Wandern auf den Kanaren
Kanarische Vielfalt auf 3- bis 7-stündigen Tageswanderungen
La Palma: Pflanzenpracht und bizarre Vulkanlandschaft
Durchquerung des mächtigen Vulkankraters Caldera de Taburiente
La Gomera: dichter Lorbeerwald und tiefe Schluchten
Teneriffa: Pico de Teide (3.718 m) - der höchste Berg Spaniens
Unser Kanaren-Klassiker seit 1988!
Die "Inseln des ewigen Frühlings" versprechen ein angenehmes, mildes Klima und abwechslungsreiche Wandertage. La Palma, wegen ihrer reichen Vegetation auch die "Grüne Insel" genannt, erwartet Sie mit dem riesigen Einbruchskrater der Caldera de Taburiente und mit erloschenen Vulkanen. Auf La Gomera wandern Sie entlang steiler Abgründe, durch einen märchenhaften, nebelfeuchten Lorbeerwald und vorbei an bizarren Basaltschloten. Der Vulkankegel Pico de Teide, Spaniens höchster Gipfel, ragt im Zentrum Teneriffas empor. Die steilen Felswände der imposanten Masca-Schlucht und die raue Bergwelt des Anaga-Gebirges im Norden runden die landschaftliche Vielfalt der größten Kanareninsel ab.
Reiseverlauf
1. Tag Anreise
Flug nach La Palma. Nach der Ankunft fahren wir in den Westen der Insel nach Los Llanos de Aridane und beziehen dort unsere Zimmer in einem Hotel. (Der Transfer vom Flughafen zum Hotel ist auf die Ankunftszeit des Gruppenfluges ausgelegt.)
2. Tag Vulkanwanderung: San Antonio - Teneguia
Unsere erste, leichte Wanderung führt uns in den Süden, den geologisch aktiven Teil der Insel. Ausgangspunkt dieser eindrucksvollen Vulkanroute ist der Weinort Fuencaliente. Hier wird Trockenweinanbau betrieben: Die im Vulkangestein liegenden Weinranken werden nur durch Tau bewässert, dadurch bekommt der Wein einen ganz besonderen Geschmack. Zunächst wandern wir am Kraterrand des 3000 Jahre alten Vulkans San Antonio entlang und können den schönen Blick über das Meer und - bei klarer Sicht - sogar auf die Nachbarinseln genießen.
Über einen Wanderweg geht es weiter zum Vulkan Teneguia, dem "Nesthäkchen" der Vulkanfamilie. Der jüngste Vulkan der Kanarischen Inseln brach im Herbst 1971 aus. An einigen Stellen ist der Boden hier noch heiß, die Luft riecht leicht nach Schwefel. Durch ein aufgeborstenes Lavafeld, an großen, teils farbigen Sand- und Aschehängen vorbei, wandern wir zu den beiden Leuchttürmen an der Südspitze La Palmas. Bei einem Sprung in die Wellen können wir uns erfrischen und den Staub des Tages abwaschen.
3. Tag Wanderung vom Caldera-Kamm ins Tal
Eine anspruchsvolle, aber schöne Tour erwartet uns heute. Sie zählt zu den "Paradetouren" der Insel. Vor allem der Abstieg erfordert Kondition und Ausdauer. Vom über 2.000 m hohen Caldera-Kamm geht es - immer wieder mit Blick in diesen so zerfurchten Riesenschlund, einen der größten Erosionskrater der Erde - hinab durch nahezu alle Vegetationszonen. Codeso-Büsche zieren den Weg, der vom Pico de la Nieve zur Punta de los Roques hinüberführt. Kiefern und sogar Lorbeerbäume gedeihen an den Hängen der Cumbre Nueva. Über einen uralten Plattenweg erreichen wir die Kapelle Virgen del Pino, die von schönem, altem Baumbestand umgeben ist.
4. Tag Durchquerung der Caldera de Taburiente
Die vollständige Durchquerung der Caldera de Taburiente steht heute auf dem Programm. Mit einem geländegängigen Fahrzeug gelangen wir zum Mirador Los Brecitos (1.083 m), hier beginnt unsere zwar anstrengende, aber nicht schwierige Wanderung. Auf einem guten Bergpfad wandern wir hinab auf den Grund des riesigen Kraterkessels, wo der Rio Taburiente tost. Der Abstieg in den Barranco de las Angustias (Schlucht der Ängste) führt über einen teilweise mit Geröll bedeckten Serpentinenpfad, gesäumt von den über 1.000 m hohen Kraterwänden. Wir wandern über Anhöhen, vorbei am heiligen Felsen der kanarischen Ureinwohner (dem Roque Idafe) und neben sowie im Bach bis zum Ausgang des Parks. Dort wartet unser Fahrzeug. Bei dieser Etappe können wir die Naturschönheiten der Insel auf engstem Raum erleben.
