Ab in den Süden - Wandern in Andalusien
Leichte Wanderungen und Kultur im Osten Andalusiens
Ursprüngliche Steilküste, erwanderbare kleine Buchten und Strände
Zeit für Kultur - Erkundungen in Granada und Almería
Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Alhambra
Wadis und Vulkane im Küstennaturpark Cabo de Gata-Nijar
Besichtigungen in Guadix - Höhlenwohnungen
Familiengeführte Standortunterkunft - nur 5 Minuten vom Strand
Angenehme Wandertemperaturen und strahlendes Licht laden Sie ein, den nördlichen Gefilden für einige Tage den Rücken zu kehren. Geschützt als Biosphärenreservat und Küstennaturpark ist Cabo de Gata-Nijar von der Bebauung der letzten 30 Jahre, die so manchen Küstenstreifen am Mittelmeer verändert hat, weitgehend unberührt geblieben. Durch das warme Halbwüstenklima im vulkanischen Küstengebirge verlagern sich die Vegetationsphasen in den Herbst bis Frühling. Sie wandern in frischem, zarten Grün, das im Schutz von Felsen und Wadi-Becken "schüchtern" hervorkriecht. Mitten im Naturpark Cabo de Gata-Nijar wohnen Sie im ruhigen Stranddorf San José an der Costa de Almería und erkunden die Steilküste, Klippen und versteckte Buchten mit einladenden Stränden. Windgeschützt, auf Pfaden durch Wadis mit interessanten Ökosystemen erreichen Sie eine Caldera (Vulkankessel) im kleinen Küstengebirge und können mit etwas Glück im Vulkangestein Granate, Amethyste und Achate entdecken. Bei Ihren Spaziergängen durch die Altstädte von Granada und Almería entdecken Sie andalusische Städte und deren kulturelle Höhepunkte, wie z.B. das UNESCO-Weltkulturerbe Alhambra.
Reiseverlauf
1. Tag Anreise
Flug nach Málaga. (Flughafentransfer nur in Verbindung mit dem Gruppenflug). Nach der Ankunft am frühen Nachmittag fahren wir nach San José, einem schön gelegenen, ruhigen Stranddorf, das mitten im Küstennaturpark Cabo de Gata-Nijar liegt Dort beziehen wir unsere Zimmer in einem Hostal (eine Art kleines, familiäres Hotel), das für 6 Nächte unser Zuhause sein wird.
2. Tag Caldera von Rodalquilar und der Strand Playa Playazo
Als einziger Naturpark Andalusiens umfasst der Küstennaturpark Cabo de Gata-Nijar sowohl Küsten- als auch Festlandgebiete. Im Inneren ist er trocken und karg, doch zum 26.000 ha großen Gebiet vulkanischen Ursprungs gehören auch steile Klippen, unberührte Buchten mit kleinen, verborgenen Sandstränden sowie Feuchtgebiete und Salinen. Nach einer kurzer Anfahrt erreichen wir das Tal von Rodaquilar, das aus einer ovalen 8 km langen und 4 km breiten vulkanischen Caldera (= Vulkankessel) mit afrikanisch anmutender Steppenlandschaft besteht. Wir queren das Tal, kommen dabei an der kleinen Festung "Torre de los Alumbres" aus dem XV Jh. vorbei und überwinden die umliegenden Hügel zumeist auf schmalen Trampelpfaden. Schließlich erreichen wir über ein Wadi-Becken die Bucht "Calla de los Cuervos". Weiter gehen wir über Klippen und fossile Dünen zur Kanonenstellung "Castillo de San Ramon" XVIII Jh., das am Strand "Playa Playazo" steht. Über den hügeligen Rand der Caldera mit dem Panorama der unberührten Küste gehen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt. (Wanderung ca. 12 km)
3. Tag Goldminen von Rodaquilar und Vulkankessel Majada Redonda
20 Minuten Fahrt sind es bis zum Zentrum der Naturparkverwaltung im ehemaligen Goldgräberdorf Rodalquilar. Wir besuchen das Minenmuseum, das uns den vulkanischen Ursprung und die Minentätigkeit der Region veranschaulicht. Anschließend spazieren wir durch den Botanischen Garten des Zentrums, um uns auf die in Europa seltene Flora der Halbwüste vorzubereiten. Nach einer kurzen Anfahrt erreichen wir die Siedlung "Las Precillas", unseren Ausgangspunkt für die Erkundung der Wadi-Becken (im Spanischen "ramblas" genannt). In diesem Ökosystem gibt es nur sporadisch Wasser. Dennoch verbleibt an einigen Stellen fast das ganze Jahr über eine gewisse Restfeuchtigkeit. Oleander, Feigenbäume, Johannisbrotbäume und Zwergpalmen verleihen den Ramblas manchmal einen oasenartigen Charakter. Auf unserer Wanderung (ca. 6 km), zuerst über Trampelpfade und teils wegloses Gelände, treffen wir auch auf eine geologische Besonderheit, den vulkanischen Krater Majada redonda. Mineralien-Freunde werden begeistert sein, denn gerade im Winter, nach den seltenen Regenfällen, finden wir mit etwas Glück Achate, Amethyste u. v. m.
