Madagaskar – die Gewürzinsel
Expeditions Studienreise
Madagaskar klingt wie sanftes Meeresrauschen, Madagaskar weckt Sehnsüchte. Darum führt unsere Expedition genau zu den Orten, wo sich die Natur kleine Paradiese bewahren konnte. Doch viele Naturparks sind bedroht – durch Brandrodung und Kahlschlag. Mit Geländewagen gelangen wir zu den Traumstränden zwischen Tulear und Morondava. Auch wenn die Hotels einfach sind und wir einmal sogar im Zelt schlafen, die Natur entschädigt uns mit großartigen Eindrücken. Unterwegs begegnen wir den aus Asien stammenden Kulturen der vielen Völker von Madagaskar und liebenswerten Menschen: Sie engagieren sich für eine faire Gesellschaft, trotz Regierungskrise, internationaler Isolation und der im Land herrschenden Armut.
Das erwartet Sie:
-Hochland und Küste – eine abwechslungsreiche Studienreise durch Madagaskar
-Mit Pistenfahrt von Tulear nach Morondava
-Besuch des Naturwunders der Tsingys von Bemaraha
-Sympathische, teilweise auch einfache Hotels, eine Zeltübernachtung
-Kleine Gruppe mit maximal 19 Teilnehmern
-Langstreckenflüge mit South African Airways
Reiseverlauf
1. Tag: Flug nach Afrika
Anreise nach München oder Frankfurt und gemeinsamer Flug mit South African Airways nach Johannesburg (Nachtflug, nonstop, Flugdauer ca. 10 Std.). Kleiner Literaturtipp für schlaflose Stunden: der Roman „Die verbotene Frau“ von Michèle Rakotoson.
2. Tag: Ankunft auf Madagaskar
Am Morgen landen wir in Johannesburg, haben direkten Anschluss nach Antananarivo und landen gegen Mittag in der Hauptstadt. Ihr Reiseleiter begleitet Sie ins Hotel und nimmt Sie mit auf eine erste Expedition. Dynamisch zeigt sich die „Stadt der Tausend“: Ob es zum 1400 m hoch gelegenen Königspalast Rova geht oder in die Altstadtviertel - wir trainieren uns im tropischen Treppensteigen. Erfrischung finden wir in den kleinen Bars am Straßenrand.
3. Tag: Sommerfrische in Antsirabé
Bitte Platz nehmen: Heute geht die Expedition ins südliche Hochland nach Antsirabé. Vorbei an Reisterrassen und Feldern mit rotbrauner Erde gelangen wir in den einstigen Kurort der französischen Kolonialmacht. Heilwasser sprudelt in der Therme. Das afrikanische Vichy bietet magenfreundliche Wässerchen und das weithin berühmte „Drei-Pferde-Bier“. 170 km. Abends Welcome-Dinner mit madagassischer Küche und Musik.
4. Tag: Vom Hochland zum Regenwald
Kunstvolle Reisterrassen zauberte das Volk der Betsileo in die Hänge des Hochlandes, und noch mehr malaiisches Erbe entdecken wir am Wegesrand: hübsche Ziegelhäuser mit Balkonen, kunstvolle Holzschnitzereien in Ambositra (UNESCO-Kulturerbe), aber auch abgefackelte Waldstücke und junge Eukalyptusplantagen. Auf der Fahrt weiter in den Süden sprechen wir über die Auswirkungen der Brandrodungen, die eine Antwort auf das rapide Bevölkerungswachstum sind. 250 km. Zwei Übernachtungen am Rande des Ranomafana-Nationalparks.
5. Tag: Regenwald in Ranomafana
Mit einem Ranger wandern wir (3 bis 4 Std., mittel, ↑ 50 m ↓ 50 m) tief in das dichte Grün des Ranomafana-Nationalparks (UNESCO-Naturerbe). Wasserfälle und Thermalquellen speisen Flora und Fauna, Orchideen und Baumfarne bilden den Lebensraum für zahlreiche Halbaffen- und Vogelarten. Würzig duftet die dicke Luft - doch das Zwitschern und Kreischen könnte auch hier bald verstummen. Über die Ausmaße der illegalen Rodungen sprechen wir mit dem Ranger. Wer die nachtaktiven Tiere erleben möchte, schaut abends noch einmal im Wald vorbei.
