Auf den Spuren des Azorenhochs
3- bis 5-stündige einfache Tageswanderungen
Die immergrüne Heimat des Azorenhochs ist das perfekte Ziel für Wanderer und alle, die Natur, Ruhe und Ursprünglichkeit suchen. Hohe Steilküsten, Blumenwiesen, Lorbeerhaine und die Nähe zum Meer machen den Zauber der "Dracheninsel", wie Sao Jorge genannt wird, aus. Mit dem Schiff gelangen Sie nach Pico. Einsame Bergweiden, Kraterseen und natürlich der gleichnamige Vulkan, mit 2.351 m der höchste Berg Portugals, prägen die Insel. Auf Faial erwartet Sie eine farbenfrohe Gartenlandschaft mit Hortensien und sattgrünen Weiden, eine Wanderung am Kraterrand des Vulkans Caldeira bringt Ihnen den feurigen, vulkanischen Ursprung dieser Region näher.
Landschaftliche Vielfalt auf den Inseln Sao Jorge, Faial und Pico
Überschreitung des Pico Esperanza (1.053 m) auf Sao Jorge
Reiseverlauf
1. Tag Anreise
Linienflug mit Air Portugal von München über Lissabon nach Horta auf der Insel Faial. Von dort geht es per Schiff weiter auf die Insel Sao Jorge. Die ersten vier Nächte wohnen wir in einer Quinta, einem ehemaligen Landgut oberhalb von Velas, dem Hauptort der Insel. Gemeinsam essen wir in der familiären Atmosphäre unserer Unterkunft zu Abend.
Übernachtung in einer Quinta [A]
2. Tag Gartenlandschaft im Westen der Insel
Unsere erste Wanderung führt uns in den einsamen Westteil von Sao Jorge. Die von grünen Weiden überzogenen Vulkankegel zeugen vom "feurigen" Ursprung der Insel. Im westlichsten Dorf der Insel, Rosais, sehen wir viele Häuser im traditionellen Baustil mit liebevoll bestellten Gärten - eingebettet in die Landschaft und geschützt vor den Winterstürmen. Über sattgrüne Wiesen wandern wir aufwärts und können einen ersten Blick auf die Nordküste werfen, bevor wir den Parque Florestal Sete Fontes (Waldpark der Sieben Quellen) erreichen. Nach einer Rast im Park, der mit seiner tropischen Pflanzenwelt wie verwunschen anmutet, gehen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Gehzeit: 3,5h; Aufstieg: 150m; Abstieg: 150m; Übernachtung in einer Quinta [F]
3. Tag Faja de Alem und Faja Ouvidor
Die Insel Sao Jorge gleicht ihrer Form nach einem schmalen Felsenschiff, sie ist nur 8 km breit und weist bis zu 700 m hohe Steilküsten auf. Diesen zu Füßen liegen fruchtbare Küstenebenen, "Fajas" genannt und kleine Dörfer, die sog. "Faja -Siedlungen". Noch heute erreicht man einige der ehemals zahlreichen Fajas ausschließlich zu Fuß - hier hat sich die traditionelle Landwirtschaft und das beschauliche Leben der Azoreaner weitgehend erhalten. Eines dieser "Paradiese auf Erden", die Faja de Alem, besuchen wir heute.
Wer möchte, kann danach noch einen weiteren Abstieg zur Faja Ouvidor unternehmen und an dem einmalig gelegenen Felsstrand ein Bad im Meer genießen (weitere 400m im Abstieg).
Gehzeit: 4h; Aufstieg: 400m; Abstieg: 400m; Übernachtung in einer Quinta [F]
4. Tag Über den höchsten Gipfel: Pico Esperanza
Wir unternehmen eine Wanderung über den höchsten Gipfel, den Pico Esperanza (Hoffnungsgipfel, 1.053 m). Auf einfachen Wegen überqueren wir den Hauptkamm der Insel. Wenn sich die Wolken nicht stauen, können wir grandiose Fernblicke auf den Atlantik und die vier Nachbarinseln genießen.
Gehzeit: 5h; Aufstieg: 400m; Abstieg: 600m; Übernachtung in einer Quinta [F]
5. Tag Faja Santo Christo
Heute wählen wir den steilen Abstieg zur Nordküste und zu den teilweise besiedelten Flachterrassen. "Fajas" gibt es sowohl an der weniger hohen und sonnigeren Südküste als auch an der spektakulären Nordküste. Hier liegen die winzigen Felder vor gewaltigen, mehrere hundert Meter hohen Steilfelsen. Mit viel Fleiß haben die Bauern die "Fajas" in fruchtbare Obsthaine und Felder verwandelt, auf denen Mais, Gemüse und Süßkartoffeln, mancherorts sogar Wein, Kaffee, tropische Früchte und Drachenbäume gedeihen. Heute sind die kleinen Steinhäuser der Faja Santo Christo ein gefragtes Feriendomizil für die Einheimischen.
