Island - Hochlandtrekking zwischen Feuer und Eis

Trekkingfreunde aufgepasst: Hier lernen Sie die weniger bekannte Seite Islands kennen. Im rauen, menschenleeren Hochland Westislands mit seinen vielen fischreichen Seen, Kratern, Moränen und Lavahöhlen erleben Sie Natur pur. Endlos erscheint die baumlose Landschaft, bis weit hinten am Horizont schneebedeckte Berge den Blick auffangen. Die Hütten, die Sie für die Nacht aufsuchen, stehen Ihnen meist exklusiv zur Verfügung - auf Island in der Hochsaison ein Luxus. Sie tragen lediglich Ihr für diese Zeit benötigtes Gepäck, das Hauptgepäck wird deponiert. Während des zweiten Teils der Reise erkunden Sie die Halbinsel Snaefellsnes. Neben ihrem berühmten Gletscher Snaefellsjökull (1.446 m), mit der weißen Gletscherkappe auch "Königin" von Snaefellsnes genannt, finden Sie hier tosende Wasserfälle, geheimnisvolle Lavahöhlen, von Zugvögeln bevölkerte Felsen, Fjorde, einsame Strände und in den Wellen spielende neugierige Robben. Die gewaltige Natur Islands mit der mächtigen Dampfsäule des Strokkur-Geysirs, dem goldenen Wasserfall Gullfoss und der berühmten Parlamentsstätte Thingvellir im gleichnamigen Nationalpark wird Ihnen lange in Erinnerung bleiben.

Reiseverlauf

1. Tag Anreise

Flug mit Icelandair von Frankfurt nach Keflavik. Wir werden am Flughafen Keflavik empfangen und fahren mit einigen aussichtsreichen Stopps zum Gasthaus Husið, wo wir zu Abend essen und übernachten.
Gehzeit: 1h; Aufstieg: 0m; Abstieg: 0m; Übernachtung im Landgasthaus [A]

2. Tag Hochthermalgebiet Geysir - Gullfoss-Wasserfall - Parlamentsstätte Thingvellir - Husafell

Die Farbenvielfalt der Quellen und Becken und die Wasser- und Dampfaustritte der zahlreichen Springquellen sind die Attraktion des Hochthermalgebietes Geysir. Berühmt sind der Große Geysir (dessen Jahrhunderte währende Tätigkeit allerdings 1915 endete) und sein noch tätiger "Nachbar", das sogenannte Butterfass, Strokkur. Seine Wassermassen schießen etwa alle 10 Minuten bis zu 30 m empor.
Eine besondere Faszination geht vom Wasserfall Gullfoss aus. Über seinen Kaskaden erhebt sich eine in allen Regenbogenfarben schimmernde Wasserdampfwolke, die ihm den bildhaften Namen "Goldwasserfall" eingetragen hat. Nachdem wir Islands schönsten Wasserfall bewundert haben, fahren wir zur historischen Parlamentsstätte Thingvellir, wo 930 das erste Parlament (= Althing) stattgefunden hat, und unternehmen eine kleine Wanderung.

Auf dem Weg nach Husafell machen wir Halt an Europas ergiebigster Heißwasserquelle Deidartunguhver. An die 200 Liter brodelnd heißes Wasser treten dort pro Sekunde zu Tage. Husafell liegt in einem tiefen Tal, von Bergen und Birkenwäldchen umgeben und ist im Sommer ein beliebter Ferienort. Heute und morgen übernachten wir in Zwei-Personen-Minihäuschen im Schlafsack. Wer möchte, kann im nahe gelegenen heißen Bad entspannen.
Gehzeit: 2h; Aufstieg: 30m; Abstieg: 30m; Übernachtung in Zwei-Personen-Minihäuschen [FMA]

3. Tag Hraunfossar

Unsere heutige Tageswanderung führt uns zum geschützten Naturwunder Hraunfossar und zum Wasserfall Barnafoss. Die "Lava-Fälle" (Hraunfossar) liegen unweit von Husafell und bieten ein einzigartiges Naturschauspiel: Auf einer Länge von rund 900 m treten hier - ohne vorher sichtbaren Wasserverlauf - viele Quellen direkt aus dem abgetreppten Lava-Ufer aus, gespeist von einem unterirdischen Strom. Anschließend stürzen sie als Kaskaden und Wasserfälle ins Flussbett der Hvita. Wir besteigen den kleinen Hofberg Baejarfell. Durch seltsam geformte Schluchten gelangen wir sodann zu einem Plateau vor den Gletschern Thoris-, Lang- und Eiriksjökull - welch beeindruckende Szenerie!
Gehzeit: 7h; Aufstieg: 300m; Abstieg: 300m; Übernachtung in Zwei-Personen-Minihäuschen [FMA]

