Von der Amazonas-Quelle zu den 6.000ern der Anden

Außergewöhnliche Gipfelziele für Liebhaber einsamer Bergwelten
Colca Canyon - Flug der Kondore an einer der tiefsten Schluchten der Erde
4-tägige Wanderung zur Amazonas-Quelle (5.150 m)
5 Tage Trekking mit Besteigung des Nevado Ampato (6.305 m)
Lauca-Nationalpark: Besteigung des Bilderbuchvulkans Parinacota (6.342 m)

Nach Ihrem Akklimatisations-Trekking zur Amazonas-Quelle nehmen Sie den Aufstieg ins Hochlager des Ampato in Angriff. Unnötiges bleibt im Basecamp, der Anstieg durch vulkanisches Geröll ist anstrengend genug, und im Lager angekommen werden die Kraftreserven für Lager einrichten und Kochen benötigt. Nach einer kurzen Nacht und bei klirrender Kälte steigen Sie durch Büßereis und über steiles Gletschergelände zum Gipfel auf. Sonnenaufgang auf 6.305 m: Ein solcher Anblick will erarbeitet werden! Und auch der gigantische Schatten des formvollendeten Parinacota, den die glutrote Morgensonne in die Landschaft wirft, und der Blick in den 150 m tiefen Schlund des Vulkans ist nicht jedem vergönnt.

Reiseverlauf

1. Tag Anreise

Linienflug mit LAN / Iberia von Frankfurt über Madrid nach Lima.

2. Tag Arequipa

Ankunft in Lima am frühen Morgen. Nach den Einreiseformalitäten steigen wir gleich wieder ins Flugzeug und fliegen nach Arequipa (2.380 m). Den Rest des Tages haben wir zur freien Verfügung, um uns nach der langen Anreise erholen und gut an die ungewohnte Höhe anpassen zu können.

3. Tag Arequipa - Chivay

Malerisch am Fuße der Vulkane Misti (5.843 m) und Chachani (6.075 m) gelegen, gilt Arequipa als eine der schönsten Städte Perus. Das historische Zentrum wurde von der UNESCO im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erklärt. Die zweitgrößte Stadt Perus wird wegen des kolonialen Altstadtkerns, der überwiegend aus hellem Tuffstein erbaut wurde, auch La Ciudad Blanca genannt. Das Zentrum Arequipas bildet die gepflegte Plaza de Armas und wird an der Nordseite von der gewaltigen Kathedrale beherrscht. Die reich mit steinernen Blüten, Blättern, Kakteen, Vögeln und Muscheln verzierte Fassade der Kirche La Compania gilt als eines der Hauptwerke Perus. Wir besichtigen die Klosterstadt Santa Catalina und das Museo Universidad Catolica de Santa Maria. Die Sammlung ist das Ergebnis der 25-jährigen Forschungsarbeit des Projektes "Heiligtümer der südlichen Anden" unter der Leitung von Dr. Johan Reinhard und Dr. Jose Antonio Chavez. Hier befindet sich neben Fundstücken und Mumien von den Vulkanen Pichu Pichu, Misti, Sara Sara, Quehuar und Llullaillaco das berühmte Inka-Mädchen "Juanita", das auf dem 6.305 m hohen Nevado Ampato gefunden wurde. Wir erfahren alles Wissenswerte zu Fundort und Geschichte des Mädchens und werden über die aktuellen Forschungsergebnisse informiert. Am Nachmittag fahren wir in die im Colca-Tal auf 3.600 m Höhe gelegene Stadt Chivay und quartieren uns für zwei Übernachtung in unserer Lodge ein.

4. Tag Akklimatisations-Wanderung

Um uns gut an die Höhe anpassen zu können, bevor wir mit dem Trekking zur Amazonas-Quelle beginnen, unternehmen wir heute eine kurze Wanderung von Canocota (3.800 m) im oberen Chivay-Tal bis nach La Calera. In La Calera angekommen haben wir die Möglichkeit in den heißen Thermalquellen zu baden und zu entspannen (fakultativ), das Dorf zu besichtigen und über den Markt zu bummeln. Gegen Abend kehren wir nach Chivay zurück.

