Portugal - in Ruhe erwandern
Klar kann man in Portugal auch nur am Strand liegen. Wer aber mehr erleben und sich dabei auch noch „füßisch“ fortbewegen will, wird bei dieser Studienreise voll auf seine Kosten kommen. Wir wandern an der Algarve, durch Korkeichenwälder, in den Weinterrassen des Dourotals, im hohen Sternengebirge. Unterwegs begegnen uns viel Natur, Sonne, Barockes und Ruinen, Parks und Meer. Wir reisen in die glanzvolle Vergangenheit der Entdeckernation und in die von Krisen und Arbeitslosigkeit gebeutelte Gegenwart und hören davon, wie empfindlich die Portugiesen auf die große Abhängigkeit von Europa reagieren. Außerdem naschen wir Portwein, Kirschlikör, Fisch und andere lokale Leckerbissen.
Das erwartet Sie:
-Portugals Naturlandschaften von der Algarve bis in den Minho
-Wichtigste Stationen dieser Studienreise durch Portugal: Evora, Porto, Coimbra und Lissabon
-Evora, Porto, Coimbra und Lissabon erleben
-Eine Übernachtung in einer urigen Pousada
Reiseverlauf
1. Tag: Flug nach Faro
Sie fliegen im Laufe des Tages nach Faro. Hier heißen wir Sie willkommen und nehmen Sie mit ins Hotel. Am Abend dürfen Sie dann mit dem Reiseleiter Ihr erstes Glas Portwein schlürfen. Zwei Übernachtungen in Armacao de Pera.
2. Tag: Über Lagos zum Cabo de Sao Vicente
Stiefel schnüren und los geht's! Wir sind nämlich nicht so lasch wie Heinrich der Seefahrer, der wohl eher am Schreibtisch als am Ruder stand. Wir wandern (2,5 Std., leicht bis mittel, ↑ 100 m ↓ 100 m) an den Steilklippen am Atlantik entlang und schnuppern salzgetränkte Unendlichkeit. Dann lockt uns die Festung von Sagres. Über den riesigen steinernen Kreis am Eingang munkelten schon Generationen. Eine Windrose? Eine Sonnenuhr? Grübelnd stürzen wir uns aufs Ende Europas: Cabo de Sao Vicente. Fahrtstrecke 110 km.
3. Tag: Durch den Alentejo
Buntes Programm in Aussicht: Das Barrocal, hügeliges Hinterland der Algarve, umgarnt uns Wanderer (1,5 Std., leicht, ↑ 50 m ↓ 50 m) mit wilden Rosen, Mandelbäumen, Trauben, Feigen, Baumerdbeeren, Zitrusfrüchten und sattem Grün. Im südlichen Alentejo mutiert der Obstgarten dann zur Steppe, golden und schön, aber nach wie vor arm - trotz EU. Fragen Sie den Reiseleiter nach den Hintergründen. Unser Tagesziel: die Altstadt von Evora (UNESCO-Kulturerbe). 290 km.
4. Tag: Durch Castelo de Vide und Marvao
Unsere erste Wanderung führt zu den Megalithen von Almendres (1 Std., leicht ↑ 50 m ↓ 0 m). Um uns herum korkt es gewaltig! Logisch, mitten im Korkeicheneldorado. Danach ein Streifzug durch das hübsche Castelo de Vide. Am Ende unserer Wanderung (2 Std., leicht bis mittel, ↑ 300 m ↓ 0 m) sind wir in Marvao, in 862 m Höhe auf einem Granitfelsen, und dürfen uns innerhalb der uralten Stadtmauer und unterhalb einer mächtigen Burg in schmalen Gassen tummeln. Fahrtstrecke 120 km.
5. Tag: Castelo Branco und Sternengebirge
Skurrile Heckengebilde und Fontänen belustigen uns im Barockgarten in Castelo Branco. Amüsant ist hier auch die Galerie der portugiesischen Könige. Alle sind sie da! Selbst die verhassten spanischen, die dem Bildhauer allerdings deutlich zu klein gerieten. Bei einer Wanderung erkunden wir die Serra da Estrela (5 Std., mittel, ↑ 200 m ↓ 200 m). Per Bus geht es weiter nach Seia. 130 km.
6. Tag: Steile Terrassen am Douro
Heute wandern wir mal ins Museum. Genauer gesagt, in das Museum des Renaissancemalers Grao Vasco in dessen Heimatstadt Viseu. Nachdem wir seine opulenten Gemälde bestaunt haben, geht es von Lamego aus wieder in die Natur (2,5 Std., leicht bis mittel, ↑ 200 m ↓ 200 m). Sehr freundlich: Unterwegs öffnet Dona Ana das bezaubernde westgotische Kirchlein extra für uns - wer will, kann sich mit ihr auch über das Leben auf dem Dorf unterhalten. Mit dem Bus kurven wir dann den Douro hinauf, direkt ins Paradies der Portweinreben (UNESCO-Kulturerbe)Ziel des Abends: die Provinz Trás-os-Montes. 160 km. Zwei Übernachtungen in Vila Real.
7. Tag: Dourotal und Mateus
Am Vormittag tanken wir Sonne bei unserer Wanderung (3,5 Std., mittel, ↑ 100 m ↓ 300 m) durch die Weinberge des Dourotals. Entspannung winkt im Zug, der uns zum Bus zurückbringt (Fahrzeit 30 Minuten). Am Nachmittag fühlen wir uns wie im Märchen und wandeln entrückt durch das Barockschloss Palácio Mateus und den verspielten Park. Kulinarischer Tipp für den Abend: Vernaschen Sie doch mal Rojoes à Transmontana, Schweinegulasch pikant mit Kastanien! Passende Lokale dafür gibt es jede Menge. 50 km.