4. Tag Lavahöhle Surtshellir

Der Besuch der Lavahöhle Surtshellir, Islands bekanntester Höhle, steht heute auf unserem Programm. Über ein Loch in der Lavadecke steigen wir in die etwa 1.500 m lange, tunnelartige Höhle ab, in der Menschen früher Zuflucht suchten. Anschließend wandern wir "über Stock und Stein" zur Hütte Alftakrokur und müssen unterwegs auch einen Gletscherfluss durchwaten.
Unsere Unterkünfte für die folgenden Nächte sind z. T. mit dem Jeep nicht zu erreichen. Wir müssen also auf gewohnten Komfort verzichten und während der nächsten fünf Tage das notwendigste Gepäck inklusive Schlafsack selbst tragen. Erleichterung bringen Lebensmitteldepots in den Hütten.
Gehzeit: 6-7h; Aufstieg: 100m; Abstieg: 0m; Übernachtung in einer Hütte [FMA]

5. Tag Lavastrom Hallmundarhraun - Hütte Fljotsdrög

Wir wandern entlang eines Gletscherflusses und entlang des mächtigen Lavastromes Hallmundarhraun. Dieser entstammt vermutlich verschiedenen Vulkanausbrüchen am Nordwestrand des Langjökull-Gletschers und birgt in seinem Inneren ein ganzes System von Lavahöhlen, darunter die bereits bekannte Surtshellir. Über Moränen und Sander führt unsere Route zur Hütte Fljotsdrög, die uns heute und morgen beherbergt.
Gehzeit: 7h; Aufstieg: 100m; Abstieg: 0m; Übernachtung in einer Hütte [FMA]

6. Tag Tagestour in der Umgebung

Auf einer Tagestour erkunden wir unsere Umgebung. Der Krater, aus dem der 50 km lange Lavastrom Hallmundarhraun geflossen ist, sowie die Gletscher Eiriksjökull und Langjökull rücken in greifbare Nähe.
Gehzeit: 6-7h; Aufstieg: 300m; Abstieg: 300m; Übernachtung in einer Hütte [FMA]

7. Tag See Arnarvatn

Über Moränenhügel und vorbei am See Arnarvatn wandern wir zur Hütte Lonaborg, in der Seenplatte Arnarvatnsheidi gelegen. Bisher wurde die Szenerie eher von unbelebter Natur bestimmt; hier dominiert nun die belebte, jedoch keineswegs liebliche Natur - obwohl subarktische Flora und Fauna durchaus nicht des Reizes entbehren.
Gehzeit: 7h; Aufstieg: 100m; Abstieg: 100m; Übernachtung in der Hütte Lonaborg [FMA]

8. Tag Erkundung in der Umgebung von Lonaborg

Wir erkunden die Umgebung von Lonaborg und fischen gemeinsam unser Mittagessen. Das Wandern ohne Gepäck wird uns heute sicher zum Genuss.
Gehzeit: 2h; Aufstieg: 0m; Abstieg: 0m; Übernachtung in der Hütte Lonaborg [FMA]

9. Tag Letzte Hochland-Wanderetappe - Fahrt nach Brekkulaekur

Nach einer etwa 6-stündigen Wanderetappe erreichen wir eine Piste. Dort werden wir von unserem Fahrzeug aufgenommen und zurück ins bewohnte Farmland und zum Gästehaus auf dem Hof Brekkulaekur gebracht, wo wir heute und morgen übernachten.
Gehzeit: 6h; Aufstieg: 0m; Abstieg: 100m; Übernachtung auf dem Hof Brekkulaekur [FMA]

10. Tag Seehundkolonie - Vogelfelsen - Dorf Hvammstangi

Heute erkunden wir zu Fuß und mit dem Auto die kleine aber schöne Halbinsel Vatnsnes. Bei kleinen Wanderungen an der Meeresküste treffen wir auf eine Seehundkolonie und einen außergewöhnlichen Vogelfelsen. Unterwegs stoßen wir - auf einem 177 m hohen Hügel - auf die von Basaltmauern umschlossene Festungsanlage Borgarvirki. Bei gutem Wetter haben wir von hier einen schönen Blick auf die seenreiche Umgebung und das Meer. Der Besuch eines Seehundmuseums (fakultativ) und ein entspannendes Bad im naturheißen Schwimmbad von Hvammstangi beschließen einen ereignisreichen Tag.
Gehzeit: 3h; Aufstieg: 50m; Abstieg: 50m; Übernachtung auf dem Hof Brekkulaekur [FMA]

