Italien - Sardische Feste und Gaumenfreuden

Diese besondere Reise haben wir in eine Jahreszeit gelegt, in der die Sarden dem Alltag ungestört nachgehen und zudem traditionelle Feste mit viel Lebensfreude feiern. Im Februar bestimmen der Bergkarneval von Mamoiada sowie der Karneval von Santa Lussurgiu die "festliche" Seite der Reise, im November sind es die regionalen Dorffeiern. Es gibt einheimische Handwerkskunst zu sehen und sardische Öle und Weine werden angeboten. Egal für welchen Termin Sie sich entscheiden, freuen Sie sich auf kurze Wanderungen in unterschiedlichen Regionen sowie auch Unterkünfte mit liebenswerten, traditionsbewussten Gastgeberinnen. Mit ihnen gemeinsam kochen und essen Sie kräftige Bauern- und Hirtenmahlzeiten sowie traditionelle Gerichte aus dem Süden Sardiniens.

Reiseverlauf

1. Tag Anreise

Linienflug mit Lufthansa/Air Dolomiti von München über Rom nach Cagliari. (Flughafentransfer nur in Verbindung mit dem Gruppenflug.)
Nach der Ankunft am Flughafen Cagliari fahren wir mit dem Kleinbus ins Bauern- und Hirtendorf Gavoi, wo wir für drei Nächte in einem Agriturismo untergebracht sind. Je nach Ankunftszeit/Flugplan haben wir bereits unterwegs Zeit für Besichtigungen.
Zu Abend essen wir im Agriturismo.
Übernachtung im Agriturismo [FA]

2. Tag Im Tal des Riu Aratru - sardische Küche

Vormittags wandern wir durch das wunderschöne, von 700 - 1.200 m hohen Berghängen umrahmte Tal des Riu Aratru zum Lago di Gusana. Der Stausee liegt am Fuße des Gebirgskammes Gennargentu mit der höchsten Bergspitze Sardiniens (1834 m).

Nachmittags besuchen wir den typischen Bergkarneval von Mamoiada, "Mamuthones e Issohadores". Die Mamuthones, mit dunklen Schafsfellen und großen Holzmasken aus Kirsch- oder Kastanienholz verkleidete "Leibeigene" tragen schwere, bis zu 35 kg wiegende Kuhglocken auf den Schultern und werden dabei symbolisch von "Issohadores" (Feudalherren) mit Peitschen durch die Straßen getrieben.

Dorffeste:
Bei der Herbsttour besuchen wir nachmittags ein typisches Dorffest. Dabei werden wir sowohl einen Einblick in die Lebensweise der Bewohner bekommen als auch ihr Kunsthandwerk und ihre Produkte kennen lernen können.

An den nächsten 6 Abenden widmen wir uns mit viel Hingabe und nicht weniger Hunger der sardischen Kochkunst. Unter fachkundiger Anleitung stellen wir heute die typischen, mit Ricotta gefüllten Ravioli sowie die klassische sardische Nachspeise Seadas her - eine mit frischem Pecorino gefüllte Teigtasche, die traditionell mit flüssigem Honig serviert wird.
Gehzeit: 3h; Übernachtung im Agriturismo [FA]

3. Tag Monte Novo di San Giovanni - Orgosolo - sardische Küche

Im Herzen des Supramonte von Orgosolo liegt der Monte Novo di San Giovanni, von dem aus sich ein herrlicher Rundblick auf das beeindruckende Massiv bietet. Den tollen Blick wollen wir uns nicht entgehen lassen und starten vormittags unsere kleine Wanderung.
Am Nachmittag besuchen wir Orgosolo, das Dorf der Wandmalereien (murales), das mit seinen 150 Kunstwerken wie eine Galerie unter freiem Himmel anmutet. Wir besichtigen die seit Beginn der 1970er Jahre nach dem Vorbild der Revolutionsbilder in Lateinamerika entstandenen politischen und gesellschaftskritischen Wandmalereien. Darüber hinaus erfahren wir, wie speziell - und ausschließlich in Orgosolo - die Seide für die Kopftücher der hiesigen Tracht gefertigt wird.