4. Tag Buchten im Westen von San José
Heute brechen wir zu den versteckten Buchten im Westen von San José auf. Am Dorfende von San Josè beginnen wir unsere Tour an einer restaurierten Windmühle mit Blick über den fast 1,5 km langen Sandstrand der Bucht Genoveses. Ebenfalls durch eine vulkanische Caldera gebildet ist Genoveses eine der letzten Enklaven dieser Ausmaße in Europa, die (noch) nicht dem Landschaftsfraß des Massentourismus zum Opfer gefallen ist. Wir kommen an verschiedenen typischen Gehöften (im Spanischen "Cortijos" genannt) vorbei und gelangen zu den kleinen, nur zu Fuß erreichbaren, Stränden auf der Rückseite der Caldera. Auf unserem Rückweg queren wir den langen Sandstrand der Genoveses. Die ca. 13 km lange Tour führt uns über Pfade, Strände und Wege und ist teils leicht ausgesetzt. Mit Blick auf Felsformationen aller Art und Farbe gehen wir von Bucht zu Bucht. Mit Wintertemperaturen von 14 - 17°C ist das Wasser hier immer noch wärmer, als das der meisten Bergseen. Vielleicht reizt uns ein erfrischender Sprung in die Fluten.
5. Tag Almería und die Salinen von Cabo de Gata
Nach 45 Minuten Fahrt erreichen wir die Provinzhauptstadt Almería, die zusammen mit Granada zu den letzten Bastionen des über 800Jahre währenden muslimischen Al-Andalus gehörte. Oberhalb des Hafens erhebt sich die Burg "Alcazaba" von Almería die uns zu einem Spaziergang in ihren Gärten einlädt und das Panorama des Golfes von Almería vor dem Bergen des Cabo de Gata bietet. Nach dem Besuch der Burg spazieren wir durch die Altstadt mit ihrer Wehrkathedrale aus dem XVI Jh. und nach dem wir uns mit einigen "Tapas" gestärkt haben fahren wir zu den Salinen von Cabo de Gata. Die Salinen gehören zu den wenigen Brutplätzen der Flamingos in Europa und ist innerhalb des Naturparks ein besonderes Vogelschutzreservat das von verschieden Observatorien den Blick auf seine scheuen Bewohner zulässt. Etwas weiter kommen wir zum eigentlich Kap von Gabo de Gata. Von hier bietet sich uns eine wunderbare Aussicht über den unberührten Küstenabschnitt. Auf einer unbefestigten, gesperrten Straße oberhalb der Klippen gehen sie ca. 4 km über gute Wege Richtung San José und genießen das milde Abendlicht. Wer möchte, kann alternativ mit dem Reiseleiter zurück nach San José fahren und die Wanderer am Treffpunkt mit dem Auto abholen.
6. Tag Gipskarstgebiet von Sorbas
Ein sehr liebevoll eingerichtetes Geologisches Museum mitten auf dem Land unterhalb eines fossilen Korallenriffs macht uns mit der Landschaft vertraut. Nach dem Besuch fahren wir zum ehemaligen Wassermühlendorf "Molinos de Río de Aguas". Der Name "Río de Aguas" bedeutet "Fluss der Wasser". Das Wasser versickert immer wieder im Boden, um etwas tiefer, dem Canyon folgend, wieder aufzutauchen oder von neuen Quellen gespeist zu werden. Wir erkunden das Gipskarstgebiet von Sorbas mit einem der größten Gipsvorkommen Europas. Die Tour ist von besonderem geologischem Interesse. Wir wandern über den Gipskarst mit seinen Dolinen und den hier typischen "Tumulus" (= hohlräumige Gipswölbungen an der Oberfläche), steigen in die teils canyonartige Schlucht ab und folgen ihrem Lauf. An den Felsen entdecken wir u.a. Schichtungen des wasserdurchlässigen Gipses, bioklastisches Gestein und fossile Korallen.
Am Ende der Wanderung erreichen wir wieder die internationale Siedlung Molinos de Río de Aguas. Ihre Bewohner bemühen sich um einen vernünftigen Umgang mit den Wasserreserven in ariden Gebieten. Ihre Ideen wurden zum Teil erfolgreich in Projekten mit internationaler Kooperation in Wüstenregionen umgesetzt. (Wanderung ca. 5 km)
7. Tag Maurische Stadt Granada - UNESCO Weltkulturerbe Alhambra
Ca. 2 Std. Fahrt durch sehr abwechslungsreiche Landschaft trennen uns von Granada. Zuerst durchqueren wir die Wüste von Tabernas; wir fahren vorbei an verschiedenen Filmstädten, in denen die meisten Italo-Western-Filme der 70er Jahre gedreht wurden. Danach sehen wir die Höhlenwohnungen von Guadix und passieren anschließend den Naturpark der Sierra Huetor, dessen dichte Tannen- und Kiefernwälder schon fast an den Schwarzwald erinnern.
