschränkter Sicht und Niederschlag kommen.
Folgende Durchschnittswerte mögen als Anhaltspunkt gelten (Abweichungen davon sind natürlich möglich): Tagestemperatur 23°C, Nachttemperatur 16°C (Juli/August); Sonnenstunden pro Tag: 8 (Juli), Regentage pro Monat: 4 (Juli).
Ausrüstung & Gepäck
Für die einzelnen Tagesetappen brauchen Sie gute, eingelaufene, knöchelhohe Bergschuhe (Anwendungsbereich/Kategorie "A/B") mit kräftiger Profilsohle. Leichte, atmungsaktive Wanderbekleidung gehört zur Ausrüstung, z.B. Funktionskleidung mit Merinowolle und Fleece-Bekleidung, da diese warm und leicht ist und sehr schnell trocknet - sowie Regen- und Windschutz, den Sie bei Bedarf nach dem "Zwiebelschalen-Prinzip" an- und ablegen können. Ebenso sollten Sie Badesachen für die Bäche unterwegs mitnehmen. Wichtig ist ausreichender Sonnenschutz: helle Kopfbedeckung und Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor. Ferner benötigen Sie einen Tagesrucksack (ca. 25 - 30l), eine Wasserflasche mit bis zu 2 l Fassungsvermögen und einen verschließbaren Plastikbehälter für Ihr Mittagspicknick (Müllvermeidung). Teleskop-Wanderstöcke sind insbesondere für die Abstiege zu empfehlen (sofern Sie es gewohnt sind, damit zu gehen).
Beachten Sie bitte unsere ausführliche Ausrüstungs-Checkliste für diese Tour, die Ihnen mit den ersten Reiseunterlagen zugeht.
Sie können einen Koffer oder eine Reisetasche auf diese Reise mitnehmen.