Chile - Granit und Eis

Alle Highlights Patagoniens in einer sportlichen Reise
3-tägiges Trekking im wildromantischen San Lorenzo-Gebiet
2 Tage wandern am Fuß von Fitz Roy und Cerro Torre
5-tägige Trekking-Umrundung des Torres del Paine-Massivs
Besuch des Perito Moreno-Gletschers
Übernachtung auf einer argentinischen Estancia

Diese Reise ist ein absolutes Muss für Patagonienliebhaber und solche, die es werden wollen! Von Balmaceda aus geht es Richtung Nördliches Inlandeis, jenem Fleckchen Erde, bei dem bis zum heutigen Tag niemand bestimmen kann, wo genau die Grenze zwischen Argentinien und Chile verläuft. Die San Lorenzo-Region ist touristisch wenig erschlossen und ein Geheimtipp! Kondore kreisen über Ihren Köpfen bei den Wanderungen rund um die höchsten Berge Patagoniens. Die Fahrt von Cochrane entlang des Rio Baker über die argentinische Grenze bis nach El Chaltén bietet noch einmal grandiose Aussichten auf das Inlandeis. Dann bestimmt die endlose argentinische Steppe das Bild. Plötzlich tauchen am Horizont die stolzen Granitnadeln des Los Glaciares-Nationalparks auf. Frühaufsteher genießen den blutroten Sonnenaufgang am Fitz Roy vom Zelteingang aus. Auch den Cerro Torre erleben Sie aus nächster Nähe. Szenenwechsel am Perito Moreno-Gletscher: Jedes Geräusch, jede Bewegung wird genauestens verfolgt. Da! Ein Eisturm stürzt unter Getöse in sich zusammen. Krönender Abschluss ist das fünftägige Trekking rund um das Torres del Paine-Massiv im gleichnamigen Nationalpark. Grüne Wiesen mit Guanaco-Herden, eisblaue Gletscher, die in kristallklare Seen kalben, umrahmt von namenlosen Schneegipfeln - das sind Bilder, die Sie nie vergessen werden.

Reiseverlauf

1. Tag Anreise

Linienflug mit LAN von Frankfurt (über Madrid) nach Santiago de Chile.

2. Tag Santiago de Chile

Ankunft vormittags in Chiles Hauptstadt Santiago. Wir werden am Flughafen von unserem Deutsch sprechenden Reiseleiter für Santiago empfangen und zu unserem Hotel im Zentrum gebracht. Sollten die Zimmer schon zu beziehen sein können wir uns vom langen Flug etwas ausruhen und gehen am Nachmittag auf Stadtbesichtung. Wenn nicht, was wahrscheinlicher ist, machen wir uns kurz frisch und starten gleich zur City-Tour, die uns einen ersten Eindruck dieser Metropole vermittelt. Der Blick vom Aussichtsberg San Cristobal über die Millionenstadt ist beeindruckend. Am berühmten "Mercado Central" haben wir ein gemeinsames Mittagessen, so dass jeder den Abend zur freien Verfügung zum Ausruhen oder Bummeln nutzen kann.

3. Tag Balmaceda

Morgens Transfer zum Flughafen und Flug nach Balmaceda (bei sehr frühem Abflug kann das Hotelfrühstück ausfallen, wir bitten hier um Ihr Verständnis). Hier erwartet uns schon unser Reiseleiter, der uns bis zum Ende der Tour durch Patagonien begleiten wird. Von diesem über 1.300 km von der Hauptstadt entfernten Städtchen fahren wir auf dem berühmten Highway Carretera Austral nach Süden, bis die Felsnadeln des Cerro Castillo vor uns auftauchen. Nach der Mittagsrast im Ort Villa Cerro Castillo verläuft die Straße am Rio Ibañez entlang und steigt nach Lapparent bis zum Portezuelo-Pass an. Deutliche Zeichen hat die Naturkatastrophe 1991 hinterlassen, als der Hudson-Vulkan die Landschaft mit einem Asche- und Bimsregen überzog. Wir durchqueren prächtige Südbuchen-Wälder und weite Flusstäler, die alle in Richtung Rio Murta verlaufen. Wir erreichen die Westausläufer des Lago General Carrera, nach dem Titicaca-See der zweitgrößte See Südamerikas. Grüne Wälder und blühende Wiesen umgeben den schimmernden, grünblauen See zu Füßen der schneebedeckten Berge und Gletscher. Nach insgesamt 250 km und ca. 8 Std. Fahrt (Mittagspause inklusive) auf teilweise steiniger Piste gelangen wir nach Puerto Guadal und übernachten in der Terra Luna Lodge, romantisch direkt am Seeufer gelegen. Wir wohnen entweder in kleinen, liebevoll eingerichteten Cabanas (kleine Holzbungalows), mit mehreren Zimmern, die sich ein Badezimmer teilen oder in der Lodge selbst (Appartments, 1 Privatbad pro Appartment).