6. Tag: Weinstraße und Papierkunst
Hinaus aus dem Regenwald fahren wir nach Fianarantsoa, was so viel bedeutet wie „Ort, an dem man Gutes lernt“: Das trockenere Klima ermöglicht Weinanbau in den Bergen, und später im Hotel kosten wir den Inselbrand aus Zuckerrohr und Reis namens Toaka Gasy. In Ambalavao verwandeln Frauen die Rinde des Avahobaumes in feines Bütten - edles Briefpapier für Urlaubsgrüße. Auf dem Weg zum Isalo-Nationalpark grüßt uns die Bischofsmütze, ein Monolith, und lädt zur Herberge in weiter Savannenlandschaft. Wir nehmen dankend an. 400 km. Zwei Übernachtungen in Ranohira.
7. Tag: Isalo-Nationalpark
Haben Sie in der Nacht dem Gesang der Lemuren von Ranohira gelauscht? Heute besuchen wir die tagaktiven Verwandten im Isalo-Nationalpark, wandern (3 Std., mittel, ↑ 100 m ↓ 100 m) durch Schluchten und zwischen bizarren Feldtürmen, vorbei an Steinpyramiden und mystischen Friedhöfen. Beobachtet von Echsen und Fröschen, begleitet von harmlosen Riesenschlangen und Amseln, flankiert von feuerfesten Bismarckpalmen und Schraubenbäumen. Anschließend entspannen Sie im Pool - aber ohne Amphibien. Wer den Nachmittag aktiver gestalten möchte, kann sich mit dem Reiseleiter auf den Weg machen zum malerischen Wasserfall Cascade des Nymphes. Die Wanderung zu dem zierlichen Wasserfall (2 Std., mittel, ↑ 100 m ↓ 100 m) führt vorbei an hohen Kalksteinwänden und tropischer Vegetation.
8. Tag: Der dornige Weg zum Meer
Wundern Sie sich nicht über die vielen schürfenden Menschen in den Flüssen: Der Saphirrausch hält bereits einige Jahre an. Gefährliche Zustände herrschen in den primitiven Minen des Südens. Flaschenförmige Affenbrotbäume weisen den Weg zum Meer, dornige Oktopusbäume versperren ihn. Wir können das Meer schon riechen, kämpfen uns durch den Wald und besuchen in Tulear eine von der Foundation unterstützte Manufaktur für Solarkocher: Das Sozialprojekt fördert Sonnenenergie, damit weniger Holzkohle verheizt wird. Wir sprechen mit den Leitern des Projekts über die Dramatik der Situation. Übernachtung im benachbarten Ifaty am Meer. 270 km.
9. Tag: Küstenstraße und Traumstrände
Unsere Expedition nimmt Fahrt auf: Links das Meer, rechts schüttere Wälder mit zahllosen Baobabs, fahren wir hinauf in den Norden zu unserem kleinen Traumstrand an der Salary Bay. Abenteuerliche Pisten erwarten uns, sie führen durch Plantagen mit Tabak und Zuckerrohr, Erdnüssen und Zitrusfrüchten. Nach unzähligen Schlaglöchern steigen wir aus und stehen am Strand unseres Bungalow-Hotels im weißen Sand. 100 km. Zwei Übernachtungen an der Salary Bay.
10. Tag: Ein Tag an der blauen Lagune
Heute können Sie komplett entspannen und den ganzen Tag im Meer baden, sich sonnen oder Muscheln sammeln. Taucher und Schnorchler buchen eine Bootstour hinaus zum nahen Riff - dahinter beginnt „the deep blue“. Botaniker zieht es im Zebu-Karren zu den mächtigen Baobabs. Die dynamischere Variante wäre die Fahrt mit dem Quad. Wer sich für die Fischer vom Volk der Vezo interessiert, lässt sich in einer Piroge zum benachbarten Dorf paddeln, wer selber angeln möchte, chartert dazu ein Motorboot. Die ganz großen Meeresbewohner zu treffen, ist ein wenig Glückssache, doch befinden wir uns direkt im Sommerrevier der kalbenden Buckelwale.
