Großbritannien - Wales - das Land der Cymry

Mancher, der schon durch Wales geeilt ist um die Fähre nach Irland zu erreichen, mag über die schöne Landschaft überrascht gewesen sein und aus den zweisprachigen Ortsschildern zu Recht geschlossen haben, dass Wales nicht England ist. Damit hat er sicherlich bereits zwei wesentliche Merkmale von Wales erkannt, aber zu Wales gehört freilich noch einiges mehr, das dem flüchtigen Besucher verschlossen bleibt. Als ob sich das über viele Jahrhunderte unbezähmbare Wales auch heute noch zu schützen weiß und sich nur demjenigen erschließt, der sich Zeit nimmt und sich liebevoll auf dieses uralte Land einläßt. Ihm aber vermag Wales zum Ereignis zu werden.

Nähern wir uns Wales in diesem Sinne, erkennen wir schon bald, mit wie vielen verschiedenartigen Fazetten dieses kleine Land aufwartet. Da sind die Landschaftsformen - sie ändern sich fast täglich: Malerische Klippen und Sandstrände im südlichen Pembrokeshire, verträumte Wälder, Hügel, Seen und einsame Hochmoore in Mittelwales, dann der Snowdon, das höchste Bergmassiv Großbritanniens, und schließlich die wildromantische Nordküste. Oder die walisischen Menschen, die selbst gerade dabei sind, ihre alte Sprache neu zu entdecken und stolz sind, uns auf den Weg ihrer langen Geschichte zu schicken, der von weit über 500 einst hart umkämpften Burgen sowie zahlreichen Klöstern und Kathedralen gesäumt ist. Da sind aber auch die Schatten einer Zeit, als die frühe Industrialisierung kühne Experimente mit Menschen und Landschaften wagten, und da ist Cardiff, die junge Hauptstadt, die lebendig und zukunftsgerichtet das helle Antlitz einer modernen Stadt bietet.

Und dann hat Wales noch Anteil an der Anderswelt, ein eigentümlicher Mix aus mythologischen, prä-historischen und keltischen Elementen, eine Anderswelt, in der Wirklichkeit und Phantasie ineinander übergehen, und die bis in unsere heutige aufgeklärte Zeit hineinwirkt.

Gerade dieses walisische Charakteristikum findet in unserer Programmgestaltung eine besondere Berücksichtigung. So wandern wir zu Grabkammern und Steinkreisen aus der Bronzezeit, zu abgelegenen Druidenhainen und Steinkreuzen aus der Keltenzeit, zu den eindrucksvollen Betstätten des Mittelalters, zu den Dichtern, Musikern und Impressionisten des 19. und 20. Jh. und zu den architektonischen Phantasien der Moderne. Wir begeben uns in das Zauberlabyrinth walisischer Märchen und Legenden und folgen in geheimnisvollen Burgruinen den Spuren des Unsichtbaren.

Gehen Sie mit uns auf diese einzigartige Entdeckungstour! Erleben Sie 13 Tage lang Aspekte von Vergangenheit, Gegenwart und Anderswelt, die in Wales verschmelzen wie selten anderswo und die diesem Land sein besonderes Gepräge verleihen. Unser Programm ist originell, umfassend und anregend. Schöne Spaziergänge und Wanderungen runden das vielseitige Programm ab. Diese führen immer wieder zurück zum Bus bzw. zum Hotel. Trotz des vielseitigen Programms ist die Reise entspannend, da wir meist mehrere Nächte im gleichen Hotel verbringen, die Fahrstrecken nicht zu lang sind, die Zahl der Teilnehmer begrenzt ist und dem Mitreisenden eine Fülle von organisatorischen Problemen abgenommen wird.

Reiseverlauf

1. Tag: Würzburg - Frankfurt-Flughafen - Köln - Calais

Abfahrt unseres Reisebusses um 8.30 Uhr in Würzburg (Hauptbahnhof, Ostseite, Taxistand). Auf der Autobahn über Frankfurt-Flughafen, Köln, Aachen nach Calais in Nordfrankreich. Bummel zu Rodins berühmter Steinplastik "Die Bürger von Calais". Abendessen. Übernachtung.