4. Tag Terra Luna Lodge

Die Umgebung der Terra Luna Lodge bietet fantastische Möglichkeiten. Wir unternehmen einen Tagesausflug mit dem Patagonia Jet (Bilder unter www.patagoniajet.cl) in die fantastische Gletscherwelt am Lago Leones. Am Lago Leones starten wir - je nach Wetter und Wunsch der Gruppe - eine Wanderung zur Cachoro-Lagune oder dem Fiero-See (1-3 Std.). Der Hin - oder Rückweg zum Ausgangspunkt der Wanderung wird jeweils von einer Hälfte der Gruppe mit dem Fahrzeug, der anderen Hälfte mit dem Boot zurückgelegt (das Jetboot hat nur 8 Plätze). Sollte die Fahrt mit dem Jetboat aus technischen oder witterungsbedingten Gründen nicht möglich sein, werden wir alle mit den Fahrzeugen in Richtung Leones Gletscher gebracht und wandern die restliche Strecke. Wir übernachten wieder in der Terra Luna Lodge.

5. Tag Rio Tranquilo - Tal - Fundo San Lorenzo

Am Morgen starten wir früh unsere 115 km lange Fahretappe. Von Puerto Guadal verläuft die Strecke nach Cochrane zuerst entlang des Lago Bertrand, dann am erst stillen und später ziemlich stürmischen Lauf des Rio Baker vorbei. Er ist der wasserreichste Fluss Chiles und ein Paradies für Angler. Im Westen der kurvenreichen Panoramastraße dehnt sich das Campo de Hielo Norte aus, das nördliche patagonische Inlandeis. Hinter dem Städtchen Cochrane (wo wir einen Teil unseres Gepäcks deponieren) verlassen wir die Carretera Austral und biegen ins Tal des Rio Tranquilo ab. Hier wartet schon ein Allradfahrzeug, das unser Gepäck bequem zum Fundo bringt. Wir ziehen nur mit unserem Tagesrucksack zu Fuß los und erreichen in rund 2 Stunden auf einfachem Weg unser Ziel - das Fundo San Lorenzo (Fundo = Landbesitz auf Spanisch). Hier richten wir für drei Nächte auf dem Privatgelände der Familie San Luis neben einer einfachen Blockhütte unser erstes Zeltlager ein. Waschmöglichkeiten bieten sich nur am nahen Fluss oder auch in der Nähe des Camps (kleiner Wasserstrahl). Vielleicht erspähen wir schon heute einen der vielen Adler oder Kondore, die hier beheimatet sind.

6. Tag Basislager San Lorenzo

Nur mit dem Tagesrucksack bepackt, brechen wir frühmorgens zu einer Tageswanderung auf. Unser Ziel ist das Basislager des San Lorenzo. Der Weg führt durch die tiefen Canyons der Arroyo San Lorenzo und durch dichte Wälder in eine wilde, alpine Landschaft. Nach gut 4 Std. erreichen wir mitten im Wald das neue Basislager in der Nähe der alten Holzhütte des Erstbesteigers im Jahre 1943, des Paters Agostini. In rund 1.000 m Höhe machen wir zur Mittagspause ein Picknick und genießen bei guter Sicht den Blick auf die Nordwestseite des 3.705 m hohen Monte San Lorenzo und auf dessen schneebedeckte Türme. Die Familie Soto hat an diesem Platz eine neue Bergsteigerhütte gebaut. Nachmittags treten wir auf demselben Weg den Rückweg zum Fundo an.

