Sardinien - Supramonte-Durchquerung
Anspruchsvolles 5-tägiges Trekking im Supramonte-Massiv
Trekkingliebhaber zieht es in den Osten der Insel ins wilde Kalksteingebirge Supramonte. Das Gebirgsmassiv besticht durch weite Hochflächen, Dolinen und Höhlen. Viele der tief eingeschnittenen Schluchten enden in den Buchten des Golfes von Orosei. Neben karger Felslandschaft, dichten Waldgebieten mit alten Steineichen oder Wacholder zeigt Ihnen Ihr sardischer Reiseleiter Gavino zarteste endemische Pflanzen. Auf den kaum begangenen Pfaden stoßen Sie immer wieder auf alte Hirtenhütten. An den Abenden sorgen ruhige Lagerplätze und gemütliche, einheimische Unterkünfte für einen erholsamen Schlaf.
Wanderung zur größten Schlucht Europas und zum Canyon Baccu Erittili
Einblicke in die Hirtenkultur sowie in die Bergdörfer Orgosolo und Dorgali
Gepäcktransport während des Trekkings - Wandern mit Tagesrucksack
Übernachtungen unter freiem Himmel, in einsamen Camps und im Hotel
Reiseverlauf
1. Tag Anreise
Linienflug mit der Lufthansa/Air Dolomiti am Mittag von München nach Cagliari (Änderungen vorbehalten). Wir werden am Flughafen abgeholt und zu unserer Unterkunft nach Orgosolo gebracht. (Transfer vom Flughafen zur Unterkunft nur in Verbindung mit dem Gruppenflug).
Sofern uns nach der Ankunft am Nachmittag noch Zeit zur Verfügung steht, können wir einen Bummel durch das Bergdorf Orgosolo machen, das wegen seiner über 200 Wandmalereien (murales) als Freilichtmuseum gilt. Hier erhalten wir einen Einblick in die Geschichte der Bergbevölkerung Sardiniens. Zurück in unserer Unterkunft, die inmitten eines Steineichenwaldes liegt, lassen wir uns ein typisch sardisches Abendessen schmecken. Anschließend erhalten wir eine Einführung in den Ablauf der folgenden Tage.
Aufstieg: 0m; Abstieg: 0m; Übernachtung in einem Bungalow [A]
2. Tag Scala de S'Areganrgiu - Supramonte-Massiv
Heute erledigen wir zuerst die Einkäufe für die nächsten Tage und werden dann zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, zur Scala de S'Areganrgiu, gebracht. Von dort geht es durch einen der schönsten und wildesten Teile des Supramonte-Massivs bis zur größten Doline Su Sercone. Sie ist 150 m tief, ihr Durchmesser beträgt ca. 500 m! Unsere Route führt weiter zu einer weitläufigen Hochebene, dem sogenannten Campu Donanigoro, bis zu den Hirtenhütten von Sar Baddes. Dort werden wir mit einem köstlichen Abendessen erwartet und schlagen unser erstes Camp auf.
Gehzeit: 5,5h; Aufstieg: 250m; Abstieg: 450m; Übernachtung im Zelt [FA]
3. Tag Supramonte von Orgosolo und Urzulei - Nuraghentürme Mereu und Gorroppu
Wir wandern durch herrliche Steineichenwälder und über die karstigen Höhen des Supramonte von Orgosolo und Urzulei. Immer wieder treffen wir auf jüngere Zeugnisse der Hirtenkultur - schön gebaute Hirtenhütten - sowie auf Reste der alten Nuraghenkultur. Eindrucksvolle Zeugnisse sind die beiden Nuraghentürme von Mereu und Gorroppu. Wir steigen bis zum Faltensystem des Flumineddu-Flusses ab, wo zwei Canyons sich vereinen und in die größte Schlucht Europas, die Gola Gorroppu, führen. Nachdem wir dieses Naturphänomen ausgiebig bewundert haben, wandern wir langsam aufwärts zu unserem nächsten Camp bei Sedda Arbaccas, wo uns wieder ein leckeres Abendessen erwartet.
Gehzeit: 5,5h; Aufstieg: 600m; Abstieg: 500m; Übernachtung im Zelt [FA]
4. Tag Kamm Silana - Pass Genna Cruxi - Supramonte von Baunei
Wir steigen auf den Kamm Silana, von dem aus wir bei gutem Wetter den gesamten Supramonte überblicken können. In stetigem Auf und Ab geht es über die Zacken des Kammes bis zum Pass Genna Cruxi, wo wir erwartet und zu einer weiteren Hirtenhütte im Supramonte von Baunei gefahren werden. Dort gibt es eine Waschmöglichkeit und Etagenbetten. Wir können uns zudem auf ein schmackhaftes Hirtenmahl freuen.