11. Tag Halbinsel Snaefellsnes - Fischerdorf Arnarstapi

Wir fahren weiter zur sagenumwobenen Halbinsel Snaefellsnes. Ihre zerklüfteten Lavaküsten mit den langen, sandigen Abschnitten, mit bizarren Gesteinsformationen, Höhlen und mit Felsklippen, auf denen unzählige Vögel nisten, verleihen dieser Landschaft zwischen Festland und Meer ihren besonderen Reiz. Überragt wird Snaefellsnes vom Snaefellsjökull. Dieser 1.446 m hohe Vulkan mit der strahlend-weißen Gletscherkappe - einer der schönsten isländischen Gletscher - gilt als Wahrzeichen der Halbinsel und ist durch Jules Vernes Buch "Reise zum Mittelpunkt der Erde" bekannt geworden. Sein Krater diente den Romanhelden als Abstieg ins Erdinnere.
Im Fischerdorf Arnarstapi werden wir heute und morgen in einer Schlafsackunterkunft (einfache Doppelzimmer) übernachten.
Gehzeit: 2h; Übernachtung in einer Schlafsackunterkunft [FMA]

12. Tag Gletscher Snaefellsjökull

Bei gutem Wetter lockt der "Gipfel" des Gletschers Snaefellsjökull. Bis zum Plateau ca. 50 Meter unterhalb des eigentlichen Gipfels brauchen wir keine besondere Ausrüstung. Schon von hier haben wir bei klarem Wetter großartige Ausblicke bis hinüber nach Reykjavik. Die letzte Flanke des Gipfels ist häufig vereist, so dass hier Steigeisen oder zumindest Grödeln erforderlich sind. Deshalb sehen wir davon ab, ihn ganz zu erklimmen.
Sollte das Wetter uns nicht wohl gesonnen sein, können wir alternativ entlang der bizarren Lavaküste bei Arnarstapi - bekannt für ihren Vogelreichtum - wandern und einige kulturhistorisch wichtige Orte besichtigen.
Gehzeit: 6h; Aufstieg: 800m; Abstieg: 800m; Übernachtung in einer Schlafsackunterkunft [FMA]

13. Tag Eldborg-Vulkan - Reykjavik

Nachmittags fahren wir mit dem Auto Richtung Reykjavik. Unterwegs legen wir eine Wanderung ein, die uns in etwa 3 Stunden hinauf zum Kraterrand des Eldborg-Vulkans führt. In Reykjavik essen wir in einem Restaurant zu Abend (im Preis nicht eingeschlossen).
Gehzeit: 3h; Aufstieg: 100m; Abstieg: 100m; Übernachtung in einem Gästehaus [F]

14. Tag Heimreise

Wir werden zum Flughafen nach Keflavik gebracht und fliegen zurück nach Frankfurt.

