Spanien - Gipfel-Trekking in den Pyrenäen
9-tägige hochalpine Durchquerung mit dem Tourenrucksack
Die Berge der Pyrenäen: Aneto, Posets und Grand Vignemale
Auf den Monte Perdido - höchster Kalksteingipfel Europas
Cirque de Gavernie: Felskessel mit hohen Wasserfällen
Steinlandschaften, Gletscher, Bergseen und grüne Hochtäler
Zugriff auf das Hauptgepäck an 5 Tagen der Tour
Französische und spanische Berghütten mit guter Verpflegung
Diese wildromantische Grenzwanderung zwischen Frankreich und Spanien ist unser besonderer Tipp für alle erfahrenen Bergsteiger mit sehr guter Kondition. Schnüren Sie Ihre Stiefel und starten Sie zu einem Gipfel-Trekking im Herzen der Pyrenäen. Mit ihren rund zweihundert 3.000ern ist diese eindrucksvolle Bergwelt Heimat seltener Greifvögel und zahlreicher Pflanzenarten. Steinlandschaften mit bizarren Felsformationen, Gletscherfeldern und glitzernden Hochseen wechseln ab mit grünen Hochtälern, rauschenden Wasserfällen und Blumenwiesen.
Reiseverlauf
1. Tag Anreise
Flug nach Toulouse. Nach der Landung werden wir von unserem Reiseleiter empfangen und fahren (in ca. 3 Std.) in die Pyrenäen nach Cauteret. (Flughafentransfer nur in Verbindung mit dem Gruppenflug.) Mitten durch den Luft- und Thermalkurort tost der Wildbach Gave de Cauterets und erfüllt das kleine Gebirgsstädtchen mit Leben. In der goldenen Epoche, gegen Ende des 19. Jh., wurde hier eine Anzahl ansehnlicher Hotels errichtet, um insbesondere dem Pariser Publikum einen Kuraufenthalt mit größtmöglichem Komfort zu bieten. Nach einem Rundgang durch den Ort fahren wir noch einmal 15 Min. ein Stück tiefer in die Berge hinein. Am Parkplatz Pont d'Espagne packen wir unser Gepäck für die kommenden zwei Tage, schultern unsere Rucksäcke und erreichen nach einem kurzen Marsch (ca. 15 Min.) unsere erste Unterkunft (1.522 m) im fruchtbaren Vallée de Marcadau. Wir richten uns ein und unternehmen je nach Zeit, Lust und Wetter eine Eingeh-Wanderung in der Umgebung.
2. Tag Refuge des Oulettes de Gaube (2.151 m)
Im Dunkeln starten wir zu unserer ersten Etappe. Wir queren das Cayan-Plateau bis zur Marcadau-Hütte (1.865 m), steigen dann ins einsame Arratille-Tal bis zum gleichnamigen See und wandern hinauf zum Pass (2.528 m). Unser erster Ausflug auf spanischer Seite führt uns ins Aran-Tal. Einem anspruchsvollen kurzen Abstieg folgt der Gegenanstieg und wir erreichen den Mulets-Pass (2.591 m). Von dort genießen wir den wunderschönen Ausblick auf Vignemale und die Ledormeur-Rinne, auf das Oulette-Plateau und die Vignemale-Nordwand. Nach einem kurzen, steilen Abstieg erreichen wir unsere erste Hütte am Fuße der Wand.
3. Tag Petit Vignemale (3.032 m) - Refuge de Bayselance (2.650 m)
Nach dem Frühstück starten wir zu unserem ersten Dreitausender, dem Petit Vignemale (3.032 m). Von der Hütte steigen wir auf dem Weitwanderweg GR10 in Serpentinen auf. Bei gutem Wetter bietet sich von hier aus ein grandioser Blick auf die Nordwand des Grand Vignemale (3.298 m) und den Talabschluss des Vallée de Gaube.
Nach 2,5 Std. erreichen wir den Ourquette d'Ossou und nach weiteren 15 Min. die höchste bewirtschaftete Hütte der Pyrenäen, die Refuge de Bayselance (2.650 m).
