Türkei – Bezauberndes Latmosgebirge
Eselwandern am Bafasee
Der Esel machts möglich: auch Wanderlustige, die weniger „tragfähig“ sind, kommen in den Genuß einer unvergesslichen Trekkingtour. Die geschichtsträchtige Gegend um Bafa See und Latmos ist wie geschaffen für Wanderungen mit dem Esel. Nicht nur, daß sie hier ohnehin überall sowohl sichtbar als auch hörbar sind – die geradezu biblisch anmutende Kulisse läßt beim Eselwandern eine ungemein romantische Stimmung aufkommen. Das Tempo wird vom Esel vorgegeben, es ist also nicht sehr hoch. Dadurch hat man viel Zeit zum Gucken und Staunen.
Jeder Esel nimmt das Gepäck von zwei Teilnehmern auf, die „ihren“ Esel auf der Tour selbst führen und sich um sein Wohlergehen kümmern. Die Teilnehmer erhalten zu Beginn der Wanderung eine kurze Einweisung in den Umgang mit den Tieren, die sehr schnell zu liebgewonnenen Wanderkameraden werden. Am Ende dieser Reise fällt so manchem der Abschied schwer.
Reiseverlauf
1. Tag:
Individuelle Anreise nach Izmir. Dort werden Sie erwartet und nach Herkleia gebracht.
2. Tag:
Den ersten Tag verbringen wir noch esellos. Wir entdecken auf einer Führung das antike Herakleia und unternehmen eine kleine Wanderung auf der Stadtmauer. Von Herakleia aus führt die Wanderung entlang Stadtmauer bis zum auf ca. 500 Meter Höhe gelegenen Wachturm. Von hier genießen wir einen herrlichen Ausblick über den Bafasee.
3. Tag:
Die Tour mit den Eseln geht los. Auf einer antiken, größtenteils überwucherten Pflasterstrasse wandern wir zuerst durch die wilden Felsschluchten des Latmos hinauf bis zur Sommerweide der Yörüken, den sesshaft gewordenen Nomaden dieser Gegend. Spätnachmittags erreichen wir dann die Karadere-Höhle, bekannt für ihre jungsteinzeitlichen Felsmalereien. Nach ca. acht Stunden auf den Beinen, lassen wir uns am Abend ein typisches Nomadenmahl bei der Sennerin Hatice schmecken.
4. Tag:
Nach einstündigem Aufstieg auf relativ steilen Pfaden kommen wir zu den Ruinen des Stylos Klosters. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt der Aufstieg zur nahe gelegenen Pankrator Höhle mit ihren Fresken aus dem 9. Jahrhundert. Paulus der Jüngere verbrachte hier zwölf Jahre als Einsiedler. Der weitere Weg verläuft über den Yuvatepe-Pass, vorbei an Überresten einer Burg, verfallenen Tempeln und Pflasterstrassen einer antiken Siedlung. Unser Tagesziel ist das Dorf Bagircik, wo wir übernachten. Vorher gönnen wir uns noch ein zünftiges Abendessen bei Mevlüt, einem lustigen „Dörfler“.
5. Tag:
Aufstieg zum Sitz der Wettergötter! Die heutige Etappe ist sehr abwechslungsreich – durch einen Pinienwald, auf Almwegen und durch wilde Schluchten erreichen wir schließlich den letzten Abschnitt vor dem Gipfel. Die leichte Kletterei von hier ab bewältigt man am besten ohne Rucksack.Oben angekommen erwartet uns als Lohn der Mühen ein unglaublich schönes Panorama. Der Abstieg ist leider unvermeidbar, er verläuft identisch mit dem Aufstieg. Am Lagerplatz etwas unterhalb des Gipfelaufbaus werden die Zelte für die Nacht aufgeschlagen.
6. Tag:
Durch einen Wald aus Pinien, Rotkiefern, Steineichen geht es auf Almwegen hinab in Richtung Süden, zum Endpukt unserer Trekkingtour. Das Teehaus von Karahayit erreichen wird nach 3-4 Stunden. Bei einem Tee lassen wir das Trekking ausklingen. Jetzt gilt es nur noch auszumachen, in welcher Reihenfolge das kleine Hamam in der Agora Pension benutzt wird, denn darauf freuen sich alle nach dem vielen Schwitzen.
7. Tag:
Nach der Wanderung haben wir einen freien Tag. Wir können uns dabei als Olivenpresser üben, oder wir genießen einfach den Tag.
8. Tag:
Es heißt wieder Abschied nehmen. Je nach Flugzeit erfolgt ein Transfer zum Flughafen. Abreise.
Bemerkungen
Charakteristik
Wanderung über vier Tage für Naturliebhaber mit Interesse für Geschichte und Kultur. Das bizarre Latmosgebirge kann ohne genaue Ortskenntnis ein endloses Labyrint sein, deshalb ist immer ein erfahrener Bergführer mit von der Partie.Verpflegung und Kochausrüstung, Zelte, Schlafsäcke, Matten und Ersatzkleidung werden mit den Eseln transportiert oder ist an den Zwischenstationen erhältlich. Die Teilnehmer benötigen nur einen kleinen Wanderrucksack für Brotzeit und Getränk. Dreimal wird dabei im Zelt oder einfachen Berghütten übernachtet (Gemeinschaftslager).
Die Pfade sind überwiegend nicht besonders steil. Jeder, der in der Lage ist, im felsigen, manchmal weglosen Gelände zu wandern (pro Tag ca. fünf bis sechs Stunden), kann teilnehmen. Die ca. eineinhalbstündige Gipfelbesteigung des Tekerlek Dagi ist optional – wem’s zuviel ist, der bleibt einfach mit den Eseln im Zeltlager, um dort Ruhe und Aussicht zu genießen. Kinder sollten wandererfahren sein.
Liebe zur Natur und Interesse an fremder Kultur kommen hier praktisch von alleine auf – ein paar Tage Bereitschaft zu etwas Komfortverzicht und Teamgeist sollte man aber mitbringen. So gibt es z.B. während der Tour keine Duschen und beim Zeltaufbau bzw. Gemüseschnippseln für die Feldküche ist tatkräftige Mithilfe erwünscht.
Anforderungen an die Teilnehmer:
Kondition für Wanderungen von 6-8 Stunden
max. Höhenunterschied ca. 800 Meter
sicheres Gehen auf manchmal felsigen und steilen Pfaden, beim Gipfelanstieg leichtes Klettern nötig!
Individuelle Termine
Wunschtermine können bei Gruppen ab 4 Teilnehmern jederzeit vereinbart werden.
Türkei – Bezauberndes Latmosgebirge