Generelle Hinweise

Charakter der Tour und Anforderungen

Diese Wandertour setzt gute Kondition und Trittsicherheit (gemeint ist sicheres Gehen auf unterschiedlich beschaffenem Gelände, wie z. B. auf feuchten, buckeligen Wiesen, schlammigem und moosigem Untergrund, auf scharfem Vulkangestein, rutschigen Felsen und einzelnen Schneefeldern am Gletscher ) voraus. Das Trekking führt größtenteils durch touristisch unerschlossenes Gebiet, so dass Sie die meiste Zeit in weglosem Gelände unterwegs sind. Die einzelnen Tagesetappen schwanken zwischen 2 und 7 Stunden Gehzeit, wobei keine nennenswerten Steigungen zu bewältigen sind.An den meisten Tagen werden Sie nur Ihr Tagesgepäck (Anorak, Pullover, Trinkflasche, Fotoapparat etc.) tragen. Während der 5 Tage im Hochland sind die drei Hütten jedoch nicht mit dem Fahrzeug erreichbar, so dass Sie während drei Wanderungen Ihr benötigtes Gepäck selbst tragen müssen (inkl. Schlafsack und einen Teil der Verpflegung: Wandergepäck ca. 9 kg). Wir empfehlen Ihnen deshalb, einen großen Rucksack mitzunehmen. Packen Sie bitte möglichst zweckmäßig, um sich nicht unnötig zu belasten. Persönliches Gepäck, das während der 5-tägigen Hochlandwanderung (5. - 9. Tag) nicht benötigt wird, kann am 4. Tag zum Hof Brekkulaekur vorausgeschickt werden, wo die Gruppe am 9. Tag ankommt.Während des Trekkings sind Sie in einfachen, beheizbaren Wanderhütten (auf Matratzen) untergebracht. Bitte stellen Sie sich auf einfachste Verhältnisse ein. Die Hütten im Hochland bestehen zum Teil nur aus einem Raum, in dem auch geschlafen wird. Alle Hütten haben WC, lediglich eine Hütte hat auch eine Dusche, ansonsten gibt es in den Hütten kein fließendes Wasser. Die Hütten sind nicht bewirtschaftet, verfügen aber über Lebensmittel-Depots. Beherzigen Sie bitte unser Anliegen, bei den notwendigen Aufräumarbeiten und dem Erstellen der Lunchpakete mitzuhelfen. In Reykjavik übernachten Sie in einem Gästehaus.Während dieser Tour erhalten Sie volle Verpflegung (d. h. Frühstück, Picknick/Reiseproviant und warmes Abendessen) mit Ausnahme von Reykjavik (hier nur Frühstück). Die Mahlzeiten werden von Ihrem Wanderführer zubereitet; helfen Sie dabei bitte mit. Teamgeist und Kameradschaft werden während dieser Reise groß geschrieben - sie tragen erfahrungsgemäß wesentlich zum Gelingen einer Tour bei.

Einreisebestimmungen:

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger benötigen zur Einreise nach Island einen mindestens 3 Monate über den Aufenthalt hinaus gültigen Reisepass oder eine mindestens 3 Monate über den Aufenthalt hinaus gültige nationale Identitätskarte/Personalausweis.Für Reisen nach Island sind keine Impfungen vorgeschrieben. Ausführliche Informationen erhalten Sie beim unabhängigen Auskunftsservice für Touristen über Gesundheitsrisiken im Ausland unter der Tel.Nr. 0900/1234-999 (1,80 € pro Minute) oder unter www.gesundes-reisen.de

Wichtige Hinweise:

Das Wetter in Island ist unberechenbar und bedingt somit den Tourenablauf. Ungünstige Verhältnisse (Regen, Schnee, überflutete Bäche etc.) können zu Verschiebungen oder Programmänderungen führen. Wir behalten uns diese Änderungen vor. Teilnehmer/-innen an dieser Reise sollten bereit sein, sich den örtlichen Gegebenheiten anzupassen, aktive Mithilfe zu leisten und schwierigen Situationen mit Verständnis und Geduld zu begegnen. Selbstverständlich ist es das Ziel Ihrer Reiseleitung, sämtliche Programmpunkte zu erreichen. Eine Garantie für die exakte Einhaltung der vorliegenden Ausschreibung können wir jedoch nicht geben. Wir bitten um Ihr Verständnis. Zudem weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass Sie auf eigene Gefahr an der Reise teilnehmen.Bitte beachten Sie, dass wir vor allem bei kurzfristigen Buchungen von Flügen oder Anschlussflügen ab anderen deutschen Flughäfen keinen Einfluss auf die Übergangszeiten hat und sich durchaus einige Stunden Aufenthalt ergeben können.

Klima

Die beste Jahreszeit für Reisen nach Island ist Juni bis September. Von Mai bis Anfang August sind die Nächte hell, im Juni ist Mittsommer. Das Wetter ist veränderlich, windig aber ohne extreme Schwankungen. Dank des Golfstroms hat Island ozeanisches Klima. Die durchschnittliche Temperatur in Reykjavik liegt im Sommer zwischen 10° und 12°C. Im Hochland bleibt der Schnee oft bis Juni liegen. Hier kann das Thermometer auch im Sommer bis auf 0°C sinken.

Ausrüstung

Entsprechend den klimatischen Bedingungen sollten Sie warme Kleidung für diese Reise mitführen (Pullover, warme Unterwäsche, Anorak, Regenschutz), ebenso wasserdichte, knöchelhohe Bergschuhe (Anwendungsbereich/Kategorie B) mit kräftiger Profilsohle, Wandersandalen für die Flussdurchquerungen, einen warmen Schlafsack sowie Badeanzug (Badegelegenheit in den heißen Quellen). Beachten Sie bitte unsere ausführliche Ausrüstungs-Checkliste für diese Tour, die Ihnen mit den Reiseunterlagen zugeht.

BUCHEN / VORMERKEN