2. Tag: Calais - Tintern Abbey - Cardiff

Frühstück. Mit einem Fährschiff von "P&0 Ferries" von Calais nach Dover. Weiter durch Südengland. Jenseits des Bristol Channels beginnt Wales. Zunächst besuchen wir Chepstow und die malerischen Ruinen von Tintern Abbey, ehemals eine stolze Zisterzienserabtei. Jenseits des Flusses Wye verlief einst Offa's Dyke, den der sächsische König Offa im 8. Jh. zum Schutz gegen die Überfälle der Waliser anlegen ließ. Weiterfahrt in die walisische Hauptstadt Cardiff. Abendessen. 2 Übernachtungen im Stadtzentrum.

3. Tag: Cardiff und Ausflug: Brecon Beacons Nationalpark

Frühstück. Nach einem kleinen Stadtrundgang durch Cardiff empfiehlt sich sehr der Besuch des Nationalmuseums einschl. der Impressionistengalerie (u.a. Renoir, Monet, van Gogh, Rodin). Am Nachmittag machen wir einen Ausflug in nördliche Richtung. Wir besuchen Merthyr Tydfil, eine geschichtsträchtige Stadt, in der während der Industriellen Revolution vor 200 Jahren einmal die weltweit größten Eisenwerke standen. Hier wurde 1843 der walisische Komponist Joseh Parry geboren.
Mit der Brecon Mountain Railway, einer Schmalspureisenbahn, machen wir eine Ausflugsfahrt durch die schöne Landschaft des Brecon Beacons Nationalpark. Gelegenheit zu einer Wanderung (1,5h). Zurück nach Cardiff. Abendessen.

4. Tag: Cardiff - Carreg Cennen Castle - Laugharne - Saundersfoot

Frühstück. Wir verlassen Cardiff in westlicher Richtung. Schon bald nach Swansea beginnt das von Märchen, Mythen und dichterischen Impulsen durchdrungene Carmarthenshire. Wie ein dunkles Geheimnis liegt Carreg Cennen Castle spektakulär auf einem mächtigen Kalksteinhügel am Rande des Black Mountain, dessen merkwürdiger steinbehauener Graben in eine Höhle übergeht. Möglichkeit zu einer Entdeckungstour (1,5h).
In Carmarthen wehen uns die unsichtbaren Kräfte des legendären Zauberers Merlin entgegen, der hier geboren worden sein soll. Museumsbesuch im Dorf Abergwili. Dann folgen wir den Spuren von Dylan Thomas in das berühmte Bootshaus von Laugharne, wo der große walisische Dichter seine glücklichsten und produktivsten Jahre verbrachte. Kurze Fahrt nach Pembrokeshire in das Fischerdorf Saundersfoot. Abendessen. 3 Übernachtungen.

5. Tag: Saundersfoot und Ausflug: Carew - Pembroke - Lily Ponds

Frühstück. Saundersfoot. Unser heutiger Ausflug führt zunächst nach Carew mit seinem berühmten keltischen Steinkreuz vor der schön gelegenen Burg. Spaziergang zur French Mill. In Pembroke lernen wir das eindrucksvolle Castle, das Turner später zu einem berühmten Gemälde angeregt hat, auf einer originellen deutschsprachigen Führung kennen. Die Unentwegten werden es sich nicht entgehen lassen wollen, im unteren Teil des Dungeon Tower auch die schaurige Gefangenenzelle bzw. die dunkle Wogan Cavern zu inspizieren.
Wesentlich entspannter geht es im südlichen Teil der Halbinsel Castlemartin zu: Entlang der wundersamen Wege und Brücken zwischen den Lily Ponds, den Lilienteichen, wandern wir hinunter bis zum weißen Sandstrand am Meer (2h). Abendessen.

