Rumänien - MTB - Transsilvanische Alpen
Biken in den Südwest-Karpaten
Schluchten, Höhlen, romantische Höhenrücken
Kirchenburgen und mittelalterliche Städte
Abgeschiedene Hochgebirgs-Trails, wildromantische Kammwege, aussichtsreiche Sättel und Joche, einsame Bergdörfer und Almwiesen mit Schafhirten - hier sagen sich Bär und Wolf "Gute Nacht". Besuche von Höhlen, mittelalterlichen Kirchenburgen und Daker-Ruinen runden die sportliche Tour ab.
Reiseverlauf
1. Tag Anreise nach Rumänien
Abends beginnt unsere Fahrt mit dem Nachtzug von Wien via Budapest nach Transsilvanien im Schlafwagen mit 3-Personen-Belegung. Die in Radkoffern oder Radtaschen als großes Handgepäck verstauten Fahrräder werden ins Abteil mitgenommen, da der Zug keinen Gepäckwaggon hat.
2. Tag Besichtigung von Hermannstadt
Ankunft am Morgen in Alba Julia. Wir werden von unseren lokalen Betreuern in Empfang genommen und ins nahe gelegene Sibiu/Hermannstadt gebracht. In Hermannstadt, der europäischen Kulturhauptstadt 2007, bauen wir unsere Bikes zusammen und sehen uns danach die Stadt an. Hermannstadt am Zibin-Fluss kann auf eine über 800-jährige bewegte Geschichte zurückblicken. Drei Plätze - darunter der Große und Kleine Ring mit gotischen und barocken Gebäudefassaden - bilden den Altstadtkern. Mittelpunkt der ehemaligen Oberstadt ist der Große Ring, sein vielleicht schönstes Schmuckstück ist das 1785 errichtete Brukenthal-Palais.
Nachdem wir Geld umgetauscht haben, starten wir nachmittags zu unserer ersten Radtour nach Michelsberg (525 m), bekannt für seine romanische Basilika. Wir sind in einer kleinen Pension am Fuß des Zibins-Gebirges untergebracht.
3. Tag Zur Hohen Rinne
Wir starten von unserem Quartier aus, passieren ein Hirtendorf und folgen einem Forstweg durch die wilde Zibinsklamm bis zum Kurort Hohe Rinne (1.460 m). Dort quartieren wir uns in einem kleinen, gemütlichen Berghotel ein. Wir können fakultativ, je nach Lust und Laune, weitere Touren mit dem Bike unternehmen - etwa zum Oncesti-Gipfel (1.730 m). Auf der Hohen Rinne besichtigen wir den Kurort.
4. Tag Durchquerung des Zibins-Gebirges
Heute geht es auf einem lang gezogenen und gut befahrbaren Kamm über die Gipfelkette des Zibins-Gebirges. Dabei ist der Grat kaum schroff, sondern von grünen Almmatten und lieblichen Wiesen geprägt. Wir begegnen Schäfern, die hier noch traditionell leben und mit ihren Herden von Weideplatz zu Weideplatz ziehen. Unsere Tagesstrecke über Pfade, Forst- und Wirtschaftswege führt von der Hohen Rinne über den Muncel-Pass ins Sadu-Tal und über den Steflesti-Sattel (1.725 m) ins Frumoasa-Tal. Ein schöner Stausee setzt Akzente, ehe der Schlussanstieg zur Ureanu-Hütte (1.743 m) ansteht. Für ganz fitte Biker gibt es die Schiebe-Alternative (+ 300 Hm) über die Canaia-Hütte und den Cindrel-Gipfel (2.244 m). Wer möchte, kann das Teufelsplateau auf einem kurzen Abstecher zu Fuß erkunden.