5. Tag Chivay - Ran Ran Pampa

Eine weitere Akklimatisations-Wanderung führt uns vom Dorf Coporaque mit seinen Adobehäusern zum Ort Yanque. Eine weiß getünchte Kirche beherrscht das Dorfbild. Die Colca-Region gilt als eine der attraktivsten Natursehenswürdigkeiten Perus und ist eines der wichtigsten Agrarzentren des Landes. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung reichen zurück bis in die Collagua-Kultur (um Christi Geburt). Die Inka siedelten sich später an und zogen mit ihren Lamakarawanen durch das fruchtbare Tal. Der Colca-Canyon ist Heimat von 170 Vogel- und 20 Kakteenarten, seine Hänge sind mit Terrassenanlagen überzogen, auf denen Kartoffeln, Getreide, Obst und Gemüse angebaut werden. Wie zu Zeiten der Inka werden durch ein ausgeklügeltes Kanalsystem die Felder bewässert. Die Dorfbewohnerinnen tragen eine der farbenprächtigsten Trachten des Andenraumes und Handel treibende Indianer ziehen mit Lama- und Eselkarawanen von Dorf zu Dorf. Der bekannte peruanische Schriftsteller Vargas Llosa nannte das Colca-Tal "das Tal der Wunder".
Am Nachmittag fahren wir nach Ran Ran Pampa (ca. 4.300 m), dem Ausgangspunkt unseres Trekkings zur Amazonas-Quelle. Wir schlagen unser erstes Lager auf.

6. Tag Ran Ran Pampa - Laguna Condoriri

Heute beginnen wir mit dem Trekking. Wir lernen unsere Begleitmannschaft kennen und unser Gepäck wird auf Pferde und Mulis geladen. Auf einem breiten Weg steigen wir langsam an bis zur Laguna Condori auf einer Höhe von ca. 4.800 m.

7. Tag Amazonas-Quelle

Mit Unterstützung des National Geographic gelang es im Jahr 2000 einer internationalen Expedition, mit Hilfe moderner Satellitennavigation (Global Positioning System) die Quelle des Amazonas zu bestimmen. Der mehr als 6.000 km lange "Mythos" Amazonas entspringt als kleiner Strom hier im Nevado-Mismi-Gebirge. Wir wandern bergauf zur Amazonas-Quelle (5.150 m). Seit 2005 ist dort eine Bronzetafel in einen Fels eingemauert. Die genaue Quelle war über Jahrhunderte hinweg Gegenstand kontroverser Spekulationen. Andrew Johnson von der Smithonian Institution meint, dass der Ursprung des Amazonas entweder als von der Mündung weit entfernteste Ort definiert werden könnte oder aber als der am weitesten entfernte Ort innerhalb seines Drainage-Beckens, von dem aus Oberflächenwasser angeflossen kommt. Die Nevado-Mismi-Region erfüllt beide Definitionen. Vom Ursprung des Amazonas steigen wir in nördlicher Richtung ab und folgen dem Carhuasanta-Tal. Auf ca. 4.750 m Höhe schlagen wir unser Lager auf.

8. Tag Passüberquerung

Zunächst Richtung Westen, dann Nordwesten, folgen wir einem gut angelegten Weg bis wir nach ca. 4 Stunden Gehzeit einen 5.163 m hohen Pass erreichen. Das letzte Teilstück zum Pass ist steil und mühsam. Nach einer kurzen Rast steigen wir zu einem Lagerplatz auf ca. 3.920 m mit herrlichem Ausblick auf den Nevado Hualca Hualca ab.

9. Tag Lari - Cabanaconde

Wir wandern zum Dorf Lari (3.350 m) hinab und fahren weiter nach Cabanaconde. Das typische Andendörfchen liegt auf 3.300 m Höhe am Rande des Colca-Canyons, eingerahmt von Tausenden Terrassenfeldern. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Im Ort herrscht lebhafteres Treiben als in den anderen pittoresken Dörfern des Colca-Tales. Die Indianer leben noch stark verwurzelt in ihren alten Traditionen. Wir fragen respektvoll und höflich um die Erlaubnis zum Fotografieren und akzeptieren auch eine Ablehnung. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung.