7. Tag Tranquilo-Gletscher

Die zweite Tageswanderung führt uns entlang eines Seitenarms des Rio Tranquilos. Wir steigen aufwärts, an der Baumgrenze vorbei bis auf 1.300 m. Von unserem Aussichtspunkt genießen wir den Blick auf die Gletscher des Tranquilo-Flusses. Bei guter Sicht zeigen sich sogar Teile des San Lorenzo Massives. Oft kreisen hier Kondore in den Lüften - vielleicht haben wir Glück. Spätnachmittags kehren wir zum Lager zurück. Am Abend veranstalten wir gemeinsam mit den Arrieros, wie hier die Cowboys genannt werden, ein Asado-Essen, ein chilenisches Barbecue! Am Lagerfeuer lassen wir unsere letzte Nacht im Fundo gemütlich ausklingen.

8. Tag Cochrane

Frühmorgens treten wir den Rückweg an. Vor uns liegen etwa 1,5 Std. Fußmarsch bis zum Parkplatz unseres Fahrzeuges im Tal des Rio Tranquilo. Hier wartet auch schon unser Fahrer und bringt uns in 2 Std. zurück nach Cochrane zu einer einfachen Hosteria.

9. Tag Estancia la Angostura

Entlang des Rio Chacabuco führt die Fahrt zum Paso Roballos. Nach ca. 100 km ist nicht nur die chilenisch-argentinische Grenze, sondern auch ein herrlicher Aussichtspunkt erreicht, der nochmals einen Blick auf den Monte San Lorenzo ermöglicht. Nach den evtl. zeitaufwendigen Grenzformalitäten (bis zu 1,5 Std.) führt uns die nächste, 270 km lange Fahretappe teilweise über steinige Pisten hinunter in die weitläufige, endlos erscheinende patagonische Steppe. Mit etwas Glück können wir in der wildreichen Region Guanakos (gehören zur Untergruppe der Lamas) und Nandus (Steppen-Strauße) erspähen. Sobald die Felsregionen Chiles hinter uns liegen, treffen wir in der argentinischen Steppe auf Herden weidender Rinder, Schafe und Pferde. Nach einem langen Fahrtag von bis zu 11 Std. kommen wir auf der idyllisch gelegenen Estancia la Angostura (Estancia = großer Viehzucht-Betrieb) an. Nachts entfaltet sich hier in der Einsamkeit der patagonische Sternenhimmel besonders eindrucksvoll.

10. Tag Nationalpark Los Glaciares - El Chaltén

Nach einer langen Fahrstrecke über den Rastpunkt Tres Lagos und vorbei am Nordufer des Lago Viedma erreichen wir schließlich den Eingang zum Nationalpark Los Glaciares. Bei guter Sicht begrüßen uns jetzt schon die Felsnadeln der Fitz Roy-Gruppe, ein spektakulärer Anblick. Wir erreichen nach 270 km Fahrt den berühmten Bergsteigerort El Chaltén. Hier mündet in 400 m Höhe der Rio Fitz Roy in den Rio de las Vueltas. Wir fahren noch ein Stückchen weiter bis zum Cap Rincanor, wo wir heute unser Lager aufschlagen werden. Vorher besuchen wir noch den Lago del Desierto und unternehmen dort eine Wanderung, um uns nach dem Fahrtag noch die Beine zu vertreten und die tolle Natur zu genießen. Später Rückkehr ins Camp.