5. Tag Fährüberfahrt nach Teneriffa und La Gomera
Je nach Fährfahrplan - voraussichtlich früh am Morgen - setzen wir mit der Tragflügel-Fähre nach Teneriffa und weiter nach La Gomera über (bei sehr früher Abfahrt kann das Hotelfrühstück ausfallen, dann frühstücken Sie auf der Fähre - wir bitten um Ihr Verständnis). Angekommen in San Sebastian de la La Gomera beziehen wir unsere Zimmer. Die verbleibende Zeit steht zur freien Verfügung.
6. Tag Eremita de la Nieve - Felsen von Agando - Barranco de Santiago
Mit dem Bus fahren wir zum Aussichtspunkt Degollada de Peraza und wandern zur Wallfahrtskapelle Eremita de la Nieve. Die Silhouette des Teide auf Teneriffa ist allgegenwärtig! Weiter geht es zum Fuß des Felsens von Agando, des Wahrzeichens der Insel. Der zweite Teil unserer Tour führt von etwa 1.000 m Höhe über halb verlassene Dörfer wie Benchijigua oder Lo del Gato hinab in den Barranco de Santiago (die Schlucht des hl.Jakob). Unterwegs haben wir immer wieder Gelegenheit, die Pflanzenpracht der Insel zu bestaunen.
7. Tag Nationalpark Garajonay - Garajonay (1.487 m)
Von Hermigua aus folgen wir heute einem Bergpfad durch das Tal von Montforte, den Cedrobach entlang, bis zu einem Wasserfall. Vorbei am Dörfchen El Cedro und an der Lourdeskapelle gelangen wir in den etwa 4.000 ha großen Nationalpark Garajonay. Dieses Waldgebiet, der größte zusammenhängende Lorbeerwald der Erde, wurde 1986 von der UNESCO zum Erbe der Menschheit erklärt. Über den Garajonay (1.487 m), die höchste Erhebung der Insel, wandern wir schließlich nach Cercado, wo uns der Bus abholt.
8. Tag Valle Gran Rey
Vom Zentrum der Insel führt unsere Wanderung in den westlichen Teil, ins Valle Gran Rey. Auf einem bequemen Weg geht es durch schattigen Wald, hinaus auf eine Hochebene und hinab zum Dörfchen Arure, dem ehemaligen Sitz des Großen Häuptlings der Guanchen, der Ureinwohner der Insel. In der Bar von Conchita legen wir eine kurze Rastpause ein. Hinter dem Dorf führt der Weg hinauf zu einem Aquädukt und zum Mirador del Santo, von dem wir einen grandiosen Tiefblick zum Dorf Taguluche, am Meer, genießen. Wieder zurück am Weg, wandern wir an Höhlen (alte Ziegenställe) vorbei auf die Hochebene La Merica. Aufgelassene Terrassenfelder und ein alter Dreschplatz zeugen davon, dass hier einst Landwirtschaft betrieben wurde. Je weiter wir kommen, desto schöner ist der Ausblick auf das Valle Gran Rey mit seinen terrassierten Bergflanken, Palmenhainen und verstreut liegenden, weißen Häusern. Über unzählige Serpentinen gelangen wir in den wohl schönsten Ort des Tals, La Calera, und gehen von hier über zahlreiche Treppen weiter, bis wir schließlich das Meer bei Valle Gran Rey erreichen. Bei einem Bad können wir uns erfrischen, ehe der Bus uns abholt.
9. Tag Fährüberfahrt nach Teneriffa
Mit der Fähre fahren wir voraussichtlich im Laufe des Vormittags nach Los Cristianos im Süden Teneriffas. Weiter geht es per Bus ins Anaga-Gebirge im grünen Norden, dem geologisch ältesten Teil der Insel. Bei Carboneras beginnt unsere aussichtsreiche Panoramawanderung. Durch immergrünen Wald geht es auf versteckten Schmugglerpfaden ins alte Guanchen-Dorf Chinamada mit seinen Höhlenwohnungen. Auf einem Eselspfad steigen wir nun steil hinab zur Küste und können immer neue Aussichten in Schluchten und auf zackige Riffe genießen. Die Vegetation wird zunehmend tropisch. Wir erreichen Punta Hidalgo. Von dort bringt uns der Bus in 2 Std. zum Parador de Cañadas del Teide (2.150 m), im Nationalpark Las Cañadas del Teide gelegen. Hier beziehen wir unsere Zimmer für 4 Nächte.