10. Tag Cabanaconde - Cruz del Condor

Sehr früh am Morgen fahren wir von Cabanaconde bis "Cruz del Condor". Von der Aussichtskanzel eröffnen sich Tiefblicke in die Schlucht, man glaubt, in das Innere der Erde zu blicken, wo sich der Rio Colca hindurchzwängt. Mit den ersten warmen Aufwinden segeln Kondore, die in der Schlucht ihre Nestplätze haben, oft nur wenige Meter vor uns staunenden Beobachtern vorbei. Der Kondor, größter Raubvogel der Erde, gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Die mächtigen Vögel werden bis zu 70 Jahre alt und bleiben ihren Partnern treu. Die Zucht ist mühsam, denn die Vögel werden erst mit 12 Jahren geschlechtsreif. In Peru lässt sich der Kondor durch bereits geringe thermische Aufwinde in Höhen von bis zu 5.000 m tragen! Bereits während der Chavin-Kultur wurde der Kondor als heiliges Tier verehrt. Bei den Inka galt er als Symbol des Lichts und der Sonne, als Bote zur "Oberen Welt". Die Indianer sagen: "Der Kondor bringt Glück".

11. Tag Cabanaconde - Quebrada Pongo - Sejarinapampa

Am Morgen fahren wir mit einem Truck ca. 45 Minuten nach Quebrada Pongo (3.520 m). Hier erwartet uns die bereits vertraute Begleitmannschaft und unsere Seesäcke werden auf Mulis und Pferde gepackt. Wir folgen dem Tal des Rio Hualca Hualca, über Llareta-Moospolster und durch Ichu-Gras, und richten in Sejarinapampa auf 4.650 m unser Zwischenlager ein. Vielleicht erspähen wir Andenhirsche, Spechte, Vicunas, Viscachas, Kondore und wilde Pferde.

12. Tag Ampato Base Camp

Der Anstieg vom Zwischenlager zum Passübergang auf knapp 5.200 m ist technisch nicht besonders schwierig und wir haben einen herrlichen Blick auf den markanten Fels- oder Nordwest-Gipfel des Hualca Hualca-Massivs. Am Pass wird der Blick auf den Nevado Ampato (6.305 m) mit seiner bevorstehenden Anstiegsroute frei. Insbesondere die Querungen und der Abstieg zum Basecamp könnten auf dem Mond stattfinden: Unglaubliche Staubmengen werden mit jeden Schritt aufgewirbelt - weltentrückter kann man auf dieser Erde kaum sein! Das Basecamp (ca. 4.750 m) liegt inmitten einer grünen, teils sumpfigen Hochandenlandschaft. Ein glasklarer Bach dient uns zur Erfrischung und zur Zubereitung unserer Mahlzeiten.

13. Tag High Inca Camp

Wir packen unsere Rucksäcke (Schlafsack, Isoliermatten, Steigeisen, Pickel, Hüftgurt, warme Kleidung, Wasserflaschen, Stirnlampe und Verpflegung) und lassen unnötiges Equipment im Basecamp zurück. Für den Transport der Zelte, Kocher, Gaskartuschen, des Kochgeschirrs und der Seile bekommen wir Hilfe von unseren örtlichen Begleitern. Die Route verläuft im unteren Teil relativ flach in stetigem Auf und Ab über einige staubige Schuttrücken. Bis zur Basis des Berges begleiten uns die Tragtiere, danach müssen wir unsere Rucksäcke selbst schultern. In östlicher Richtung steigen wir zum Hochlager - High Inca Camp - (5.900 m) auf. Wir wandern zwischen bizarren schwarzen Felsformationen (bosque de Piedra = versteinerter Wald) hindurch immer mit Blick auf die NW-Seite des Ampato, gelangen in ein kleines Tal mit einem Bach (hier können wir Wasser für unser High Inca Camp mitnehmen) und steigen das letzte steile Teilstück über loses Geröll zu einem Felssporn hinauf. Der Aufstieg mit schwerem Gepäck in dem lockeren vulkanischen Geröll, Schutt und Sand ist sehr anstrengend. Trotzdem sollten unsere Kraftreserven bei Ankunft im High Camp noch ausreichen, um das Lager einzurichten, denn alle müssen mithelfen die Zeltplätze zu präparieren, die Zelte aufzubauen und das Essen vorzubereiten. Anschließend müssen wir noch unsere Ausrüstung für die Nacht vorbereiten und besprechen die genaue Aufstiegsroute mit unserem Bergführer. Früh am Abend kriechen wir in den warmen Schlafsack.