11. Tag Fitz Roy

Der Park wartet darauf von uns erkundet zu werden.Wir packen unseren Rucksack mit unserem Schlafsack (wer seinen nicht tragen möchte, kann auch im Camp einen kostenfrei bekommen, Isoliermatten werden ebenso gestellt) und unsere persönlichen Sachen für die nächste Nacht und wandern, nach einem kurzen Transfer, in den Nationalpark hinein. Immer entlang am Rio Electrico, erreichen wir Piedra del Fraile, das letzte Lager vor dem südlichen Inlandeis. Der Blick auf die Granitgipfel von hier aus ist fantastisch. Wir folgen dem Weg ein Stück zurück und biegen dann ab, bis wir das Basecamp Poincenot des Cerro Fitz Roy (750 m) erreichen. Der 3.405 m hohe Granitblock ist ein höchst anspruchsvoller Kletterberg, an dem sich die besten Bergsteiger aus aller Welt versuchen. Nach dem Picknick können wir bei gutem Wetter in ca. 2 Std. einen steilen Hang in Serpentinen bis zur Laguna de los Tres (1.180 m) aufsteigen. Die Mühe hat sich gelohnt! Über den Gletscherfeldern thronen die gewaltigen Granittürme mit dem Fitz Roy in der Mitte und die türkisfarbene Lagune liegt zu unseren Füßen. Am Nachmittag steigen wir ab zur Laguna Capri. Diese liegt von Bäumen malerisch umgeben unmittelbar vor der Kette der Granitspitzen, zu denen auch der Fitz Roy gehört. In dem hier während der Saison fest eingerichtetem und voll ausgestattetem Camp werden wir voll verpflegt.

12. Tag Cerro Torre

Frühaufsteher sehen den Fitz Roy in der aufgehenden Sonne tiefrot aufleuchten und sich im Wasser der Laguna Capri spiegeln - herrlich. Wir packen alles zusammen und verlassen das Camp. Unsere Tageswanderung bringt uns ganz nahe zum 3.102 m hohen Cerro Torre. Entlang der drei Lagunen Mare, Hija und Nieta verläuft die Etappe zur Laguna Torre (620 m), bevor wir nach 3 œ Std. den Zeltplatz Camp Agostini am Rande eines Zwergbuchen-Waldes erreichen. Hinter den Eisfeldern ragt der Cerro Torre wie eine uneinnehmbare Felsnadel auf. Bei gutem Wetter steigen wir (Aufstieg ca. 100-150 Höhenmeter) noch in ca. 1-2 Std. zum Mirador Maestri mit herrlichem Bergblick auf das Torre-Massiv auf. Später am Tag steigen wir ab nach El Chaltén (400m). Wir quartieren uns in einem kleinen gemütlichen Hotel ein und haben Zeit, noch ein wenig durch den Bergsteiger-Ort zu schlendern.

13. Tag El Chaltén - El Calafate - Perito Moreno

Wir brechen auf zur rund 220 km langen Fahrt durch die argentinische Steppe in Richtung Süden. Schließlich treffen wir in der Stadt El Calafate am Ufer des azurblauen Lago Argentino ein, beziehen Quartier in unserem Hotel und essen zusammen Mittag. Danach wartet ein weiteres Highlight der Reise auf uns. Wir fahren zum ca. 80 km entfernten Westufer der Magellanes-Halbinsel, wo der Perito Moreno, der berühmteste Gletscher Argentiniens, plötzlich vor uns liegt. Eine kleine halbstündige Wanderung bringt uns zum Aussichtspunkt am Perito Moreno-Gletscher, einer Stelle, die sich am Südende des Nationalparks Los Glaciares an einem Ausläufer des Lago Argentino befindet. Wir genießen einen spektakulären Blick auf den großen Eisstrom, der vom Campo de Hielos Sur herabfließt, dem südlichen Inlandeis Patagoniens. Der 35 km lange Gletscher kalbt auf einer Breite von 4 km an der 60 m hohen Gletscherzunge in den See. Es ist unglaublich spannend, darauf zu warten, an welcher Stelle wohl der nächste Eisblock herausbricht und krachend in das Seewasser stürzt. Am späten Nachmittag Rückkehr nach El Calafate.