10. Tag Besteigung des Guajara (2.717 m)
Der 2.717 m hohe Guajara ist heute unser Gipfelziel. Der breitschultrige Bergrücken ist nicht nur die höchste, sondern auch die markanteste Formation im weiten Rund des Caldera-Randes. An den sonnenverwöhnten Hängen wachsen zahllose Taginasten, die im Frühsommer ihre verschwenderische Blütenpracht entfalten. Vom Gipfel bietet sich ein überwältigender Blick in die Lava- und Bimssteinwüste der Cañadas und hinauf zum majestätischen Teide. Der Abstieg führt uns u.a. durch die schwarzen und weißen Lavafelder der Paisaje Lunar (Mondlandschaft) nach Vilaflor.
11. Tag Besteigung des Teide (3.718 m)
Für heute haben wir uns die Besteigung des Teide vorgenommen. Vom Parador bringt uns ein Fahrzeug bis zum Einstieg (ca. 2.300 m). Nun steigen wir zum Bimssteinberg Montaña Blanca (2.770 m) auf. Durch wildromantisches Vulkangelände führt ein Serpentinenweg zur Altavista-Hütte (3.260 m). Danach geht es (im Winter über Eis und Schnee) zur Bergstation der Seilbahn (5 - 6 Std.). Bei klarem Wetter hat man bereits von hier einen allumfassenden Ausblick. Der Pfad führt uns in ca. 25 Min. schließlich weiter zum Gipfel des Teide. Mit der Seilbahn fahren wir zurück. (Sollte sie nicht fahren, steigen wir die 1.400 Höhenmeter auch wieder ab, die Gehzeit verlängert sich entsprechend.)
Beachten Sie bitte: Für den Aufstieg zum Gipfel des Teide (die letzten ca. 150 Höhenmeter ab der Seilbahnstation La Rambleta) ist eine Genehmigung der Nationalparkverwaltung erforderlich.
Die Erlaubnis für die Besteigung wird nur in beschränktem Maße erteilt, nur eine bestimmte Anzahl von Bergsteigern darf pro Jahr und pro Gruppe den Gipfel besteigen. Wir werden uns um die Genehmigung für Ihre Gipfelbesteigung kümmern, können diese allerdings nicht garantieren. Die Nationalparkverwaltung behält sich, z.B. bei schlechten Wetterverhältnissen wie Schnee oder Eis am Gipfel, vor, die Erlaubnis nicht zu erteilen oder kurzfristig zurückzuziehen. In diesem Fall gehen wir nur bis zur Seilbahnstation, bereits von dort bietet sich ein prachtvoller Blick über die Insel.
12. Tag Masca-Schlucht
Wir fahren zum kleinen Dorf Masca im Nordwesten der Insel. Von hier zieht sich ein gewaltiger, 600 m tiefer Barranco (Schlucht) bis hinunter zum Meer. Beeindruckend sind die hohen Felswände der Schlucht, durch die sich ein schmaler Pfad schlängelt. Schließlich weitet sich die Schlucht wir gelangen zu einer kleinen Bucht. Von einem Felsplateau aus können wir ein erfrischendes Bad genießen, bevor uns bei ruhiger See ein Boot abholt. Vorbei an riesigen Basaltformationen fahren wir nach Los Gigantes. In Los Gigantes holt uns der Bus ab. Bei starkem Wellengang ist die Bootsfahrt nicht möglich, so dass wir die Masca-Schlucht wieder hinaufsteigen bis zum Dorf, wo uns der Bus erwartet.
13. Tag Heimreise
Rückflug nach Deutschland.
Generelle Hinweise
Flüge ab anderen deutschen Städten gegen Aufpreis und nach Verfügbarkeit
Charakter der Tour und Anforderungen
Die 3- bis 7-stündigen Wanderungen erfordern entsprechend Ausdauer und gute Kondition. Die im Tagesprogramm angegebenen Wanderzeiten können, je nach Witterungsbedingungen, Jahreszeit und Gruppenzusammensetzung, recht unterschiedlich ausfallen. Pro Tag sind bis zu 1.355 Höhenmeter im Aufstieg und bis zu 1.450 m im Abstieg zu überwinden. Die einzelnen Etappen führen zum Teil über nicht unterhaltene Wege und Pfade oder gar durch wegloses Gelände. Sie wandern über vulkanisches Gelände, Wurzeln, Steine, Geröll und Schotterpisten. Wir empfehlen, sich für diese Reise durch Wanderungen und/oder ausgedehnte Waldläufe vorzubereiten.