14. Tag Gipfel des Nevado Ampato

Gegen 02:00 Uhr morgens werden wir bei klirrender Kälte vom Bergführer geweckt, trinken heißen Tee oder Kaffee und versuchen ein paar Happen zu essen. Etwa eine Stunde später brechen wir zu unserem Bergabenteuer auf. Mit unseren Stirnlampen folgen wir in der Dunkelheit dem Führer. In vielen kleinen Serpentinen, die den Aufstieg im losen Geröll erleichtern, gelangen wir in eine Höhe von ca. 5.920 m. Hier legen wir unsere Steigeisen an und binden uns in das Seil ein. Über Firn, Büßereisfelder und steiles Gletschergelände gelangen wir nach ca. 6 Stunden inkl. kurzer Pausen an den Kraterrand des Ampato auf 6.305 m, dem höchsten Punkt, denn einen eigentlichen Gipfel hat der Ampato nicht. Der Sonnenaufgang während des Aufstieges ist ein Erlebnis! Mit großer Wahrscheinlichkeit werden wir für uns alleine das grandiose Panorama auf die umliegenden Sechstausender und die andine Wüstenlandschaft genießen. Da der Ampato als der größte "Gott" (= apu) in diesem Abschnitt der Anden gilt, wollen auch wir dem Berg Respekt zollen und bringen Kokablätter mit. Am 8.September 1995 entdeckten der amerikanische Archäologe Johan Reinhard und der peruanische Bergführer Miguel Zárate in der Caldera die bisher am Besten erhaltene Mumie in den Anden. Heiße Asche des Vulkans Sabancaya hatte die Eisschicht geschmolzen und den mumifizierten Körper freigegeben. Die Wissenschaftler brachten das 14-jährige Mädchen aus der Zeit der Inka nach Arequipa. Nach genaueren Untersuchungen wurde eine Verletzung durch einen harten Schlag an der rechten Schläfe festgestellt. Die extreme Höhe des Fundortes und Grabbeigaben wie silberne Broschen, eine federverzierte Tasche mit Kokablättern und kostbare Textilien ließen nur einen Schluss zu: Das "Ampato-Mädchen", auch "Juanita" genannt, war wohl geopfert worden, um den Vulkangott Apu Ampato gütig zu stimmen und war ca. 500 Jahre im ewigen Eis des Ampato begraben. Am High Inca Camp angekommen (ca. 2 - 3 Stunden Abstieg), bauen wir nach einem Imbiss das Lager ab und kehren in weiteren 3 Stunden zum Basecamp zurück.
Die angegebenen Zeiten und die Aufstiegsrouten können bedingt durch die aktuellen Schneeverhältnisse am Berg variieren.

15. Tag Ampato Basecamp - Chivay

Ein langer Abstieg wartet auf uns. Über den Zwischenlagerplatz steigen wir bis zum Beginn der Schotterstrasse zu Fuß ab, das letzte Stück bis nach Cabanaconde bringt uns ein Truck, der bereits auf uns wartet. Auf besseren Straßenverhältnissen angekommen steigen wir auf unseren Bus um, der uns nach Chivay bringt - wir dürfen uns auf unser gemütliches Hotel, eine heiße Dusche, frische Kleidung und das Essen im Lokal freuen.