14. Tag Nationalpark Torres del Paine

Wir fahren die 180 km bis zur argentinisch-chilenischen Grenze, die wir bei Villa Cerro Castillo überqueren, nachdem wir die evtl. langwierigen Grenzformalitäten erledigt haben. Schließlich erreichen wir nach einer langen Fahrt den Nationalpark Torres del Paine, eines der berühmtesten Schutzgebiete Südamerikas. Der Park wurde 1959 gegründet und 1978 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. An den eisigen, smaragdgrünen Seen grasen oft Hunderte von Guanakos und mit etwas Glück sehen wir auch Kondore. Unser Ziel ist die Laguna Azul. Von hier aus haben wir einen tollen ersten Blick auf die Paine Türme. Wir richten unser Lager ein und bereiten uns auf das folgende 5-tägige Trekking vor. Wir sortieren unsere Depotsachen aus, denn wir werden nur das Nötigste an Kleidung und Ausrüstung mitnehmen, da wir unser Gepäck die nächsten 4 Tage selbst tragen müssen. Das Hauptgepäck sehen wir bei Ankunft am Camp Torres wieder. Außer der persönlichen Wechselwäsche für 3 Nächte müssen nun noch Schlafsack, Liegematte (wer mag nimmt seine eigene für mehr Komfort, sonst wird eine dünne Matte im Camp Perros gestellt), persönliches Geschirr (Teller, Tasse, Besteck - wird gestellt) und die persönliche Brot-Ration für 1x Frühstück und 2x Lunchpaket selbst getragen werden. Wir sind aber bereits schon so gut eingelaufen, dass uns das zusätzliche Gewicht nicht weiter behindert.

15. Tag Camp Dickson

Wir schultern unsere Rucksäcke und beginnen die berühmte Umrundung des Torres del Paine Massivs. Unser heutiges Ziel ist das Dickson Camp an der Nordseite der Paine Berge. 33 ziemlich ebene Kilometer später treffen wir dort ein und haben die längste Etappe der Runde bereits hinter uns. Je nach Wetter haben wir noch einige kleinere Flüsse unterwegs barfuss durchqueren müssen. Im Refugio Dickson verbringen wir die Nacht in Mehrbettschlafräumen oder - sollte die Hütte überbucht sein - in gemieteten Zelten, Matten werden in diesem Fall gestellt. Vom Südufer des Dickson-Sees genießen wir den wunderbaren Blick auf die höchsten Gipfel des Nationalparks.

Wichtiger Hinweis: Je nach Verhältnissen vor Ort kann es sein, dass wir am morgen zuerst einen kurzen Transfer zum Camp Torres haben und von dort aus in ca. 11-12 Stunden zum Refugio Dickson wandern. Die Entscheidung hierüber trifft der Reiseleiter vor Ort.

16. Tag Los Perros

Aufgrund der heutigen kurzen Tagesetappe (ca. 10 km) lassen wir es gemütlich angehen und verlassen das Dickson-Lager erst nach dem Mittagessen. Wir folgen dem Verlauf des Rio de los Perros flussaufwärts bis zu seinen Quell- und Gletscherbächen. Mal durch den Wald, über Baumstämme hinweg, mal auf offenem Gelände verläuft der Pfad. Am späten Nachmittag bauen wir die gemieteten Zelte am Camp Los Perros (640 m) auf. Heute Abend kochen unsere Guides unter sehr einfachen Bedingungen für uns, dafür werden wir mit einsamer Natur belohnt.

17. Tag Camp Grey

Der Höhepunkt der heutigen "Königsetappe" der Umrundung ist, nach dem etwas beschwerlichen Aufstieg, zuerst durch sehr sumpfiges und oberhalb der Baumgrenze durch steiniges Gelände, am John Garner-Pass (1.241 m) erreicht. Bei der Rast nach gut 2-3 Std. Aufstieg genießen wir die spektakuläre Aussicht auf den Grey-Gletscher, dessen Eisströme vom Inlandeis des Campo de Hielo Sur kommen und in den Lago Grey kalben. Wir steigen sehr steil hinab, zunächst im Geröll und dann im Wald, bis an den Ostrand des Grey-Gletschers und folgen ihm bis zu seiner von einem Felssporn zweigeteilten Gletscherzunge. Unterwegs bieten sich immer wieder sensationelle Ausblicke auf das riesige Eisfeld. Direkt am See liegt das Refugio Grey (100 m), wo wir in Mehbettzimmern mit Stockbetten übernachten werden. Sollte die Hütte überbucht sein, schlafen wir in gemieteten Zelten, Matten werden in diesem Fall gestellt.