5. Tag Durch das Sureanu-Gebirge
Von der Hütte geht es relativ steil mit einigen Schiebestrecken zum Sureanu-Sattel (2.000 m); dort folgt wieder ein aussichtsreicher Kammweg über eine Gipfelkette. Die sehr abwechslungsreiche Strecke führt teilweise oberhalb der Baumgrenze über Almwiesen, dann über Forstwege durch Wald und auf Wanderpfaden zu einer Reihe von Berggipfeln. Es geht auch über Sättel und durch den Naturpark Gradistea Muncelului zu den Ruinen der alten Daker-Hauptstadt Sarmisegetuza-Regia, dem einstigen Sitz der bedeutenden Könige Burebista und Decebal. Von hier folgen wir einer Forststraße zum Bergdorf Costesti (550 m). Dort beziehen Quartier in einer Pension und erholen uns von den Strapazen der letzten Tage.
6. Tag Im einstigen Reich des Daker-Königs
Nach einer erholsamen Nacht starten wir zu unserer Tagesetappe in Richtung Retezat-Nationalpark. Auf Forstwegen (unterbrochen von einigen asphaltierten Abschnitten) und in ständigem Auf und Ab erklimmen wir einen Sattel (ca. 900 m) und erreichen ein schönes Tal. Anschließend folgen wir einem Wanderpfad talwärts bis zur Ortschaft Ciopeia und Santamaria-Orlea (310 m). Leicht ansteigend geht es durch kleine Ortschaften bis zu unserer Pension in Rausor (1.250 m), wo wir für 2 Nächte untergebracht sind. Unterwegs in Suseni können wir die Ruine und das kleine Kloster Colt besichtigen.
7. Tag Besteigung des Retezat-Gipfels (2.482 m)
Von unserer Pension radeln wir eine kurze Strecke bergauf, bis ein Wanderpfad den Beginn des Aufstiegs anzeigt. Wir lassen die Fahrräder in der Obhut des Fahrers und steigen zum Lolaia-Kamm auf, dem wir auf direktem Weg zum Gipfel folgen. Von hier haben wir einen grandiosen Ausblick über den gesamten Nationalpark, den ältesten Nationalpark Rumäniens. Den Rückweg treten wir entweder über das Stanisora-Tal oder den Pecuiu-Gipfel an.
8. Tag Schlussetappe und Abreise
Unsere letzte Etappe verläuft durch das Poiana-Rusca-Massiv, ehe wir in flotter Fahrt ins Dorf Densus gelangen. Hier steht die älteste rumänische Kirche (13. Jh.), in der nach wie vor Gottesdienste abgehalten werden. Die Route führt weiter über das orthodoxe Kloster Prislop, vorbei am Cincis-Stausee und zum Schloss in Hundedoara. Durch das Mieresch-Tal gelangen wir nach Deva, dem Endpunkt unseres MTB-Abenteuers.
Die Bikes verstauen wir in unseren Taschen. Wir verbringen den letzten gemeinsamen Abend - Abschiedsessen im Restaurant.
Unser Zug nach Wien fährt erst gegen Mitternacht.
9. Tag Ankunft in Wien
Nach einer Nacht im Schlafwagen kommen wir morgens in Wien an.
Generelle Hinweise
Charakter der Tour und Anforderungen
MTB-Touren bieten die Möglichkeit, Naturlandschaften und Klimazonen weltweit aktiv zu bereisen. Oft lassen sich die Anforderungen aber nicht direkt mit jenen der Touren von zu Hause vergleichen. Beachten Sie bitte neben Entfernungsangaben und Höhendifferenzwerten vor allem die absolute Seehöhe und das dort herrschende Klima. Bei den meisten MTB-Touren steigern Begleitfahrzeuge den Komfort. Sie benötigen dadurch nur ein Minimum an persönlicher Ausrüstung und können die Etappen je nach Tagesverfassung verlängern oder verkürzen. Unsere ausgebildeten MTB-Reiseleiter haben für Sie Werkzeug, Pannenausrüstung und Erste-Hilfe-Material mit dabei (genaue Auflistung siehe Ausrüstungsliste). Als besonderer Service fährt immer ein Bikeguide mit und sorgt für den optimalen Reiseablauf vor Ort.