Gehzeit: 4h; Aufstieg: 150m; Abstieg: 700m; Übernachtung in einer Quinta [FA]
6. Tag Insel Pico - Überfahrt nach Horta auf Fajal
Ein Ganztagesausflug führt uns zur Nachbarinsel Pico. Nach der Schiffsüberfahrt erwarten uns einsame Bergweiden und Kraterseen auf der weitläufigen Hochebene. Über die Südküste erreichen wir das einzigartige Weinanbaugebiet der "Biscoitos". Geschützt vor Wind und Salzluft werden die Weinreben hier in kleinen, mit Lavasteinen umrandeten Mulden gezogen. Heute zählt diese Landschaft zu Recht zum Kulturerbe der Menschheit. Wir unternehmen eine Kurzwanderung unterhalb des mächtigen Vulkangipfels. Mit dem letzten Boot setzen wir über nach Horta auf Faial und richten uns in unserer Unterkunft für die nächsten vier Nächte ein.
Gehzeit: 2-3h; Abstieg: 50m; Übernachtung im Hotel [FA]
7. Tag Caldeira von Faial
Unser heutiges Wanderziel ist die mächtige Caldeira von Faial. Nach der Auffahrt zum Kraterrand beeindruckt der Blick in den 400 m steil abfallenden Einbruchskrater, dessen Durchmesser etwa 1.450 m beträgt. Wir wandern am Rand des Kraters entlang und steigen danach an der Nordseite ab. Während der entspannenden Wegetappe entlang eines kunstvoll angelegten Bewässerungskanals, einer so genannten Levada, wird der Blick frei auf den westlichen Ausläufer der Insel mit seinen Kraterkegeln.
Gehzeit: 5h; Aufstieg: 50m; Abstieg: 600m; Übernachtung im Hotel [F]
8. Tag Capelinhos
Auf unserer Inselrundfahrt kommen wir heute zu den jüngsten vulkanischen Erscheinungsformen der Azoren - nach Capelinhos, ganz im Westen von Faial. Entstanden ist diese Landschaft durch den Vulkanausbruch 1957/58. Zunächst tauchte eine kleine Insel aus dem Meer auf, die sich als Folge weiterer vulkanischer Tätigkeit mit der Insel Faial verband und ein Felskap mit steil abfallenden Wänden bildete. Faial hat zwar durch den Vulkanausbruch Land gewonnen, doch sind weite, von Vulkanasche bedeckte Teile noch unfruchtbar.
Eine Wanderung vom "verlandeten" Leuchtturm (am einstigen Insel-Ende) zu den jüngsten Eruptionskegeln zeigt uns noch einmal den vulkanischen Charakter der Insel. Im neu errichteten Vulkanmuseum erfahren wird, wie das Archipel der Azoren entstanden ist und wie die Inselbewohner das mühevolle Leben mit dem Vulkanismus meistern.
Gehzeit: 3,5h; Aufstieg: 100m; Abstieg: 100m; Übernachtung im Hotel [F]
9. Tag Stadtrundgang in Horta - Zeit zur freien Verfügung
Vormittags unternehmen wir einen Stadtrundgang durch Hortas schmucke Altstadt mit ihren weiß gekalkten Häusern, Fenstern mit Balkonen und bunt bemalten Mansarden. Der Besuch des Walmuseums, schön an der Bucht von Porto Pim gelegen, schließt unseren Rundgang ab: hier bekommen wir einen guten Einblick in die traditionellen Fangmethoden und die Verarbeitung der Wale.
Der Rest des Tages kann zum Ausruhen oder Baden genutzt werden (Badesachen nicht vergessen - die Wassertemperaturen betragen im Juli 20 Grad Celsius C, im August 22 Grad Celsius C). Wer möchte, kann auch eine Radtour unternehmen oder an einem Segeltörn oder einer Walbeobachtungsfahrt teilnehmen (fakultativ). Auf Wunsch organisiert ihr Reiseleiter auch die Besteigung des Pico - des höchsten Bergs Portugals und der Azoren (Gehzeit ca. 5 Stunden; Auf- und Abstieg: 1.100 m, Bergausrüstung unbedingt erforderlich!).
Am Abend lassen wir die Reise bei einem Abschiedsessen gemütlich ausklingen.
Übernachtung im Hotel [FA]
10. Tag Heimreise
Wir fahren zum Flughafen und treten den Rückflug über Lissabon nach Deutschland an.