18. Tag Lago Pehoe - Torres Camp

Wir wandern am Seeufer entlang und können auf die kalbende Gletscherzunge zurückblicken, bis wir eine Anhöhe überschreiten. Plötzlich öffnet sich das Tal und gibt den Blick frei auf den türkis schimmernden Lago Pehoe. Wir erreichen die Fährstation am See und es bleibt Zeit für einen Imbiss an der Pehoe-Hütte, denn die Katamaran-Fähre legt i.d.R. erst nach der Mittagszeit ab. Nach einer 20-minütigen Überfahrt mit grandiosen Ausblicken auf die Paine-Hörner landen wir an der Ranger Station an, wo unser Fahrzeug mit dem Hauptgepäck bereits wartet. Wir picknicken in der Nähe des Salto Grande Wasserfalls. Von hier fahren wir zum Torres Camp. Heute essen wir im Mannschaftszelt, bei gutem Wetter mit Blick auf die Torres del Paine.

19. Tag Mirador Torres del Paine

In einer Tageswanderung steigen wir durch das wilde Bachtal des Rio Ascensio in 3 Std. bis über das Torres Camp hinaus. Der Buchenwald versperrt zunächst den freien Blick, bis wir nach 1 Std. die Baumgrenze und ein letztes steiniges Steilstück überschritten haben. Viele große Steinblöcke lassen uns beim Aufstieg auch die Hände zur Hilfe nehmen. Doch die Anstrengung hat sich mehr als gelohnt. Jetzt liegen die Torres del Paine vor uns, Granitnadeln und -türme, die bis 2.800 m hoch in den Himmel aufragen und sich in dem kleinen See (850 m) am Fuß der Türme, an dessen Ufer wir am Mirador picknicken, widerspiegeln. Am Abend Rückkehr ins Torres Camp zu unserer letzten Zeltübernachtung.

20. Tag Puerto Natales

Wir verlassen den Nationalpark. Auf dem Weg zum Provinzstädtchen Puerto Natales besuchen wir die Cueva de Milodon, die schon Bruce Chatwin in seinem Klassiker "In Patagonien" beschreibt. Hier soll vor tausenden von Jahren ein riesiges Urzeit-Tier, ein Milodon, gehaust haben. Puerto Natales ist das Zentrum der umliegenden Schafsfarmen und besticht durch die Lage an dem von Schwarzhals-Schwänen und Kormoranen dicht besiedelten Last Hope Sound, dem "Fjord der letzten Hoffnung". Hier an der Küste der südpatagonischen Fjorde fallen die Andenrücken ins Meer ab und löst sich die Pampa in ein Labyrinth von Inseln und Kanälen auf. Den freien Nachmittag können wir für eine Erkundung des kleinen Städtchens auf eigene Faust nützen. Unseren letzten Abend mit unserer Patagonien-Crew und -reiseleitung lassen wir in einem netten Restaurant mit einem Abschiedsessen gemütlich ausklingen.

21. Tag Puerto Natales - Punta Arenas - Santiago

Wir brechen früh auf und machen - wenn es der Flugplan zulässt - nach 220 km Fahrt einen Abstecher zur Ranger Station der sehenswerten Magellan-Pinguin-Kolonie von Otway. Dann fahren wir das letzte Stück nach Punta Arenas an der Magellanstraße, dem südlichsten Punkt der Reise. Je nach Flugplan haben wir noch Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung und ein Mittagessen. Endgültiger Abschied von unserer Reiseleitung am Flughafen. Von hier erfolgen der 4-stündige Flug (3.100 km) zurück nach Santiago de Chile und der Transfer zum Hotel.

22. Tag Abreise

Der Vormittag steht uns noch für individuelle Unternehmungen und letzte Einkäufe zur Verfügung. Nachmittags dann Transfer zum Flughafen und Heimflug nach Deutschland.

23. Tag Ankunft

Ankunft in Frankfurt am späten Nachmittag.