6. Tag: Castell Henllys - Pente Ifan - Dinas Island - St. David's

Nach dem Frühstück geht es von Saundersfoot in die Preseli Hills, dem "Land der Magie und des Zaubers", einem Gebiet, in dem die Mythenepen der "Mabinogi" zu Hause sind und von wo einst die Stonehenge-Steine herstammten. Magische Stimmung herrscht am Castell Henllys, einem Hügelfort aus der Eisenzeit zusammen mit der Nachbildung eines Eisenzeit-Dorfes, in dem als "Kelten" verkleidete Menschen uns an ihrem Leben teilhaben lassen. Führung. Dann besuchen wir den etwa 4000 Jahre alten Dolmen Pentre Ifan, die größte neolithische Grabkammer auf walisischem Boden. Der Blick von hier reicht bis ans Meer, insb. zur Halbinsel Dinas Island, die wir kurz darauf auf einer Wanderung (2h) umrunden.
Schließlich besuchen wir noch das nur etwa 2000 Einwohner zählende Dorf St. David's, das einige Besonderheiten aufweist: St. David's ist nämlich in Wirklichkeit eine "Stadt" - die kleinste Stadt Großbritanniens. Hier steht die größte Kirche von Wales, die gleichzeitig eine der ältesten von Großbritannien ist. Als Pilgerort - schließlich war St. David der Sohn einer Nonne, seine Geburt hat ein großes Unwetter ausgelöst und im Augenblick seiner Geburt hat eine heilkräftige Quelle zu sprudeln begonnen - konkurrierte St. David's einstmals mit Rom und Jerusalem. Die herrliche Kathedrale und die Ruinen des Bischofspalastes hinterlassen einen starken Eindruck. Über Haverfordwest, dem Hauptort von Pembrokeshire zurück nach Saundersfoot. Abendessen.

7. Tag: Saundersfoot - Tenby - Caldey Island - Rayader

Frühstück. Zunächst fahren wir in das nur 5km entfernte, überaus beliebte Tenby. Hier gibt es reizvolle enge Gassen mit alten Wohn- und Kaufmannshäusern, eine mittelalterliche Stadtmauer, eine Burgruine, ein interessantes Museum, die größte Pfarrkirche von Wales, Sandstrände. Und es gibt eine Insel. Diese heißt Caldey Island, ist wunderschön und birgt ein Zisterzienserkloster. Ein Motorboot wird uns hin- und wieder zurückbringen.
Dann verlassen wir den Süden und wenden uns der Bergwelt von Mittelwales zu. Entlang des Flusses Teifi kommen wir zunächst in das Städtchen Lampeter mit der ältesten Universität von Wales. Im Moorgebiet Cors Caron, Rückzugsgebiet vieler Vogelarten, unternehmen wir eine kleine Wanderung (1h) auf gut ausgebauten Holzstegen. Schließlich besuchen wir noch die Ruinen des Zisterzienserklosters Strata Florida aus dem 12. Jh., bevor wir durch eine wundersame Gebirgsgegend in das Städtchen Rayader gelangen. Abendessen in einem Pub aus dem 16. Jahrhundert. 2 Übernachtungen.

8. Tag: Rayader und Ausflug: Elan Valley - Devil's Bridge - Aberystwyth

Frühstück. Zunächst lassen wir uns durch die bezaubernde Landschaft des Elan Valley überraschen, die uns immer wieder zu kleinen Spaziergängen verführt. Weiter dann durch die einzigartigen Cambrian Mountains bis zur legendären Devil's Bridge. Möglichkeit zu einer Wanderung mit tollem Blick auf die Mynach Falls (1h).
Auf einer Panoramastrasse dann hinunter nach Aberystwyth, einem wichtigen geistigen Zentrum im mittleren Wales. Hier steht die walisische National-bibliothek und eine Universität, es gibt eine ausgebildete Kultur- und Kunstszene, bunte Häuser, eine einladende Promenade und nicht zuletzt den Constitution Hill (113m), von welchem man auf die weite Cardigan Bay, über 26 Berggipfel oder durch das Teleskop der hier eingerichteten "camera obscura" auch in die Wohnzimmer der Stadthäuser blicken kann. Rückfahrt durch das Rheidol-Tal. Abendessen.