Granada selbst liegt wunderschön vor der Kette der verschneiten Gipfel der Sierra Nevada, die Stadt erstreckt sich über drei Hügel: den Burgberg Alhambra, den Albaicín und den Sacromonte. Am Vormittag machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt mit ihrem historischen Viertel Albaicin; der Nachmittag gehört der Alhambra von Granada. Die Anlage mit ihren Pavillons, Säulenhallen und Höfen liegt auf einem bewaldeten Hügel, von dem sich ein schöner Blick auf die Stadt bietet. Die Alcazába (Burg) gehört zum ältesten Teil des Komplexes, das Herzstück der "Medina de la Alhambra" bildet jedoch der Königspalast - ein vollendeter Ausdruck maurischer Baukunst. Bei einem Abschiedsessen lassen wir unsere Reise ausklingen.
8. Tag Heimreise
Der Vormittag bis zum Abflug steht uns zur freien Verfügung (unser Gepäck können wir bis zur Abreise im Hotel lassen). Mittags (Flugplanänderung vorbehalten) erfolgt der Transfer nach Málaga und der Rückflug nach Deutschland.
Generelle Hinweise
Anschlussflüge nach Verfügbarkeit: ab anderen deutschen Städten Euro 80, ab Österreich/Schweiz ab Euro 150
Charakter der Tour und Anforderungen
Teilnehmer und Teilnehmerinnen dieser Reise sollten Trittsicherheit mitbringen (gemeint ist sicheres Gehen auf unterschiedlich beschaffenem Gelände) und gewohnt sein, mühelos mehrere Stunden am Tag zu wandern.
Die 2- bis 5-stündigen Wanderungen verlaufen auf guten Pfaden und Wegen; abschnittsweise kann es auch durch wegloses, doch leicht begehbares Gelände gehen. Selbst wenn selten nennenswerte Höhenunterschiede zu überwinden sind, haben wir es öfter mit kleinen rollenden Steinen auf den Wegen zu tun. Unterwegs achten wir immer wieder auf die besonderen Lichtverhältnisse und haben genügend Zeit zum Beobachten und Fotografieren, aber auch, um Pflanzen und Mineralien zu bestimmen.
Während der Wanderungen tragen Sie nur das Notwendigste (Sonnenschutz, Fleece-Jacke, Regenschutz, Picknick, Trinkflasche, Fotoapparat etc.). Ihr Tagesrucksack sollte dafür ein Fassungsvermögen von ca. 25 - 30 l haben.
Sie übernachten in San José in einem kleinen, familiären Hostal mit geräumigen Zimmern. In Granada sind Sie in einem zentral gelegenen 3-Sterne-Stadthotel (Landeskategorie) untergebracht. Die Verpflegung besteht aus einfachen, landestypischen Speisen. Ihr Reiseleiter steht Ihnen den ganzen Tag über zur Verfügung, ist aber beim Abendessen nicht anwesend, da er in der Nähe wohnt. Am nächsten Morgen stößt er rechtzeitig vor Programmbeginn wieder zur Gruppe. Zwei- bis fünfstündige Wanderungen auf guten Pfaden und Wegen; Wärme und Licht im Frühling und Herbst in Andalusien; Zeit zum fotografieren und für sich selbst.
Klima
Ende Dezember liegen die Tages-Durchschnittstemperaturen in Almería zwischen 16°C und 19°C. Nachts kühlte es auf 8°C bis 11°C ab. Anfang März schwanken die mittleren Tagestemperaturen tagsüber zwischen 17°C bis 21°C und Ende März zwischen 18°C bis 22°C. Nachts fallen diese auf 11°C bis 14°C. Im November liegen die mittleren Tagestemperaturen ebenfalls bei 18°C bis 21°C. Mit 2 - 4 Regentagen pro Monat im Küstennaturpark Cabo de Gata ist diese Jahreszeit ideal zum Wandern.
Im Gipskarst von Sorbas ist in etwa die gleiche Niederschlagsmenge zu erwarten, die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind jedoch stärker ausgeprägt, die Temperaturen etwa 1°C niedriger.
Granada (ca. 600 m) liegt auf der Nordseite der Sierra Nevada. Hier herrscht überwiegend Kontinentalklima. Es ist trocken, es kann zu extremen Temperaturschwankungen kommen, nicht nur zwischen Tag und Nacht, sondern auch zwischen sonnigen und schattigen Bereichen.
Ausrüstung
Wir empfehlen wind- und regenundurchlässige Wanderkleidung, die man bei Bedarf nach dem "Zwiebelschalen-Prinzip" an- und ablegen kann. Für die Wanderetappen sind leichte, guten Halt bietende Leichtberg- oder Trekkingschuhe nötig. Wer es gewohnt ist, mit Teleskopstöcken zu gehen, sollte bei einigen Etappen darauf nicht verzichten.
Beachten Sie bitte unsere ausführliche Ausrüstungs-Checkliste für diese Reise, die Sie nach Ihrer Anmeldung erhalten.
Gepäck
Für diese Reise können Sie einen Koffer oder eine Reisetasche mitnehmen.