11. Tag: Durch die Wälder der Mikea
Mit viel Wasser im Gepäck machen wir uns auf den staubigen Weg durch die Savanne und rollen mitten durch die dornigen Wälder des Volkes der Mikea. Das halbnomadische Volk zählt zu den letzten Jägern und Sammlern auf Erden. Die kurzen, dicken und ausgehöhlten Stämme der Baobabs dienen ihnen als Wasserreservoir, auch für uns sind sie eine eiserne Reserve. Ziel der Tour ist Morombe, und sobald wir dort sind, gehört das Meer wieder Ihnen. Wenn wir uns richtig lang machen, können wir vielleicht als Gruppe einen der mächtigen Affenbrotbäume umarmen. 100 km.
12. Tag: Mit der Fähre über den Mangoky
Bestimmt haben Sie den „langen Strand“ schon morgens richtig ausgekostet, denn das bedeutet Morombe. Die nächste Etappe unserer Expedition führt nach Manja. Wo der Fluss Mangoky ins Meer fließt und die Frachtensegler in die Straße von Mosambik steuern, endet die Piste, und das nächste Abenteuer beginnt. Mit einer Fähre queren wir den Fluss, und einigermaßen trockenen Fußes fahren wir weiter ins Landesinnere nach Manja. Auch hier schürfen sich Edelsteinsucher tief in die rote Erde und suchen ihr Glück. Einfache Zeltübernachtung. 160 km.
13. Tag: Die Schiffbauer von Belo-sur-Mer
Mit der Sonne im Rücken reisen wir wieder ans Meer, sehen in der Ferne den Nationalpark von Kirindy Mitea. Ihr Reiseleiter kann später in Ihrer Freizeit einen Besuch arrangieren. In Belo-sur-Mer haben Werften eine große Tradition, die Schiffbauer konstruieren arabische Dhaus mit malaiischem Einschlag - perfekte Lastensegler und Lieblingsbeute der Piraten. Der Legende nach hatten einige Seeräuber auf Madagaskar sogar die Republik Libertalia gegründet - Jack Sparrow lässt grüßen. 90 km.
14. Tag: Zurück in die Zivilisation
Immer wieder kommen wir an Salinen vorbei, und wer möchte, kauft sich frisches Meersalz aus der Straße von Mosambik, getrocknet unter Afrikas heißer Sonne. Dann dauert es nicht mehr lang und wir erreichen Morondava. Von der Landzunge Nosy Kely geschützt, liegt im Flussdelta der natürliche Hafen. Am freien Nachmittag können Sie den Boulevard hinunterspazieren bis zum Leuchtturm und in der Stadt extravagante Souvenirs kaufen - wie die Kopien der geschnitzten und hocherotischen Skulpturen auf den Gräbern der Könige. 100 km.
15. Tag: Die Allee der Baobabs
Unsere Hütten stehen schon bereit am Rande des einmaligen Nationalparks von Bemaraha, doch zuvor machen wir auf unserer Fahrt in den Norden einen Abstecher zur imposanten Allee der Baobabs: Diesmal erreichen die Bäume eine Höhe von 40 m, in ihren mächtigen Stämmen speichern sie das wenige Regenwasser. Auch fotografisch sind die Kolosse eine Herausforderung: In Schwarz-Weiß wirkt die Szenerie noch skurriler. 200 km. Das Barbecue wartet, die Betten stehen bereit, doch zuvor noch einen Blick in den Himmel zum Kreuz des Südens. Zwei Übernachtungen am Bemaraha-Nationalpark.
16. Tag: Der steinerne Wald von Bemaraha
Eng beieinander stehende Kalksteinnadeln bilden einen dichten Wald aus Stein. Schmale Schluchten und schwingende Hängebrücken führen durch die Karstlandschaft der Tsingys von Bemaraha (UNESCO-Naturerbe). Tausende von bizarren Felsnadeln prägen hier die Landschaft. Auf dem Dach des Nationalparks wandern wir durch die Savanne, sehen mit ein wenig Glück Lemuren in den Ästen und Geckos auf den Stämmen. In den Schluchten dagegen wohnen die Amphibien, und wenn wir noch tiefer steigen, gelangen wir zu den Seen und Mangroven. Mit unserem einheimischen Guide sprechen wir darüber, wie viele der endemischen Arten besonderen Schutz brauchen.