Abends bereiten wir gemeinsam Mallureddus (handgefertigte, gerillte Nudeln) zu. Naschkatzen und Süßschnäbel dürfen sich zudem auf eine typische Süßigkeit des Karnevals freuen.
Gehzeit: 3h; Übernachtung im Agriturismo [FA]

4. Tag Santa Caterina - sardische Küche

Der Besuch des nuraghischen Brunnenheiligtums von Santa Caterina sowie eine kleine Wanderung im Gebiet des Monti Ferru füllen den heutigen Vormittag. Zudem wechseln wir heute unser Quartier und ziehen um in ein altes Gutshaus in Santu Lussurgiu.

Karneval: Am Nachmittag tauchen wir ein ins typische Karnevalstreiben von Santu Lussurgiu "Sa carrela 'e nanti": Beeindruckend ist das Schauspiel des Pferderennens, hier sind Geschicklichkeit und Schnelligkeit der Reiter gefragt.

Dorffeste: Am Nachmittag fahren wir nach Cuglieri. Wir besuchen das kleine Ölmuseum von Signor Zampa, der uns außerdem auf seinem Hain führt und dort erklärt, wie er sein mehrfach international ausgezeichnetes biologisches Olivenöl herstellt.

Auch wir können unser Geschick unter Beweis stellen, wenn wir am Abend gemeinsam den für die Region typischen Käse Casizolu herstellen. Noch heute wird dieser Käse nicht aus Ziegen- oder Schafsmilch - wie sonst hier üblich - , sondern aus der Milch der Modicano-Rinder hergestellt, deren Geschmack unverwechselbar an Holz und Laub erinnert. Reine Handarbeit erwartet uns; wegen seiner aufwändigen und langwierigen Herstellung wird der birnenförmige Casizolu auch Frauenkäse genannt.
Gehzeit: 2-2,5h; Übernachtung im Gutshaus [FA]

5. Tag Halbinsel Sinis - Capo Mannu - sardische Küche

Eine kleine Wanderung führt uns vormittags über die touristisch noch wenig entdeckte, wildromantische Halbinsel Sinis. Typisch für die Halbinsel sind die vielen Vögel (bis zu 150 Arten), eine Vielzahl flacher Lagunenseen und der unter Naturschutz stehende Quarzsand. Wir umrunden das wunderschöne Capo Mannu und sind ca. 2,5 - 3 Std. unterwegs. Auch besuchen wir die archäologischen Stätten, die Kirche von San Giovanni sowie die Ausgrabungen der antiken Stadt Tharros.

Dorffeste: Morgens fahren wir zu einem Bummel ins mittelalterliche Städtchen Bosa. Anschließend lockt eine kleine Wanderung im Küstenbereich. Am Nachmittag dreht sich alles um den Malvasia, den typischen Wein, der nur in Bosa angebaut wird.

In unserer sardischen Küche steht heute die Zubereitung des traditionellen Festtagsbrotes der Region Pane Pintau auf dem Programm. Brot gibt es auf Sardinien in unzähligen Formen und Sorten, seine Zubereitung ist stark an überliefertes Brauchtum gebunden: Für jedes Fest, für jede Kirchweih wird ein anderes Brot kreiert. Oft sind es regelrechte Kunstwerke und in den verschlungenen Formen kommt die hohe Wertschätzung der Sarden für ihr Grundnahrungsmittel zum Ausdruck.
Gehzeit: 2,5-3h; Übernachtung im Gutshaus [FA]

6. Tag Lago Flumendosa - Nuraghenanlage Arrubiu - sardische Küche

Vormittags fahren wir nach Orroli und wandern entlang dem Stausee Lago Flumendosa.
Anschließend besuchen wir die beeindruckende, 3000 qm große Nuraghenanlage Arrubiu, die auf einer Hochebene etwa 513 m über dem Meeresspiegel liegt. Vermutlich schon 1500 - 900 v. Chr. entstanden, war sie zeitweise eingestürzt und aufgegeben und wurde dann von den Römern bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. genutzt. Hier wurde auch Wein gekeltert, zwei entsprechende Anlagen wurden freigelegt. Der zentrale Turm, einst 30 m, heute nur noch 15 m hoch, ist mit 5 kleineren Türmen verbunden und von weiteren Türmen und einer dicken Außenmauer umgeben.