Der Petit Vignemale bietet einen wunderschönen Blick ins Gaube- und Ossou-Tal und auf den Vignemale-Gletscher. Im Osten liegen mit Gavarnie, Marboré, Taillon und Monte Perdido unsere Anlaufpunkte der nächsten Tage…
4. Tag Grand Vignemale (3.298 m)
Wir starten zu unserem ca. 3-stündigen Aufstieg zum Gipfel des Grand Vignemale - höchster Gipfel der französischen Pyrenäen. Von der Hütte aus führt der Steig zunächst östlich etwas bergab und zweigt dann in einer Spitzkehre (ca. 2.520 m) von den hier zusammen verlaufenden Fernwanderwegen HRP (Haute Randonnée Pyrénéenne) und GR 10 (Grand Randonnée) nach Süden ab. Über felsiges Gelände, entlang der Gletscherbäche von Ossoue gewinnen wir rasch an Höhe und gelangen an das untere Ende des Ossoue-Gletschers. Je nach Zustand des Gletschers legen wir hier unsere Steigeisen an oder gehen zunächst noch ein Stück am unteren Gletscherrand südlich bis zum Crête Monferrat weiter. Nach der Überquerung des Gletschers erklimmen wir über Fels und Stein die letzten Meter bis zum Gipfel. Von hier bietet sich eine großartige Aussicht: in östlicher Richtung auf den Cirque de Gavarnie und das Massiv des Monte Perdido, unsere nächsten Ziele, nach Westen auf den Pic d'Ossau und nach Norden bis in die weiten Ebenen Frankreichs. Der Abstieg verläuft zunächst über die Aufstiegsroute und dann weiter talauswärts Richtung Gavarnie bis zum Barrage d'Ossoue (Stausee). Hier werden wir abgeholt und fahren mit dem Bus in ca. 10 Min. nach Gavarnie. Jetzt haben wir auch wieder Zugriff auf unser Hauptgepäck.
5. Tag Brèche de Roland (2.807 m)
Von Gavarnie aus wandern wir taleinwärts durch den "Cirque de Gavarnie", einen grandiosen Felskessel, an dessen bis zu 1.000 m hohen Steilwänden Wasserfälle kaskadenartig in die Tiefe stürzen - ein unvergessliches Naturschauspiel und Raumerlebnis. Über die Echelle führt der Aufstiegsweg durch die Felswände bis zum Refuge des Sarradets (2.587 m). Hier angekommen, können wir unsere Rucksäcke leeren, etwas essen und anschließend weiter wandern. Ca. 250 Meter oberhalb der Hütte überqueren wir durch das sagenumwobene Felstor Brèche de Roland (2.807 m) die Grenze zu Spanien. Von hier können wir einen leichten Dreitausender, den Taillon (3.144 m), besteigen (Abstieg länger). Der sehr schöne Weg verläuft am Fels entlang sowie über einen breiten Grat. Am Nebengipfel Doigt du Taillon wandern wir bis zum Gipfel und steigen auf demselben Weg bis zur Sarradet-Hütte ab, in der wir übernachten.
Durch einen kurzen Bustransfer ab Gavarnie besteht die Möglichkeit, den Aufstieg um 750 Höhenmeter zu kürzen, z. B. bei Schlechtwetter.
6. Tag Monte Perdido (3.355 m)
Heute steht uns die schönste und längste Etappe bevor! Unsere hochalpine Durchquerung verläuft auf verborgenen Wegen, pfadlosem Blockgelände und über Schotter zumeist oberhalb der 3.000 m-Grenze. Wir starten sehr früh von der Sarradet-Hütte, überqueren die Bréche de Roland und gehen südlich in Richtung Marboré Gipfel. Über den Collados de los Sarrios unterhalb von El Casco (3.007 m) sowie la Torre de Marboré (3.011 m) und weiter bis zum Collado de la Cascade (3.000 m) steigen wir sowohl auf als auch ab, bis wir ein Stück unterhalb des Cilindro de Marboré (3.335 m) den gefrorenen See unterhalb des Cilindre-Passes erreichen. Hier folgen wir der normalen Aufstiegsroute zum Monte Perdido. Über Serpentinen und eine steile Schuttrinne erreichen wir den dritthöchsten Berg der Pyrenäen. Eine wunderbare Aussicht bietet sich uns auf den Vignemale im Westen sowie auf das Massiv von Néovielle im Norden. Die Hälfte unseres Tagesziels haben wir geschafft!
Nun wählen wir die Route über die Nordseite des Monte Perdido über den Collado del Cilindro. Unser Weg zum Lac du Marboré (2.650 m) führt über Felsränder sowie kleine Gletscher-Reste. Weiter wandern wir über den Cirque de Pineta bis zum Parkplatz Parador de Monte Perdido. Ein 20-minütiger Transfer bringt uns nach Bielsa, wo wir wieder Zugriff auf unser Hauptgepäck haben und übernachten.
7. Tag Ruhetag
Der heutige Tag steht uns zum Ausspannen und zur Erholung zur Verfügung.
Am Vormittag können wir Aínsa mit seiner mittelalterlichen Burg genießen und die Gelegenheit nutzen, ein paar Sachen für die kommenden Tage einzukaufen. Am Nachmittag gelangen wir zu unserer nächsten Unterkunft, der Viados-Hütte, und unternehmen - je nach Zeit, Lust und Wetter - eine kleine Wanderung in der wunderschönen, grünen Umgebung.