[F]
Generelle Hinweise
Charakter der Tour und Anforderungen
Auf den Azoren erwarten Sie leichte bis mittelschwere, 3- bis 5-stündige Inselwanderungen, die entsprechend Kondition, Ausdauer und Trittsicherheit voraussetzen (gemeint ist sicheres Gehen auf unterschiedlich beschaffenem Gelände, auch auf felsigem und vulkanischem Gestein). Der steile Aufstieg zum Gipfel des Pico (fakultativ an Tag 9 möglich) entspricht den Anforderungen einer 2- bis 3-Fuß - Tour.
Da Sie Ihr Hauptgepäck in den Unterkünften zurücklassen und nur das Notwendigste (z.B. Anorak, Fotoapparat etc.) in einem Tagesrucksack mitnehmen, können Sie die Landschaft "unbeschwert" genießen.
Im Reisepreis sind 4 Abendessen sowie ein reichhaltiges Frühstücksbuffet eingeschlossen. Bei den gemeinsamen Abendessen speisen Sie in landestypischen Restaurants. Als Mittagessen für unterwegs nehmen Sie ein Picknick mit oder kehren in kleinen Bars oder Restaurants ein. An den "freien" Abenden können Sie ebenfalls in landestypischen Lokalen oder in den Hotels speisen. Ihre Reiseleitung gibt gerne Tipps für's Abendessen.
Einreisebestimmungen:
Für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger genügt eine gültige nationale Identitätskarte bzw. ein gültiger Personalausweis zur Einreise nach Portugal.
Für Reisen nach Portugal sind keine Impfungen vorgeschrieben. Ausführliche Informationen erhalten Sie beim unabhängigen Auskunftsservice für Touristen über Gesundheitsrisiken im Ausland unter der Tel.Nr. 0900/1234-999 (1,98 € pro Minute) oder unter www.gesundes-reisen.de
Wichtige Hinweise:
Bedingt durch Flugverzögerungen, ungünstige oder rasch wechselnde Wetterverhältnisse, nicht vorhersehbare Ereignisse oder sonstige Faktoren kann es bei dieser Reise zu Programmumstellungen oder -änderungen kommen. Sollten z.B. aufgrund widriger Wetterverhältnisse Flüge oder Schiffsfahrten auf den Azoren ausfallen und dadurch bedingt Kosten für Zusatzübernachtungen anfallen, so gehen diese zu Lasten der Teilnehmer/-innen.
Beachten Sie bitte, dass Feiertage oder überraschende Restaurierungsarbeiten (trotz sorgfältiger Planung und Abstimmung mit Behörden und Verkehrsbüros) zu nicht vorhersehbaren Schließungen von Besichtigungsobjekten führen können. Selbstverständlich ist es das Ziel Ihrer Reiseleitung, alle Programmpunkte durchzuführen, doch können wir für die exakte Einhaltung vorliegender Ausschreibung keine Garantie geben. Wir bitten um Ihr Verständnis. Zudem weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass Sie auf eigene Gefahr an dieser Reise teilnehmen.
Die Azoreaner feiern gerne, vor allem im Sommer. Festwochen finden auf allen Inseln statt, begleitet von (oft lauter) Musik bis in die tiefen Nachtstunden. Stellen Sie sich bitte darauf ein, lassen Sie sich anstecken von der fröhlichen Stimmung.
Klima
Das Klima auf den Azoren kennt weder trockene Sommer noch kalte Winter, insgesamt ist es mild und angenehm. Die mittleren Tagestemperaturen liegen von Mai bis September zwischen 20°C (Mai) und 26°C (August). Charakteristisch sind die hohe Luftfeuchtigkeit, häufige Regenfälle (denen die üppige Vegetation der Inseln zu verdanken ist), relativ starke Winde (vor allem im Winter) und häufige Wetterumschwünge. "Wir haben hier am Tag bis zu vier Jahreszeiten", heißt es auf den Azoren. Regenzeit ist von November - März. Sollte es im Hochsommer dennoch Regen geben, hält dieser selten den ganzen Tag an.
Ausrüstung
Eine Windjacke und guter Regenschutz, leichte Baumwollsachen, aber auch warme Kleidung für die Abende sollten daher in Ihrem Reisegepäck nicht fehlen. Sie benötigen feste, knöchelhohe Berg- bzw. Trekkingstiefel mit Profilsohle, die auch bei Nässe Halt bieten, und einen Tagesrucksack, in dem Sie während der Wanderungen das Notwendigste tragen (Brotzeit, Regenschutz, Trinkflasche, Fotoapparat usw.). Als "Gehhilfe" haben sich Teleskop-Stöcke bewährt, sie können vor allem während der Abstiege hilfreich sein. Beachten Sie bitte unsere ausführliche Ausrüstungs-Checkliste für diese Reise, die Ihnen nach Ihrer Anmeldung zugeht.