Abends wenden wir uns wieder den kulinarischen Genüssen zu: In vertrauter Runde und im heimeligen Ambiente in Antonias Küche lernen wir, wie man die typische, von Hand gefertigte, perlenförmige Teigware Fregola zubereitet.
2 Nächte verbringen wir im alten Gutshof in Orroli.
Gehzeit: 2-2,5h; Übernachtung im Gutshaus [FA]

7. Tag Wildpferde auf dem Hochplateau der Giara - Feenhäuser von Orroli - sardische Küche

Vormittags wandern wir auf dem Hochplateau der Giara, dem einzigen Gebiet Sardiniens, in dem noch ca. 600 Wildpferde frei leben. Die meist schwarzbraunen "Cavallini" mit den großen Mandelaugen, der buschigen Mähne und dem langhaarigen Schweif sind etwa 1,20 m hoch, d.h. rund 30 - 40 cm kleiner als andere Pferderassen.
Die 43 qkm große Hochebene vulkanischen Ursprungs ist von Kork- und Steineichen, blühenden Zistrosen und dichter Macchia bewachsen. Sie beheimatet unzählige Pflanzenarten, zahlreiche Vogelarten sowie Wildpferde, Wildkatzen, Marder, Kühe, Schafe und Schweine.

Unser Ausflug führt uns anschließend zu den Grabstätten Domus de Janas (= Häuser der Feen) von Orroli, den Felsengräbern der Ozieri-Kultur.

Beim abendlichen Kochkurs stehen heute Culurgionis, die sardischen Ravioli, auf dem Programm: Wir erlernen die Zubereitung der mit Kartoffeln gefüllten Teigtaschen und lassen uns anschließend wieder einmal unsere "Kreationen" schmecken.
Gehzeit: 2,5-3h; Übernachtung im Gutshaus [FA]

8. Tag Altstadt von Cagliari - Cala Mosca

Vormittags fahren wir nach Cagliari, bummeln durch die Gassen der Altstadt und besuchen das Archäologische Museum.
Nachmittags führt uns eine kleine Wanderung von der Bucht Cala Mosca über den Sella del Diavolo (= Teufelssattel), von dem wir einen wunderschönen Blick über die ganze Stadt und den Golfo degli Angeli, den Engelsgolf, genießen können. Wir übernachten in der Nähe von Cagliari in einem kleinen Hotel.
Gehzeit: 2,5h; Übernachtung in einem kleinen Hotel in der Nähe von Cagliari [FA]

9. Tag Heimreise

Wir fahren zum Flughafen Cagliari für unseren Rückflug nach München.
[F]

Generelle Hinweise

Charakter der Tour und Anforderungen

Wandern, Kultur und Kochen werden bei dieser Tour auf abwechslungsreiche Weise kombiniert. Die Kleingruppen-Reise (6 - 8 Teilnehmer) entspricht den Anforderungen einer 1-Fuß-Tour. Sie sind durchschnittlich 3 Stunden (reine Gehzeit ohne Pausen) unterwegs. Die einzelnen Wanderungen sind technisch nicht schwierig, setzen aber grundsätzlich Trittsicherheit voraus. Geeignet sind diese Etappen für alle ausdauernden Wanderfreunde, die gewohnt sind, die genannte Gehleistung mehrere Tage hintereinander mühelos zu erbringen. Sie übernachten in alten Gutshäusern, eine Nacht in einer schönen Bed&Breakfast-Unterkunft in Cagliari. Ein Kleinbus begleitet Sie während der gesamten Reisezeit. An 6 Abenden finden unter fachkundiger, einheimischer Anleitung Kochkurse statt. Beim Frühjahrstermin besuchen Sie darüber hinaus Karnevalsfeste, Anfang April die Prozessesionen an Ostern. Im November stehen Wein und Olivenöl im Mittelpunkt sowie die "Cortes Apertes", Dorffeste, an denen die alten Häuser für das Publikum geöffnet und die traditionellen Handwerkskünste vorgestellt werden.Beachten Sie bitte, dass das Programm der Oster-Tour in umgekehrter Reihenfolge stattfinden wird. Die Daten der Prozessionen erfordern, dass Ihre Reise in Orroli beginnt, dann weiter nach Santu Lussurgiu führt und schließlich in Gavoi endet. Die Herbsttour variiert, je nach Festtagskalender, welcher jedes Jahr unterschiedlich ausfällt und erst im September wieder neu festgelegt wird.Bei der Oster-Tour sowie bei unserer Herbst-Tour erhalten Sie mit Ihren letzten Reiseunterlagen ein Schreiben zum Programm mit dem aktuellen Ablauf. Das angegebene Grundprogramm bleibt bei allen drei Reisen ungefähr gleich. Es kann jedoch zu zeitlichen Verschiebungen kommen, je nach Beginn der Feste sowie aufgrund unterschiedlicher Fahrzeiten.