Generelle Hinweise

 nach Verfügbarkeit Abflüge ab München, Düsseldorf, Berlin Euro 120,-, ab Österreich Euro 60,-, ab Schweiz Euro 170,-

Charakter der Tour und Anforderungen

Um die verschiedenen Sehenswürdigkeiten dieser abwechslungsreichen Reise durch Patagonien zu verbinden, sind mehrere längere Überlandfahrten (Tag 9,10,14) nötig. Insgesamt legen Sie rund 2.200 Fahrkilometer zurück. Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass die Straßen und Pisten teilweise in schlechtem und staubigem Zustand und die Fahrzeuge (Kleinbus/Van oder einheimischer Bus) landesüblich ausgestattet sind und nicht an mitteleuropäischem Standard gemessen werden dürfen. Es gibt keine Ablage für den Tagesrucksack, den Sie meistens zu Ihren Füßen deponieren.

Die 3-5-tägigen Trekkingtouren im San Lorenzo-, Fitz Roy- und Torres del Paine-Gebiet sind technisch einfach, erfordern aber gute Trittsicherheit sowie gute Kondition und Ausdauer für die langen Strecken, die dabei zum Teil zurückgelegt werden. Die täglichen Gehzeiten belaufen sich (bis auf die Halbtagestouren mit freiem Vor- oder Nachmittag) meist auf rund 6-8 Std. (inkl. ausreichender Pausen) und beim Paine-Trekking zweimal auf etwa 8-11 Std. Die täglich zu bewältigenden Höhenunterschiede schwanken zwischen wenigen 100 m und bis zu 900 m. Auf der "Königsetappe" über den John Garner-Pass im Paine-Park (an Tag 17 mit ca. 9 Std.) sind 960 m im Auf- und ca. 1.100 m im Abstieg zu meistern. Raues Klima mit Regen und starken Winden können die Wanderetappen erschweren, ebenso rutschige und schlammige Passagen und Altschneefelder.

Während den Trekkingtouren übernachten Sie meistens in Zwei-Personen-Zelten, in einfachen Hütten mit Mehrbett-Zimmern oder Gemeinschafts-Schlafräumen mit gemeinsamem Badezimmer. Für die Torres del Paine Umrundung haben wir die Übernachtungen - wie beschrieben - in den Refugios in Mehrbettzimmern reserviert. Leider kommt es ab und zu vor, dass die Hütten überbucht sind. In diesem Fall übernachten wir in gemieteten Zelten mit Isoliermatten vor dem Refugio, können aber die sanitären Einrichtungen nutzen und werden auch dort essen. Sollte dieser Fall eintreten, bitten wir um Ihr Verständnis. Am Fundo San Lorenzo besteht Waschmöglichkeit nur im Fluss. Es sollte für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen selbstverständlich sein, bei sämtlichen während des Lagerlebens anfallenden Arbeiten mit anzupacken (Zeltauf- und -abbau, Abwasch, etc.) Das Hauptgepäck transportieren die Fahrzeuge, so dass Sie an den meisten Wandertagen (Ausnahme Paine-Umrundung) nur Ihren Tagesrucksack mit dem Nötigsten (Trinkflasche, Fleece/Pullover, Wechselwäsche, Regenschutz, Lunchpaket, Fotoausrüstung, etc.) selbst zu tragen brauchen.

Das Camp an der Laguna Capri im Nationalpark Los Glaciares ist bereits fest eingerichtet mit Zwei-Mann-Iglu-Zelten, Matten und Schlafsäcken mit Innenbaumwollschlafsack. Ebenso gibt es ein festes Essenzelt mit Tischen und Stühlen, Geschirr, etc. wird gestellt. An Tag 11 tragen Sie deshalb nur Ihre persönlichen Sachen für die nächste Nacht selbst ins Lager und an Tag 12 nehmen Sie alles erst mit auf die Wanderung zum Cerro Torre und dann wieder mit ins Tal. Wir empfehlen, dass Sie aus hygienischen Gründen Ihren eigenen Schlafsack mitnehmen.