Gehzeit: 6,5h; Aufstieg: 550m; Abstieg: 500m; Übernachtung in einer Hirtenhütte (4-Bett-Zimmer mit Stockbetten) [FA]
5. Tag Canyon Baccu Erittili - Golf von Orosei - Cala Sisine
Durch den phantastischen Canyon Baccu Erittili steigen wir zum Meer ab. Immer wieder auf Hirtenpfaden wandernd, erreichen wir eine der schönen Buchten des Golfes von Orosei, die Cala Sisine. Dort genießen wir lecker zubereiteten Fisch - und eine Nacht unter freiem Himmel direkt am Strand... (bzw. auf einem überdachten Platz; wer im Zelt schlafen möchte, muss dieses selbst zur Cala Sisine tragen. Alternativ steht für den ersten und letzten Termin - gegen einen vor Ort zu zahlenden Aufpreis von 10.- Euro - auch ein Gemeinschaftsschlafsaal zur Verfügung).
Gehzeit: 6h; Aufstieg: 50m; Abstieg: 1000m; Übernachtung unter freiem Himmel oder in einem Gemeinschaftsschlafsaal [FA]
6. Tag Cala Luna - Cala Gonone
Entlang der Küste wandern wir zur nächsten Bucht, der Cala Luna und genießen die prachtvollen Ausblicke auf die Steilküste. Wunderschöne Felsformationen wechseln sich ab mit bewaldeten Gebieten. Wer mag, kann von der Cala Luna aus in weiteren zwei Stunden bis nach Cala Gonone wandern, fakultativ bietet sich eine Schiffsfahrt an. Tagesziel für alle ist unser Hotel in Cala Gonone.
Gehzeit: 6,5h; Aufstieg: 750m; Abstieg: 750m; Übernachtung im Hotel [FA]
7. Tag Cala Gonone - Cala Cartoe
Wir wandern direkt von Cala Gonone aus entlang der Steilküste Richtung Norden bis zur wunderschönen Bucht Cala Cartoe. Je nach Seegang ist es möglich, noch eine Bucht weiter zu laufen, und die Cala Osalla zu erreichen, die mit ihrem dunklen Vulkangestein einen herrlichen Kontrast zur weißen Kalksteinbucht von Cartoe bildet. Nach einer ausgiebigen Badepause werden wir von Cala Coroe abgeholt und besuchen anschließend den Ort Dorgali, wo wir bei einem Bummel das typische Kunsthandwerk der Gegend kennen lernen können und genügend Zeit für kleine Einkäufe haben. Schließlich fahren wir zurück ins Hotel nach Cala Gonone, wo wir unsere letzte Nacht verbringen.
Gehzeit: 3,5h; Aufstieg: 50m; Abstieg: 200m; Übernachtung im Hotel [FA]
8. Tag Heimreise
Wir werden zum Flughafen gebracht und treten unseren Heimflug nach Deutschland an.
Aufstieg: 0m; Abstieg: 0m; [F]
Generelle Hinweise
Charakter der Tour und Anforderungen
Die reine Gehzeit der einzelnen Tages-Wanderetappen beträgt 3,5 bis 6,5 Stunden. Pro Tag sind bis zu 750 Höhenmeter im Aufstieg und bis zu 1.000 Höhenmeter im Abstieg zu überwinden. Diese Anforderungen entsprechen in unserer Schwierigkeitsbewertung einer Tour der Kategorie II. Allerdings gibt es im Supramonte nur selten ausgetretene Wanderwege wie etwa in unseren Alpen. Dementsprechend sind Sie häufig auf wenig begangenen, kaum sichtbaren Pfaden unterwegs, teilweise sogar in weglosem Gelände. Der Untergrund ist oft steinig, felsdurchzogen und Sie müssen über kantiges Geröll oder Granitblöcke steigen. Solche Abschnitte setzen Konzentration und Trittsicherheit (sicheres Gehen auf unterschiedlich beschaffenem Gelände) voraus. Diese zusätzlichen Anforderungen sind es, die die Tour, vor allem bei schlechten Witterungsbedingungen, schnell anspruchsvoll werden lassen. Vor allem nach Regenfällen können die Pfade recht schlammig sein, sich stellenweise in kleine Bäche verwandeln und tiefe Furchen aufweisen. Daher haben wir uns für die Schwierigkeitseinstufung III entschieden.
Das Gepäck wird täglich zu den jeweiligen Camps gefahren - mit Ausnahme zur Übernachtung in der Bucht Cala Sisine: Da zu dieser Bucht kein Fahrzeug gelangen kann, müssen Schlafsack und Isomatte selbst getragen werden. In der Bucht können Sie in einem Gemeinschaftsschlafsaal übernachten oder unter freiem Himmel. Wer das Zelt mitnehmen möchte, muss es allerdings ebenfalls selbst tragen. Ihr Rucksack sollte dementsprechend geräumig sein. Bitte beachten Sie, dass es in den Camps in der Wildnis bei zwei Übernachtungen kein fließendes Wasser und keine Toiletten gibt. Wasser, das die Gruppe benötigt, wird zum Camp gebracht.
Während dieser Tour werden Kameradschaft und Teamgeist groß geschrieben und tragen wesentlich zum Gelingen der Reise bei. Aktive Mithilfe bei anfallenden Arbeiten (z. B. Auf- und Abbau der Zelte) sollte für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen selbstverständlich sein.