Einreisebestimmungen:

Für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger genügt zur Einreise nach Italien (Sardinien) eine gültige nationale Identitätskarte bzw. der gültige Personalausweis. Für Reisen nach Italien (Sardinien) sind keine Impfungen vorgeschrieben. Grundsätzlich sollte der Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio überprüft und ggf. aufgefrischt werden. Ausführliche Informationen erhalten Sie beim unabhängigen Auskunftsservice für Touristen über Gesundheitsrisiken im Ausland unter der Tel.Nr. 0900/1234-999 (1,80 € pro Minute) oder unter www.gesundes-reisen.de

Wichtige Hinweise:

Bedingt durch ungünstige Wetterverhältnisse, Flugverzögerungen, organisatorische Schwierigkeiten, nicht vorhersehbare Ereignisse, Ausfall von Festen/Veranstaltungen oder aufgrund sonstiger Faktoren kann es bei dieser Reise zu Programmumstellungen und/oder -änderungen kommen. Beachten Sie bitte, dass Feiertage oder überraschende Restaurierungsarbeiten (trotz sorgfältiger Planung und Abstimmung mit Behörden und Verkehrsbüros) zu nicht vorhersehbaren Schließungen von Besichtigungsobjekten führen können. Selbstverständlich ist es das Ziel Ihrer Reiseleitung und unserer Agentur, sämtliche Programmpunkte zu erreichen. Für die exakte Durchführung der Ausschreibung können wir jedoch keine Garantie geben. Wir bitten um Ihr Verständnis. Bitte beachten Sie, dass wir vor allem bei kurzfristigen Buchungen von Anschlussflügen keinen Einfluss auf die Übergangszeiten hat und sich durchaus einige Stunden Aufenthalt ergeben können. Zudem weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass Sie auf eigene Gefahr an der Reise teilnehmen.

Klima

Das Klima Sardiniens entspricht mit trocken-heißen Sommern, regnerischen Übergangsjahreszeiten und kühlen Wintern den typisch mediterranen Verhältnissen. Während im Tiefland nur selten Frost auftritt, fällt in den Höhenlagen ab etwa 1.200 m im Winter Schnee, der jedoch erst ab 1.500 m längere Zeit liegen bleibt. Eine Besonderheit des sardischen Klimas stellen die starken, oft recht stürmischen Winde dar. Die Herbst- und Wintermonate können klimatisch sehr unterschiedlich sein, es gibt sowohl längere sonnenreiche als auch regnerische Perioden. Bei Sonnenschein steigen die Temperaturen tagsüber oft bis auf 15 - 20°C, in den hoch gelegenen Orten Gavoi, Orgosolo, Mamoiada etc. sind die Temperaturen niedriger. Abends wird es überall kalt, v. a. die Luftfeuchtigkeit verursacht ein Gefühl von Kälte.

Ausrüstung

An beiden Terminen muss evtl. mit Schnee gerechnet werden. Aus diesem Grund empfehlen wir warme, regen- und windundurchlässige Funktionskleidung. Handschuhe und eine Mütze sollten ebenfalls nicht fehlen. Für die Wanderetappen benötigen Sie einen Tagesrucksack, in dem Sie das Notwendigste an persönlichen Sachen (z. B. warme Bekleidung, Thermoskanne bzw. Wasserflasche, Regenschutz, Fotoapparat etc.) verstauen und den Sie selbst tragen.

BUCHEN / VORMERKEN