8. Tag Gipfel Posets (3.375 m) - Benasque
Ausgeruht brechen wir direkt von der Hütte zu unserem nächsten Gipfelziel, dem Posets - zweithöchster Pyrenäengipfel - auf. Wir folgen in östlicher Richtung der GR 11 entlang einem kleinen Fluss durch das fruchtbare Tal Val de Millars und steigen in Kehren hinauf zum Sattel Colado de Eriste auf ca. 2.830 m (Gehzeit ca. 3 Std.). Wir wechseln auf die Südseite des Posets-Massivs und steigen über Schotter-Gelände ein kleines Stück bis zum Llardaneta-See ab. Wer möchte, kann sein Gepäck hier deponieren, denn auf dem Rückweg werden wir erneut hier vorbeikommen. Nun geht es auf der Normalroute über Fels und Schneefelder das tief eingeschnittene Tal des Canal Fonda hinauf. Bald ist es geschafft! In Serpentinen über Felsblöcke und Schotterfelder erreichen wir das Gipfelkreuz (Gehzeit ab dem Collado de Eriste ca. 2 bis 3 Std.). Bei gutem Wetter ist die Aussicht von hier oben wahrscheinlich die vollständigste der gesamten Pyrenäen, bildet dieses gewaltige Massiv doch das Herz des Gebirges.
Der Abstieg nach Benasque führt wieder über den Canal Fonda durch das Tal Val de Llardaneta, vorbei an der Hütte Refugio Angel Orrus (2.095 m) bis zur Puente Espingantosa (1.505 m). Hier fahren wir zu unserer Unterkunft im kleinen Talort Benasque (Zugriff auf das Hauptgepäck).
9. Tag Renclusa-Hütte (2.140 m)
Ein ruhiger Tag liegt vor uns. Mit dem Bus fahren wir ca. 20 Min. durch das Valle de Benasque, vorbei am Hospital de Benasque bis zum Ausgangspunkt für den kurzen Aufstieg zur Renclusa-Hütte (2.140 m). In der Umgebung der Renclusa-Hütte unternehmen wir am Nachmittag eine kleine Wanderung.
10. Tag Pico de Aneto (3.404 m)
Heute ist wieder Gipfeltag! Wir besteigen den König der Pyrenäen, den Pico de Aneto. In den frühen Morgenstunden brechen wir auf und folgen den sich stetig emporwindenden Serpentinen in Richtung Süden bis zur kleinen Scharte des Portillon Superior. Von hier aus sehen wir - bei gutem Wetter - bereits unser heutiges Ziel. Es folgt ein kurzer, felsiger Abstieg, bevor wir die Schnee- und Eisfelder des Aneto-Gletschers erreichen und unseren Aufstieg in Richtung Gipfel fortsetzen. Das letzte Stück bis zum Gipfel verläuft wieder über Schotter- und Felskehren. Wer sich mit dem bunt geschmückten Aluminium-Kreuz fotografieren lassen will, muss noch ein paar Meter über eine ausgesetzte Felspassage "kraxeln". Erfüllt von unserem Bergerlebnis steigen wir vom "Dach der Pyrenäen" über das Valle des Barrancs und den Collado de Renclusa bis zum Refugio de Renclusa ab.
11. Tag Rückkehr auf die französische Seite
Nach dem Frühstück brechen wir direkt von der Hütte zu unserer letzten Wanderetappe auf. Je nach Wunsch der Gruppe geht es über den Port de Benasque (2.400 m) und Pico de Sauvegarde (2.738 m) oder alternativ über den Port et Cirque de la Glere (2.367 m) und den Lac Vert (2.001 m) mit Abstieg in Richtung Vallée du Lys (letztere Variante mit längerem Abstieg).
Mit dem Bus erreichen wir in ca. 20 Min. unsere letzte Unterkunft in der Nähe von Bagnères de Luchon. Wegen seiner großartigen Gebirgslandschaft wird der Ort allgemein als das Zermatt der Pyrenäen bezeichnet. Wir haben Zugriff auf unser Hauptgepäck und essen - je nach Wunsch der Gruppe - in der Pension zu Abend oder in einem Restaurant, z. B. in Luchon (im Reisepreis nicht eingeschlossen).
12. Tag Fahrt nach Toulouse - Heimreise
Wir fahren nach Toulouse und können, je nach Zeit und Lust, noch eine kleine Tour durch die Altstadt der wegen ihrer Backsteinbauten auch "Ville rose" genannten Stadt machen bevor wir zum Flughafen gebracht werden und unseren Rückflug nach Deutschland antreten.