Für die Mittags-Verpflegung an den Wandertagen wird eine Gemeinschaftskasse eingerichtet, in die jeder Teilnehmer/jede Teilnehmerin 25,- Euro einzahlt, so dass die Lunchpakete gestellt werden können. Einkaufsmöglichkeiten bestehen nicht an jedem Tag. Für ggf. individuell nötige Kost/spezielle Bedürfnisse muss selbst vorgesorgt werden. Da die Verpflegung (morgens und abends) reichhaltig ist, wird in der Regel tagsüber nicht sehr viel benötigt.
Einreisebestimmungen:
Für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger genügt für die Einreise nach Italien (Sardinien) die gültige nationale Identitätskarte (bzw. der gültige Personalausweis) oder der Reisepass. Weitere Informationen zu den Einreisebestimmungen und Botschaften/Konsulaten entnehmen Sie bitte Ihren ersten Reiseunterlagen.
Im internationalen Reiseverkehr werden von Italien keine Impfungen gefordert. Der Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio sollte überprüft und ggf. aufgefrischt werden. Ausführliche Informationen erhalten Sie beim unabhängigen Auskunftsservice für Touristen über Gesundheitsrisiken im Ausland unter der Tel.Nr. 0900/1234-999 (1,98 € pro Minute) oder unter www.gesundes-reisen.de.
Wichtige Hinweise:
Bedingt durch ungünstige Wetterverhältnisse, Flugverzögerungen, organisatorische Schwierigkeiten, nicht vorhersehbare Ereignisse oder sonstige Faktoren kann es bei dieser Reise zu Programmumstellungen und/oder -änderungen kommen. Beachten Sie bitte, dass Feiertage oder überraschende Restaurierungsarbeiten (trotz sorgfältiger Planung und Abstimmung mit Behörden und Verkehrsbüros) zu nicht vorhersehbaren Schließungen von Besichtigungsobjekten führen können. Selbstverständlich ist es das Ziel Ihrer Reiseleitung und unserer Agentur, sämtliche Programmpunkte zu erreichen. Für die exakte Durchführung der Ausschreibung können wir jedoch keine Garantie geben. Wir bitten um Ihr Verständnis. Zudem weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass Sie auf eigene Gefahr an der Reise teilnehmen. Bitte beachten Sie, dass der Veranstalter vor allem bei kurzfristigen Buchungen von Anschlussflügen keinen Einfluss auf die Übergangszeiten hat und sich durchaus einige Stunden Aufenthalt ergeben können.
Klima
Das Klima Sardiniens entspricht mit trocken-heißen Sommern, regnerischen Übergangsjahreszeiten und kühlen Wintern den typisch mediterranen Verhältnissen.
Im Frühjahr ist das Klima heiter und mild, kann jedoch, im Unterschied zum Herbst, noch recht frisch sein. Ab Mitte September kommt es zu ersten Regenfällen. Die Monatsmittelwerte liegen im Mai bei 16,5°C, im Juni bei 20°C, im September bei 22°C und im Oktober bei 19,4°C (wobei die Maximalwerte auch mal über 30°C betragen können und Abweichungen von den genannten Werten immer möglich sind). Während im Tiefland nur selten Frost auftritt, fällt in den Höhenlagen ab etwa 1.200 m im Winter Schnee, der erst ab 1.500 m längere Zeit liegen bleibt. Eine Besonderheit des sardischen Klimas sind die starken, oft recht stürmischen Winde.
Ausrüstung
Für die einzelnen Tagesetappen brauchen Sie gute, knöchelhohe Bergschuhe (Anwendungsbereich/Kategorie "B") mit kräftiger Profilsohle; nur allzu leicht knickt man auf scharfkantigem Kalkgestein um oder rutscht auf losem Geröll aus. Leichte, atmungsaktive Wanderbekleidung gehört zur Ausrüstung - wir empfehlen Fleece-Bekleidung und Mikrofaserhemden, da diese warm und leicht sind und sehr schnell trocknen - sowie eine windabweisende Goretexjacke und Regenschutz.
Ebenso sollten Sie Badesachen mitnehmen, da einige Wanderungen zu schön gelegenen Meeresbuchten führen und das Wasser auch im Herbst noch warm ist. Wichtig ist ausreichender Sonnenschutz: helle Kopfbedeckung und Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor. Die meisten Wege bieten nur wenig Schatten, und die Sonnenintensität ist selbst bei wechselnder Bewölkung hoch.
Ferner benötigen Sie einen Rucksack (Volumen: 45 bis 60 l), eine Wasserflasche mit 2 l Fassungsvermögen, Behältnisse für die Lunchpakete (Müllvermeidung!), Stirnlampe und eine Gepäcktasche für Wechselkleidung. Für die Camps ist ein eigener Schlafsack nötig. Beachten Sie bitte unsere ausführliche Ausrüstungs-Checkliste für diese Tour, die Ihnen nach Ihrer Anmeldung zugeht.