16. Tag Arequipa

Wir verabschieden uns vom Colca-Tal und fahren nach Arequipa. Den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung, um noch einmal gemütlich durch diese herrliche Stadt zu bummeln.

17. Tag Tacna - Codpa (Chile)

Früh am Morgen fahren wir nach Tacna, Hauptstadt des gleichnamigen Departamento und Freihandelszone. Der peruanisch-chilenische Salpeterkrieg Ende des 19. Jh. fand in der Nähe des Ortes statt und nach einer kurzen Zugehörigkeit zu Chile wurde Tacna 1929 wieder peruanisch. Wir reisen weiter, überqueren die Grenze nach Chile und fahren nach Codpa auf ca. 1.950 m. Hier übernachten wir in einer sehr schön gelegenen Lodge und werden mit einem Barbecue-Abendessen in Chile begrüßt.

18. Tag Codpa - Putre

Wir fahren durch die Sierra Altiplanica in Richtung Putre. Unterwegs unternehmen wir eine Wanderung in einem fantastischen Canyon und errichten unser Zeltlager in der Nähe von Putre auf ca. 3.600 m. Die meisten Einwohner Putres gehören zum Volksstamm der Aymara - ursprünglich vom Titicaca-See - und leben vorwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht, Spinnerei und dem Verkauf von Lama- und Alpakawolle.

19. Tag Lago Chungara - Cotacotani - Parinacota

Unser heutiges Ziel ist der Lauca National Park, Weltbiosphärenreservat der UNESCO, eine der schönsten Regionen Chiles. Schon bald erhaschen wir einen ersten atemberaubenden Blick auf die "Zwillinge" Parinacota und Pomerape. Der Lauca National Park umfasst eine Fläche von 137.883 ha, in Höhenlagen zwischen 3.200 m und 6.342 m. Eine Vielzahl von Tieren ist hier beheimatet: Lamas, Alpakas, Vicunas, Viscachas und über 130 Vogelarten. Ankunft im fast verlassenen Aymara-Indianerdorf Parinacota (4.392 m). Die meisten Häuser werden nur bei großen Festen von ihren Besitzern besucht. Im Dorf steht eine der schönsten Kirchen des Nordens - ein Adobebau mit seinen kleinen freistehenden Glockentürmen. Im Inneren der Kirche sind Fresken zu sehen, die als Arbeiten der Cuzco-Schule gedeutet werden. An kleinen Marktständen können wir schöne Handwerks- und Handarbeitsarbeiten erwerben. Danach wandern wir entlang der Ufer der smaragdgrünen Cotacotani-Lagunen (ca. 3 - 4 Std.) bis zum Chungara See. Dann Weiterfahrt auf einer ungeteerten, staubigen Strasse zum Basecamp des Vulkans Parinacota. Wir suchen uns eine geeignete Stelle und in einer Gemeinschaftsaktion bauen wir sowohl unser Küchenzelt als auch unsere eigenen Zelte in ca. 4.600 m Höhe möglichst windgeschützt im schwarzen Lavasand und neben großen Felsbrocken auf.

20. Tag Aufstieg zum Hochlager des Parinacota

Wir verteilen untereinander die kleinen (dafür leichteren) Expeditionszelte, die Gaskartuschen, unseren Proviant, die Gaskartuschenkocher, einige Wasserflaschen und zusammen mit unserem persönlichen Gepäck (Schlafsack, Isomatte, warme Kleidung, Pickel und Steigeisen) schnüren wir unsere Rucksäcke. Soweit möglich fahren wir durch schwarzen Sand noch etwas an den Berg heran. Mit schwerem Gepäck steigen wir weglos über Geröll, feinsten schwarzen Sand und großen Lavabrocken zunächst durch ein kleines Tal, dann über den höchsten markanten Gratrücken zum Hochlager auf. Je nach Verhältnissen kann es sein, dass wir die letzten 15 Minuten unsere Steigeisen anlegen müssen, um den Hang zum Hochlager besser queren zu können. Meist ist das Camp in einer Höhe von 5.380 m schneefrei. Wir ebnen den Lagerplatz, stellen die Zelte auf, schmelzen Schnee, bereiten unsere Ausrüstung vor und sicher freuen wir uns auf eine wärmende Mahlzeit und "Schmelzwassertee". Welch ein Erlebnis, wenn die Abendsonne die Landschaft unter uns in feuriges Rot verzaubert. Der Lago Chungara sowie das Basislager und der Verlauf der Straße von Chile über die Grenzstation nach Bolivien sind deutlich zu erkennen. Beeindruckend der aktive Vulkan Guallatire, der permanent eine riesige Rauchsäule in den Himmel steigen lässt.