Für die Durchquerung der Caldera de Taburiente auf La Palma (Tag 4) sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Der Weg ist teilweise schmal und ab und zu etwas ausgesetzt.
Die Besteigung des Teide auf Teneriffa (Tag 11) stellt erhöhte Anforderungen an Kondition und Ausdauer. Es kann vorkommen, dass die Seilbahn bei zu starkem Wind nicht fährt; in diesem Fall legen wir auch den Abstieg zu Fuß zurück.
Diese beiden Etappen und die Tage 3 und 10 können - vor allem bei schlechten Wetterverhältnissen - den Anforderungen einer Tour der Kategorie III entsprechen, der Sie sich ebenfalls gewachsen fühlen sollten.
Auf La Palma und La Gomera wohnen Sie jeweils in kleinen Stadthotels (Landeskategorie 3*) in Los Llanos de Aridane und San Sebastian. Die Zimmer sind einfach ausgestattet. Dank der zentralen Lage haben Sie die Möglichkeit, nach den Wanderungen noch zu einem kleinen Stadtbummel aufzubrechen. Auf Teneriffa wohnen Sie im Parador de Cañadas del Teide (4* Landeskategorie). Das gepflegte Hotel liegt auf 2.150 m Höhe am Fuß des Guajara (2.717 m) und des Teide und ist das einzige Gebäude im Nationalpark Las Cañadas del Teide. Hier können Sie abends die Ruhe und Abgeschiedenheit diese Landschaft genießen. Von Ihren Unterkünften aus starten Sie zu den Wanderungen in verschiedenen Teilen der Inseln. Wenn Sie nicht direkt vom Hotel aus aufbrechen, bringt Sie ein Bus zum Ausgangspunkt der Tageswanderung und an deren Ende, wie im Programm angegeben, zu Ihrem Quartier zurück. Sollte Ihnen einmal nicht nach Wandern zumute sein, können Sie eine Tour auch einfach ausfallen lassen.
Als Mittagessen für unterwegs nehmen Sie ein Picknick mit oder kehren in kleinen Bars oder Restaurants ein. Am späten Nachmittag oder abends speisen Sie in landestypischen Lokalen.
Fakultativ besteht die Möglichkeit, diese Reise mit einem Verlängerungsaufenthalt auf Teneriffa abzurunden. Wir beraten Sie gerne (Preise auf Anfrage). Gute Wanderwege und Bergpfade, oft schmal und steinig, einige längere, steile Abstiege. Teide hat die III-Fuß Schwierigkeit, Kondition und Trittsicherheit wichtig.
Ausrüstung
Für diese Reise benötigen Sie sowohl leichte, atmungsaktive als auch warme, wind- und regenundurchlässige Kleidung sowie Bergstiefel mit guter Profilsohle für die Wanderungen. Für steilere Abstiege und rutschige Wegstellen sind Wander- bzw. Trekkingstöcke zu empfehlen.
Klima
Das Klima auf den Kanaren ist ausgeglichen und daher sehr angenehm. Im März herrscht in Küstennähe eine Durchschnittstemperatur von ca. 18°C. Bezaubernd ist der subtropische Inselfrühling, der diesen Monat trotz möglicher Regenfälle zu einem der schönsten des Jahres macht. Wolken, die sich an den Nordhängen der Berge meist morgens bilden, lösen sich nachmittags wieder auf. In höheren Lagen kann der Wind kalt und heftig wehen und es kann noch Schnee liegen. Im Oktober beträgt die durchschnittliche Temperatur an der Küste ca. 22°C, auf dem Teide kann eventuell bereits wieder Schnee liegen, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer als im Frühjahr.
Gepäck
Während der Wanderungen tragen Sie nur Ihren Tagesrucksack mit dem Notwendigsten (z.B. Trinkflasche, Fotoapparat, Picknick, Wind/Regenjacke). Ihr Hauptgepäck wird transportiert, Sie können daher sowohl mit einen Koffer / Trolley als auch einer stabilen Reisetasche (am Besten mit Rollen) reisen.