An vier Tagen im Paine-Park (von Tag 15-18), muss jedes Gruppenmitglied neben der persönlichen Wechselwäsche für 3 Nächte noch Schlafsack, Liegematte (wer mag nimmt seine eigene für mehr Komfort, sonst wird eine Matte im Camp Perros gestellt), persönliches Geschirr (Teller, Tasse, Besteck - wird gestellt) und eine persönliche Brot-Ration für 1x Frühstück und 2x Lunchpaket selbst tragen (ca. 8-10 kg Gepäck). Deshalb benötigen Sie für die Paine-Umrundung einen bequemen Rucksack mit ca. 45-50 Liter Fassungsvermögen. Ihr Hauptgepäck wartet nach der Umrundung im Camp Torres auf Sie.

Während des Trekkings werden Sie sehr gut verpflegt und von Ihren Reiseleitern bekocht. Getränke sind bei den Zeltnächten inklusive, ansonsten extra zu bezahlen. Wenn das Abendessen nicht eingeschlossen ist, sucht der Reiseleiter ein schönes Restaurant aus, so dass Sie die Spezialitäten der Region probieren können.

Klima

Chile und Argentinien liegen auf der Südhalbkugel, als Sommerhalbjahr gilt die Periode von Oktober bis März. Den unterschiedlichen Landschaften und Reliefs entlang der patagonischen Anden entsprechen auch verschiedene Klimazonen. Im Gebiet um Santiago kann es angenehm warm bis drückend schwül sein mit Temperaturen bis 30°C und geringer Niederschlagsneigung. Je weiter die Reise nach Süden führt, desto kühler und unbeständiger wird das Wetter. Durch die aus der Antarktis stammenden kalten Winde kann es im südlichen Patagonien schnell recht ungemütlich werden. Orkanartige Stürme und starke Winde gepaart mit kühlen Regenschauern gehen aber meistens so schnell wieder wie sie gekommen sind. Die Tagestemperaturen liegen an kalten Tagen um die 10 Grad. Doch unterliegen große Teile Patagoniens auch dem milden Einfluss von Meer und Binnengewässern, so dass strahlend sonnige Tage bis zu 20 Grad auch keine Seltenheit sind. Nachts sinken die Temperaturen maximal an den Gefrierpunkt (im November) nie darunter. Die mittlere Nachttemperatur liegt bei 5 Grad. Da es dort sehr feucht ist, könnten Sie es kälter empfinden. Aus diesem Grund empfehlen wir einen Schlafsack mit einem Komfortbereich bis -10 Grad.
Ausrüstung
Entsprechend den klimatischen Bedingungen brauchen Sie luftige Sommerkleidung für tagsüber (auch für die Überlandfahrten) ebenso wie warme Sachen für kühle Abende und die Wanderungen. Bewährt hat sich das Zwiebelschalen-Prinzip, wobei Sie mehrere Kleidungsstücke übereinander tragen und je nach Wetterbedingungen an- oder ablegen können. Das raue Klima erfordert einen guten Schutz gegen Wind, Kälte und Nässe (Pullover/Fleece, Goretex-Anorak und Regen-Überhose). Gamaschen schützen vor nassen Füßen und helfen bei den schlammigen Passagen. Ein Windstopper hat sich auf dieser Reise bewährt. Für die Trekkingtouren sind bequeme, gut eingelaufene Leichtbergschuhe mit Hartprofilsohle und feste Sandalen für die Flussquerungen im Paine-Park notwendig. Zelte und dünne Isoliermatten sowie Koch- und Küchenausrüstung werden gestellt. Wer mehr Schlafkomfort möchte, kann eine leichte Thermomatte selbst mitnehmen. Mit der Buchungsbestätigung erhalten Sie eine detaillierte Ausrüstungs-Checkliste für diese Reise.
Gepäck
Wir empfehlen eine flexible und wasserabweisende Reisetasche, gerne auch mit Rollen. Zusätzlich benötigen Sie einen Tagesrucksack mit ca. 45-50 Litern Fassungsvermögen. An den Tagen 11, 12 und 15-18 tragen Sie Ihre persönliches Gepäck selbst, bitte beachten Sie dazu die Angaben unter Charkter der Tour und Anforderungen.

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