Ein zusätzlicher, Rumänisch und Deutsch sprechender, örtlicher MTB-Guide ermöglicht die Verständigung mit der einheimischen Bevölkerung. Durch die doppelte Betreuung ist auch eine Teilung der Gruppe für die Befahrung von unterschiedlichen Strecken möglich.
Vom Konzept her ist diese Reise eine sportliche Mountainbike-Tour mit Standortwechsel. Die beiden letzten Nächte verbringen Sie im gleichen Quartier. Die Tour ist für mittelmäßig bis gut trainierte Teilnehmer/Teilnehmerinnen geeignet. Fast täglich stehen anspruchsvolle Touren auf Bergpfaden, aber auch einfachere Strecken auf Forstwegen an. Nach Erreichen der Unterkunft ist es immer möglich, die Tour auf Wunsch zu verlängern.
Während der Tour ist der Service durch das Begleitfahrzeug sichergestellt. Dieses transportiert das Gepäck und den Proviant; ein müder Radler kann ggf. mitfahren. An manchen Tagen ist ein Zusammentreffen mittags möglich, nicht aber an den Tagen 4, 5 und 7. Für unterwegs haben Sie ein kleines Pannenset dabei, um die gängigsten Probleme lösen zu können. Das Begleitfahrzeug führt ein Ersatzrad mit.
Die Übernachtungsorte sind so gewählt, dass sie am Ende abwechslungsreicher Tagesetappen stehen und für das Begleitfahrzeug zugänglich sind. In Michelsberg nächtigen Sie in einer Pension, auf der Hohen Rinne in einer schön gelegenen Berghütte.
Frühstück und Abendessen, landestypisch, gibt es immer reichlich, und zwar in der jeweiligen Unterkunft. Mittags wird unterwegs an schön gelegenen Plätzen gepicknickt. Der Proviant hierfür muss mitgeführt werden, sofern Sie sich nicht in Reichweite des Begleitfahrzeugs aufhalten. Jeder Teilnehmer/jede Teilnehmerin wird gebeten, einen kleinen Teil zu übernehmen.
Der Erfolg einer Reise hängt auch von den Gruppenmitgliedern ab. Durch eine von Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftsgeist getragene Haltung können Sie wesentlich zum Gelingen der Tour beitragen.
Wegbeschaffenheit
Vorwiegend kaum befahrene Wiesenwege im Kammverlauf und breite Schotterpisten im Wald, Asphaltabschnitte zu den Quartieren, bei den Gipfelabfahrten viele zusätzliche Single-Trails mit Fels- und Schotterpassagen möglich, Schiebepassagen am 2. und 3. Tag in Gipfelnähe, keine Tragepassagen, 15 bis 90 km pro Tag, 250 bis 1.500 Höhenmeter pro Tag, niedrigster/höchster Punkt der MTB-Tour 250 m - 2.244 m; erwartete niedrigste/höchste Temperatur: 10 - 30 Grad. Mittelmäßig schwierige MTB-Tour auf Wiesenwegen, Schotterpisten, kurzen Asphaltabschnitten sowie Single-Trails auf Felsgrund, Fahrstrecke rund 50 km täglich.
Ausrüstung
Damit Ihr Mountainbike im Schlafwagen befördert werden kann, muss es als Gepäckstück zerlegt in einer Fahrradtasche oder in einem Radkarton verpackt sein. Diese/r wird nach Ankunft vom lokalen Agenten bis zur Rückreise verwahrt.
Diese Ausrüstung nimmt der MTB-Reiseleiter für die Gruppe mit:
Gabel- und Dämpferpumpe mit Autoventil, Hydraulik-Bremskit Shimano, Ersatzmäntel, Kettennieter + Ersatzglieder, Speichenschlüssel + Normalspeichen 26 Zoll, Werkzeugkoffer, Reparaturmaterial.