21. Tag Gipfel des Parinacota

Falls Schnee bis zum Zeltplatz reicht, legen wir unsere Steigeisen gleich an und starten gegen 06:00 Uhr morgens mit leichtem Gepäck zum Gipfel. Der Aufstieg zum Krater birgt keine größeren alpintechnischen Schwierigkeiten, jedoch muss absolut sicheres Gehen mit Steigeisen und Pickel bzw. Skistöcken im steilen Firn beherrscht werden. Noch einige Zeit wird die Sonne von unserem Vulkan verdeckt sein - klirrende Kälte und Wind hüllt uns ein. Wir bestaunen beim Aufstieg den gigantischen Schatten des formvollendeten Parinacota, den die aufgehende glutrote Sonne in die Landschaft wirft. Noch ein paar Stunden wird es dauern, bis uns die ersten Sonnenstrahlen erwärmen. Je nach Verhältnissen sind eine Gletscherspalte und ein Felsriegel zu umgehen. Nach ca. 5,5 Stunden (inkl. kurzer Pausen) auf durchwegs steilem Gelände (35-40 Grad) erreichen wir ein Plateau und 20-30 Minuten später stehen wir am Kraterrand des 6.342 m hohen Traumberges Parinacota. Der Blick in den etwa 150 m tiefen Schlund ist grandios. Gleichermaßen das 360° Panorama mit Sicht auf den Lago Chungara fast 2.000 m unter uns und auf die einsame Wüstenlandschaft des Altiplano. Die Gipfel Guallatire, Acotango, Capuraca, Pomerape, Tapaka und Sajama (mit 6.542 m höchster Gipfel in Bolivien) ragen bei gutem Wetter in den tiefblauen Himmel. Wir kehren in ca. 2 Stunden zum Hochlager zurück, bauen die Zelte ab und machen uns dann auf den ca. 1,5-stündigen Weg zurück zu unseren Fahrzeugen. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir wieder unser Basislager in 4.600 m Höhe.

22. Tag Parinacota Basecamp - Arica

Vom Altiplano fahren wir zurück nach Arica am Pazifik. Den restlichen Tag haben wir zur freien Verfügung.

23. Tag Rückflug

Wir werden zum Flughafen gebracht und treten unseren Rückflug von Arica über Santiago de Chile nach Europa an.

24. Tag Ankunft

Ankunft in Madrid und Weiterflug nach Frankfurt.

Generelle Hinweise

 nach Verfügbarkeit Abflüge ab Österreich Euro 60,-, ab Schweiz Euro 170,-

Charakter der Tour und Anforderungen

Diese Reise für erfahrene Bergsteiger geeignet, die intensive Naturerlebnisse, die Einsamkeit und abgeschiedene Gegenden schätzen. Sie erleben die herbe Schönheit des Andenhochlandes und können sich bei den ersten Wanderungen und Ausflügen gut für die Bergbesteigungen akklimatisieren. Sie sollten gewohnt sein, in selbständigen Seilschaften zu gehen, sicher im Gehen mit Steigeisen und im Umgang mit dem Pickel sein, Spaltenbergung und grundsätzliche Orientierung am Berg beherrschen. Sie werden von einem örtlichen Bergführer und einem bergerfahrenen Reiseleiter begleitet. Selbständiges Gehen am Seil ist aber trotzdem erforderlich, je nach Gruppengröße ist nicht in alle Seilschaften ein Bergführer eingebunden. Sehr gute Kondition, psychische und physische Gesundheit sowie sehr gute Höhenverträglichkeit sind Voraussetzungen für die Teilnahme an dieser Reise. Da Sie auf heiss-kaltes Wüstenklima treffen, ist auch Klimaverträglichkeit notwendig. Die Gefahr einer Höhenkrankheit darf nicht unterschätzt werden. Sie sollten ein gesundes Herz und einen guten Kreislauf haben. Bitte konsultieren Sie vor der Reise Ihren Arzt!