Generelle Hinweise
Anschlussflüge nach Verfügbarkeit ab anderen deutschen Städten Euro 80, ab Österreich/Schweiz ab Euro 150
Charakter der Tour und Anforderungen
Bei dieser Tour handelt es sich um eine hochalpine Durchquerung. Die Touren verlaufen meist über wegloses, alpines Gelände (schmale Hochgebirgspfade, Blockgelände, Gletscher). Für die Anstiege zu den geplanten Gipfeln sind Kletterkenntnisse notwendig (2-3 UIAA) und eine sehr gute körperliche Gesamtverfassung: Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit in allen Geländearten sowie der sichere Umgang mit Pickel und Steigeisen Voraussetzung. 4- bis 6-stündige Aufstiege (bis zu 1.700 Höhenmeter) mit den entsprechenden Abstiegen (bis zu 2.250 Höhenmeter) sind zu bewältigen. Die durchschnittlichen reinen Gehzeiten (ohne Pausen) betragen etwa 8 Stunden. Während der Durchquerung tragen Sie Ihren Rucksack selbst. Nehmen Sie deshalb möglichst nicht mehr als 12 kg mit. Wir empfehlen Ihnen sich für diese Reise mit regelmäßigen, ausgedehnten Bergbesteigungen mit einem Tourenrucksack vorzubereiten.
An den Tagen 4, 6 - 8 und 11 haben Sie Zugang zu Ihrem Hauptgepäck und damit die Möglichkeit, Ihre Sachen zu wechseln.
Ein Ruhetag sorgt für Ausgleich und Erholung, Sie sollten dennoch über sehr gutes Durchhaltevermögen verfügen.
Bei einer Tour dieser Art werden Kameradschaft, Gemeinschaftsgeist und die Bereitschaft zur Anpassung von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erwartet.
Auf den Hütten finden Sie eher einfache Verhältnisse vor. Die angebotene Verpflegung ist jedoch meist reichhaltig und gut. Trinkbares Wasser können Sie in den Hütten erstehen oder an einigen Quellen in Ihre Flasche nachfüllen.
Diese Tour ist nur erfahrenen Bergsteigern zu empfehlen. Sie entspricht insgesamt den Anforderungen einer 3-Fuß-Tour, wobei die Tage 4, 5, 6, 8 und 10 aufgrund der Gehzeiten, des Geländes (Gletscher und leichte Kletterstellen) und zu bewältigenden Höhenmeter einer 4-Fuß-Tour entsprechen. (Die Anforderungen entnehmen Sie bitte der Schwierigkeitsbewertung in unserer Programmübersicht.) Wegloses, alpines Gelände (u. a. Blockgelände, Gletscher); sehr gute Kondition, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, erste Erfahrung mit Pickel und Steigeisen nötig.
Klima
Das Klima in den Pyrenäen ähnelt dem der Alpen, ist jedoch extremer. Die Pyrenäen bilden eine natürliche Wetterbarriere. Die Witterung auf der französischen Seite ist wechselhafter und feuchter als auf der spanischen Seite, wo sonniges und trockenes Wetter vorherrscht. Im Sommer können die Temperaturen tagsüber bis auf 40 Grad ansteigen und nachts auf 0 Grad sinken. Schnelle Wetterwechsel sind für die Pyrenäen charakteristisch.
Ausrüstung
Für diese Reise sollten Sie gute hochtouren- und gletschertaugliche Kleidung und Ausrüstung mitbringen: gut-eingelaufene, bedingt-steigeisenfeste Bergstiefel mit guter Profilsohle, Steigeisen (keine Grödeln, keine Leichtsteigeisen), Klettergurt (Hüftgurt mit einem Schraubkarabiner) und einen Eispickel. Auf Anfrage und nach Voranmeldung können Sie einen Klettergurt (inkl. einem Schraubkarabiner), einen Eispickel sowie Steigeisen vor Ort kostenfrei leihen.
Wir empfehlen sowohl atmungsaktive, leichte als auch warme, wind- und regenundurchlässige Kleidung. Bewährt hat sich das "Zwiebelschalenprinzip", wodurch Sie sich den im Hochgebirge immer möglichen Wetterumschwüngen leicht anpassen können. Bei Schönwetter ist die Sonneneinstrahlung stark - sehr guter und hoher Sonnenschutz ist wichtig!
Beachten Sie bitte unsere ausführliche Ausrüstungs-Checkliste für diese Tour, die Ihnen mit den ersten Reiseunterlagen zugeht.
Gepäck
Sie brauchen eine Reisetasche für Ihr Hauptgepäck-Depot sowie einen Tourenrucksack (ca. 40 - 50l).