17. Tag: Noch einmal am Meer
Auf gleicher Strecke wie vor zwei Tagen geht es wieder nach Morondava. 200 km. Wen heute noch einmal die Sehnsucht nach dem Meer überfällt, der wird sich freuen auf Stunden des Glücks in den sanften Wellen des Indischen Ozeans. Nur nicht zu lange sonnenbaden, denn am Abend beginnt die Partytime. Morondava rühmt sich des lebendigsten Nachtlebens von ganz Madagaskar, und gerade am Wochenende kommen viele Insulaner zum Feiern vorbei.
18. Tag: Umweltsünden am Wegesrand
Madagaskar entwickelt sich zum Reisimporteur, weil Brandrodung und Kahlschlag schon das Ende vieler Reisfelder bedeuteten. Durch Hangrutsche zerstörte Reisterrassen begegnen uns auf der Fahrt zurück ins Hochland nach Antsirabé. In einem Dorf pausieren wir und versuchen, mit den Dorfbewohnern ins Gespräch zu kommen. Schnitzer und Seidenweber bieten in Antsirabé ihre Produkte an, auch Recyclingmodelle der Pousse-Pousse-Rikschas: Souvenirkauf als Akt der Solidarität? 500 km.
19. Tag: Wieder in der Hauptstadt
Vormittags Fahrt nach Antananarivo. 170 km. Gewürze: heute oder nie! Vanilleschoten müssen unbedingt mit, dann Nelken, Zimt, Muskatnuss und was Sie sonst noch finden auf den Märkten. Später besuchen wir das Sozialprojekt Akamasoa von Père Pedro. Der Priester holte einst bettelnde Kinder von der Straße und schuf für sie ein Zuhause. Heute betreuen seine Mitarbeiter 17 Dörfer mit mehr als 20000 Menschen. Darauf stoßen wir an beim Abschiedsessen.
20. Tag: Die heilige Stadt Ambohimanga
Ein königlicher Rahmen für das Ende unserer Expedition: Etwas außerhalb der Hauptstadt liegt der „blaue Hügel“ Ambohimanga (UNESCO-Kulturerbe). Die heilige Stadt der Merina-Könige wehrte sich lange erfolgreich gegen die europäischen Invasoren, kultivierte aber hinter hölzernen Mauern europäische Hofrituale. Auch die Satteldächer auf Stadttoren und Palästen zeugen von einer eigenwilligen Verbundenheit. Am Nachmittag fliegen wir mit South African Airways nach Johannesburg und haben dort Anschluss in Richtung Europa (nonstop, Flugdauer ca. 10 Std.).
21. Tag: Ankunft in Europa
Morgens Ankunft in München oder Frankfurt und Anschluss zu den anderen Orten.
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Generelle Hinweise
Reisen auf Madagaskar
Die Hauptstraßen Madagaskars gehen sternförmig von der Hauptstadt Antananarivo ab. Die Hafenstädte an der Küste sind untereinander - wenn überhaupt - nur über Pisten verbunden. Bei unserer Reise ist eine Überlandfahrt von Ifaty bei Tulear nach Morondava eingeplant. Die Distanzen sind nicht groß, doch kommen die Geländefahrzeuge oft nur langsam voran. Die Hotels auf dieser Strecke sind einfach, in Manja nächtigen wir mangels geeigneter Unterkünfte in Zelten. Entschädigt für die mühsame Fahrt werden Sie durch das Erlebnis einer Region, in der Besucher noch selten sind. Und immer wieder stoppen wir am Meer, wo Sie nach Herzenslust an einsamen Sandstränden baden können.
Reisepapiere und Impfungen
Reisepass erforderlich. Das Visum wird bei der Einreise erteilt. Keine Impfungen vorgeschrieben.
Bitte informieren Sie sich hier bei bei Ihrem Arzt oder beim Tropeninstitut.
Ihre Hotels:
1x Antananarivo Tamboho***
1x Antsirabe Vatolahy**(*)
2x Ranomafana Centrest Sejour***
2x Ranohira Relais de la Reine***
1x Ifaty Le Paradisier***
2x Salary Bay Salary Bay***
1x Morombe La Pirogue d`Or**
1x Manja Zeltübernachtung-
1x Belo-sur-Mer Ecolodge du Menabe**
1x Morondava Renala au Sable d`Or***
2x Bekopaka Olympe du Bemaraha***
1x Morondava Renala au Sable d`Or***
1x Antsirabe Vatolahy**(*)
1x Antananarivo Tamboho***