9. Tag: Rayader - Machynlleth - Snowdon - Llandudno

Frühstück. Über Llanidloes zum Glywedog Stausee und zum einsamen Glaslyn See. Vom Aussichtspunkt ein weiter Blick hinunter ins Dulas Valley und ans Meer. Aufenthalt in der einstmals bedeutsamen Stadt Machynlleth. Vorbei am legendären Bergmassiv Cader Idris, benannt nach einem mythischen Riesen, und über den aussichtsreichen Pass von Aberglaslyn gelangen wir in das reizvoll gelegenen Dorf Beddgelert, wo wir uns natürlich von der tragischen Geschichte von Prinz Llywelyn und seinen treuen Hund anrühren lassen.
Dann nach Llanberis zum Ausgangspunkt der historischen Zahnradbahn, mit der wir den 1085m hohen Snowdon erklimmen, von dem wir (bei gutem Wetter) einen herrlichen Rundblick auf die umliegende Bergwelt genießen können (evtl. wird wegen Bauarbeiten der Gipfel selbst nicht angefahren). Es besteht die Möglichkeit, von halber Höhe zu Fuß nach Llanberis hinunterzuwandern. Über Betws-y-Coed ans Meer nach Llandudno, dem meistbesuchten, viktorianischen Seebad von Wales. Abendessen. 3 Übernachtungen.

10. Tag: Llandudno und Ausflug: Conwy - Great Orme's Head

Frühstück. Llandudno. Am Vormittag machen wir mit dem Zubringerbus einen Ausflug in das bezaubernde Städtchen Conwy mit seiner fast vollständig erhaltenen und begehbaren Stadtmauer mit 21 halbrunden Türmen sowie der malerischen Burgruine vor einer imposanten Bergkulisse.
Mit einer über 100 Jahre alten Seil-Straßenbahn (weltweit gibt es solche nur noch in San Francisco und Lissabon) geht es dann hinauf zum Great Orme's Head (207m). Dieses Kalkstein-Vorgebirge gewährt herrliche Ausblicke und manche prähistorische Sehenswürdigkeiten. Auf unserem Programm steht auch der Besuch des Kupferbergwerks Great Orme Mine aus der Bronzezeit. Abendessen.

11. Tag: Llandudno und Ausflug: Caernarfon - Menai Strait - Insel Mon (Anglesey)

Frühstück. Llandudno. Eine Ausflugsfahrt bringt uns entlang der schönen nordwalisischen Küste nach Caernarfon, malerisch an der Menai Strait gelegen. Das von Edward I errichtete Castle gehört zu den eindruckvollsten mittelalterlichen Festungen in Europa. 1969 fand dort die Investitur von Prinz Charles als Prinz von Wales statt. Mit einem Ausflugsschiff umfahren wir das Castle und shippern noch ein Stück in die Menai Strait hinein. Dann weiter auf die Insel Mon (Anglesey), einstmals das Zentrum der keltischen Druiden. Aus der Steinzeit stammen die geheimnisvolle Grabkammer Bryn Celli Ddu sowie andere spirituelle Stätten in der Umgebung.
An der Malltraeth Bay lädt uns eine stille schöne Dünenlandschaft zu einem Nachmittagsaufenthalt ein. Dann halten wir natürlich noch am Bahnhof von Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllandysiliogogogoch. Als offizielle Reiseleistung erhalten Sie eine schmale, extra-lange Bahnsteigkarte. Den letzten Abend in Wales verbringen wir in Ruthin. Hier sind wir Gast bei einem unterhaltsamen mittelalterlichen Bankett mit Abendessen.

12. Tag: Llandudno - Chester - Hull

Frühstück. In St. Asaph besuchen wir noch die kleinste mittelalterliche Kathedrale Großbritanniens, bevor wir Wales verlassen. Errichtet auf römischen Fundamenten gilt Chester heute als die "mittelalterlichste" Stadt Englands. Wir bummeln durch die von Fachwerkhäusern mit hochgelegenen Laubengängen gesäumten "rows" oder spazieren auf der alten römischen bzw. mittelalterlichen Stadtmauer mit faszinierender Aussicht auf die Stadt und die reizvolle Umgebung.
Dann fahren wir quer durch Mittelengland nach Hull. Die Nacht verbringen wir auf einem Fährschiff von "P&0 North Sea Ferries". Abendessen an Bord, Übernachtung in Kabinen.

13. Tag: Europoort - Würzburg

Frühstück an Bord. Heimreise vom Europoort über Rotterdam - Köln - Frankfurt-Flughafen nach Würzburg. Ankunft gegen 19.30 Uhr.

Generelle Hinweise

Genauere Hinweise über Treffpunkt, Versicherungen, Hotel-Adressen enthält unser Merkblatt, das allen Teilnehmern rechtzeitig zugesandt wird.

Zusätzliche Leistungen Preis in €
Einzelzimmerzuschlag 280,00 Euro

BUCHEN / VORMERKEN