8. Tag: Hinter den Bergen unterwegs nach Porto
Wir wandern, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen (2,5 Std., mittel, ↑ 200 m ↓ 200 m), bis zu den Ruinen des römischen Goldbergwerks Tres Minas, Zeugen jahrzehntelanger Ausbeutung. Was heute in der Serra da Padrela abgeht? Plaudern wir doch mit den Einheimischen in der Dorfschenke! Und verputzen dazu Grillhuhn mit buntem Salat, Reis, Kartoffeln und Pudding à la Chefin. Auf dem Weg nach Porto gibt es noch zwei Leckerbissen: Guimaraes mit seiner umwerfenden Altstadt (UNESCO-Kulturerbe, im Jahr 2012 auch Kulturhauptstadt Europas) und der Burg des ersten Königs von Portugal. 150 km. Zwei Übernachtungen in Porto.
9. Tag: Downtown Porto
Spontane Assoziation zu Porto? Richtig: Portwein. Den probieren wir auch, aber vorher gibt es noch ein paar Häppchen Altstadt (UNESCO-Kulturerbe): den schönen, fliesengeschmückten Bahnhof, den prächtigen Börsenpalast, einen kurzen Bootstrip. Dann haben Sie es sich verdient: das Glas Portwein in einer Kellerei. Freier Nachmittag! Vielleicht ins Majestic auf einen Galao, den portugiesischen Milchkaffee? Oder in die Casa da Música, entworfen vom Stararchitekten Rem Koolhaas? Oder - leicht schwindelerregend - auf die große, stählerne Douro-Brücke eines Schülers von Gustav Eiffel?
10. Tag: Bussaco und Coimbra
Portugiesen gehen gern zum Picknick in den Wald von Bussaco. Wir wandern ihnen hinterher und packen vorher getrockneten Schinken, Bergkäse und Wein aus der Region für unser Picknick ein (2 Std., leicht bis mittel, ↑ 100 m ↓ 200 m). In Coimbra dagegen wird eher studiert. In der barocken Bibliothek würden wir auch gern fürs Examen büffeln! Aber auch die alte Kathedrale und das Gassengewirr der Unterstadt sind klasse. Später bei unserem gemeinsamen Abendessen im Restaurant vielleicht Zicklein in Weinsoße? Großartig! Aber nicht genug: Wir bewundern das nächtliche Coimbra bei einer romantischen Schiffsfahrt auf dem Rio Mondego. Dazu lauschen wir den melancholischen Klängen des Fados und haben Gelegenheit, uns mit den Musikern über die Saudade und andere Lebensgefühle zu unterhalten.
11. Tag: Batalha, Alcobaca und Nazaré
Erfolg macht spendabel. Und so widmete Johann I. der Jungfrau Maria nach seiner siegreichen Schlacht bei Aljubarrota das Kloster Batalha (UNESCO-Kulturerbe). Was wohl seine Soldaten bekommen haben? Romeo und Julia auf Portugiesisch berührt uns dann in Alcobaca: Hier ruhen im Tode vereint König Pedro I. und seine geliebte Ines. Vis-à-vis, damit sie sich bei der Auferstehung sofort in die Augen blicken können. Zur Aufmunterung spazieren wir bei Nazaré am Strand entlang (1 Std., leicht, ↑ 0 m ↓ 100 m). Wir lassen uns von der wilden Brandung des Atlantiks beeindrucken, bevor es ins idyllische Obidos geht. Fahrtstrecke 130 km.
12. Tag: Von Obidos über Guincho nach Lissabon
Obidos ist so süß, dass das Schokoladenfestival natürlich hier stattfindet. Versuchen Sie Schokolade mit Ginja, einem Sauerkirschlikör. Sehr speziell. Danach geht es an den westlichsten Punkt Portugals. Vom Cabo da Roca wandern wir zum Sandstrand von Guincho (2 Std., leicht bis mittel, ↑ 0 m ↓ 200 m). Busfahrt nach Lissabon. 190 km. Ein Tipp für den Abend in Lissabon: einen gepflegten Drink nehmen oder Billardspielen im skurrilen Pavilhao Chines - einfach klingeln und warten, bis der Butler Ihnen öffnet! Zwei Übernachtungen in Lissabon.
13. Tag: Lissabon, Stadt des Lichts
Mal laufen wir, mal nehmen wir die Straßenbahn auf unserer Stadterkundung. Zuerst geht's auf die Georgsburg, Überblick gewinnen. Danach erwartet uns in Belém das Hieronymuskloster und das Entdeckerdenkmal. Nachmittags nehmen Sie Ihr Programm selbst in die Hand. Vielleicht auf das EXPO-Gelände? Oder lieber klassische Kunststudien in den beiden Museen der Gulbenkian-Stiftung? Gemütliche lassen sich mit dem Schiff über den Tejo schaukeln.
14. Tag: Adeus, Lisboa!
Heute beginnt entweder Ihre individuelle Badeverlängerung, oder Sie fliegen zurück.
Generelle Hinweise
Ihre Hotels:
2x Armacao de P Holiday Inn Algarve****
1x Evora Dom Fernando***
1x Marvao Pousada***(*)
1x Seia Camelo***
2x Vila Real Mira Corgo****
2x Porto Vila Gale****
1x Coimbra Astoria***
1x Obidos Do Convento***
2x Lissabon Real Parque****