Das Trekking zur Amazonas-Quelle ist ein technisch einfaches Trekking ohne alpine Schwierigkeiten mit moderaten Gehzeiten und dient der Akklimatisation.

Der Aufstieg auf den Ampato erfolgt in Seilschaften, ein kurzes Stück wird eventuell mit einem Fixseil versichert, im Gipfelbereich queren Sie bis zu 2 m hohes Büßereis.

Der Parinacota hat wenige Spalten, die meist gut sichtbar sind, der Aufstieg erfolgt fast ausschließlich durch 20 cm bis 2 m hohes Büßereis und über 30 bis 45 Grad steile Hänge. Der Aufstieg erfolgt meist seilfrei. Bitte beachten Sie, dass an beiden Bergen Hochlager eingerichtet werden und ein Teil des Gruppengepäcks von Ihnen selbst mitgetragen werden muss.

Diese Reise führt Sie in einsamste und unberührte Regionen in Peru und Chile. Anpassungsfähigkeit an einfache Verhältnisse, Bereitschaft zum Komfortverzicht und zu aktiver Mithilfe beim Lagerleben (Zeltaufbau, Mithilfe beim Kochen, etc.) muss für alle Teilnehmer selbstverständlich sein. Hochtourenerfahrung erforderlich und sehr gute Kondition. Sie tragen Ihr eigenes Gepäck und die Ausrüstung für das Hochlager selbst und bauen dieses mit auf.

Klima

Da Peru auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten den unseren entgegengesetzt, aber aufgrund der Nähe zum Äquator weniger ausgeprägt. Die Monate Juli und August verzeichnen die niedrigsten Temperaturen, vor allem im Gebirge. Die Sicht ist in diesen Monaten am klarsten und es ist am wenigsten mit Niederschlag zu rechnen. Durch die starke Sonneneinstrahlung kann es tagsüber bis zu über 20°C warm werden, doch nachts kühlt es im Hochland stark ab - bis auf minus 20°C. Auf den Pässen kann es zu Schneefällen kommen.

Im Norden Chiles finden Sie wüstenhaftes Klima vor. Durch die Höhe des Altiplano (etwa 4.000 m) werden die Nächte empfindlich kalt, während Sie sich tagsüber vor der intensiven Sonne schützen müssen. Rechnen Sie mit Temperaturen am Tage von bis zu 20°C, in der Nacht bis minus 20°C. Die trockene Hitze und Kälte sind gut zu ertragen, allerdings müssen Sie mit ständigem Wind rechnen. Niederschläge treten nur selten auf.

Ausrüstung

Da Sie in Wetterlagen von trockenem Wüstenklima bis hin zu arktischen Verhältnissen geraten können, sollten Sie von warmer Skiunterwäsche über Wind- und Wetterjacke (z.B. Goretex) bis zu leichter Kleidung alles mitnehmen. Für die Besteigung des Ampato und Parinacota benötigen Sie steigeisenfeste Bergschuhe und Hochtourenausrüstung. Seile werden von der Agentur gestellt. Sie müssen für die Zeltnächte einen sehr warmen Schlafsack mitbringen, der im Komfortbereich bis minus 20° tauglich sein sollte. Eine ausführliche Ausrüstungs-Checkliste erhalten Sie mit Ihren Buchungsunterlagen.

Gepäck

Sie benötigen eine flexible Reisetasche und einen Rucksack mit 60 L Fassungsvermögen für das Trekking / die Hochtouren. Gepäck, das Sie während des Trekkings / der Besteigungen nicht benötigen können Sie deponieren.

BUCHEN / VORMERKEN