Türkei - MTB - Biken im Land der Feenkamine

Märchenlandschaft Kappadokien
Traditionelle Tuffhöhlen und byzantinische Höhlenkirchen
Singletrails für alle Könnerstufen
Standortquartier im UNESCO-WeltkulturerbeGöreme

Im Herzen Kappadokiens biken Sie durch eine zauberhafte Natur: Hinter jeder Biegung entdecken Sie ein neues Farben- und Formenspiel aus Hochebenen und Canyons, bizarren Felskegeln, Mützenbergen und Riesenpilzen, die von der Erosion geschaffen wurden. Höhlenwohnungen und byzantinische Höhlenkirchen sind Zeugen der Geschichte in diesem Naturlabyrinth. Ein Muss für jeden Biker!

Reiseverlauf

1. Tag Anreise

Vormittags Linienflug mit Turkish Airlines von Wien oder München via Istanbul nach Kayseri. Ankunft am frühen Abend. Empfang durch unsere Agentur und Transfer zur Pension Cappadocia.
Fahrzeit: ca. 1 h; Aufstieg: 0m; Abstieg: 0 m; Übernachtung in einer Pension;

2. Tag Ihlara-Schlucht

Wir beginnen mit einer Biketour durch die Ihlara-Schlucht. Die 15 km lange Schlucht wird auch als "Grand Canyon der Türkei" bezeichnet. Dieser landschaftlich beeindruckende Singletrail führt auch an den schönsten mittelalterlichen Felsenkirchen Kappadokiens vorbei.
Mächtig durchfurcht die Schlucht zwischen Ihlara im Norden und Selime im Süden die karge Landschaft, ihre Steilwände ragen 100 - 150 m empor. Die erkaltete Lava des einst tätigen Vulkans Hasan Dagi (3.253 m) bildete gewaltige Risse und Einbrüche, in die das Schmelzwasser des Flusses Melendiz Suyu drang. Dieser grub sich in vielen Windungen immer tiefer durch den weichen Tuffstein. Heute fließt der Melendiz Suyu als klares, von Pappeln und Weiden gesäumtes Bächlein durch den schattigen Talgrund.
Nach einem Bus-Transfer gelangen wir nach Derinkuyu und besichtigen die größte unterirdische Stadt Kappadokiens. Ein Abstieg in diese "Unterwelt" gehört zum Pflichtprogramm. Bereits vor 4.000 Jahren erbaut, dienten diese Höhlensysteme als Behausung und später als Fluchtstätten der kappadozischen Christen. Besonders beeindruckend sind die ausgeklügelten Belüftungssysteme, welche heute noch bis zum 8. Untergeschoss funktionieren.
Bikestrecke: 25km, 300 Hm im Auf- und Abstieg, Übernachtung im Gästehaus;

3. Tag Göreme-Nationalpark

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Göreme und beziehen dort unser Standquartier für die restlichen Tage unserer Reise.
Der Ort ist Zentrum des Nationalparks Göreme. Zusammen mit anderen Felsendenkmälern von Kappadokien zählt er seit 1985 zum Weltkultur- und Naturerbe der Menschheit. Bekannt ist die Landschaft um Göreme vor allem für ihre markanten Tuffsteinformationen ("Feenkamine").
Am Nachmittag starten wir auf verschlungenen, weichen Tuff-Singeltrails zu den ersten Höhlenkirchen und erforschen das Innere der Felsen. Unsere Biketour führt uns zur Kirche El Nazar und durchs Kicilar-Tal zur Tokali-Kirche. Als Abschluss bietet sich die Besichtigung des Göreme Open Air Museums an. Hier handelt es sich um Kirchen, Kapellen, Gräber (Steinmulden), Wohnräume und Klosterzellen von Mönchen.
Fahrzeit ca. 1 Std, Bikestrecke: 15km, 300Hm im Auf- und Abstieg, Übernachtung im Gästehaus;

4. Tag Cavusin

Wir biken zum kleinen Ort Çavusin, der vom 9. - 13. Jh. ein wichtiges religiöses Zentrum war, und besuchen die älteste Kirche der Region: Vaftizci Kilise, die Kirche Johannes des Täufers. Dieser Streckenabschnitt bietet ein Bikevergnügen der besonderen Art. Verspielte, schmale Wege überraschen uns nach jeder Kurve mit neuen, märchenhaften Gesteinsformationen. Ein Eldorado für Singletrail-Freunde.
Ein anspruchsvoller Downhill führt uns nach Pasabaglari, früher "Tal der Mönche" genannt. Feenkamine mit stämmiger Basis und mehreren, von dunklen "Hauben" gekrönten "Köpfen" wachsen hier gleich wuchtigen Pilzen aus dem Boden. In einem dieser Steinriesen befindet sich eine dem Hl. Simon geweihte Kapelle. Darüber wurde eine Eremitenklause aus dem "dreiköpfigen" Feenkamin herausgemeißelt. Nach einer kurzen Besichtigung geht es weiter nach Avanus, dem Zentrum des kappadozischen Töpferhandwerks.
Nach dem Mittagessen biken wir entlang dem Kizilirak-Fluss zur Sarihan Keravansarayi. Die seldschukischen Herrscher Anatoliens ließen das alte römisch-byzantinische Straßennetz erneuern und Karawansereien entlang wichtiger Verkehrswege in Abständen von jeweils 40 km (oder etwa 9 Reise-Stunden per Kamel) errichten. Die Karawansereien gelten als schönstes und zugleich typisches Beispiel seldschukischer Architektur.
Über eine felsige Hochebene biken wir nach Peribacalari und besichtigen das Devrenttal. Dieses gleicht einem Wildpark versteinerter Ungetüme: ein neugieriger Seelöwe, ein Hase, ein Kamel… Es macht unheimlichen Spaß, mit dem Bike den Camel Rock zu entdecken. Nach einer kurzen Abfahrt erreichen wir Zelve. Im rötlichen Tuffstein Zelves wohnten einst Römer und Byzantiner, Seldschuken, Osmanen, Griechen und Türken. Das Areal zählt zu den ältesten besiedelten Gegenden Kappadokiens und umfasst drei Täler, deren Felsen von Menschenhand bearbeitet wurden. Nach diesem intensiven Tag wird uns das landestypische Abendessen im Hotel besonders gut schmecken.
Bikestrecke: 55km, 1.100 Hm im Auf- und Abstieg, Übernachtung Gästehaus;

5. Tag Cemil

Nach einem Transfer mit dem Bike-Bus nach Cemil knacken wir eine kernige Auffahrt. Wir erreichen eine weite Hochebene mit einem kleinen, idyllischen See. Fernab jeglicher touristischer Pfade genießen wir die Einsamkeit in dieser Gegend. Die Weiterfahrt führt vorbei an oder durch kleinere Bergdörfer bis nach Ibrahimpasa, von wo aus wir mit einem spannenden Downhill ins Zemi-Tal hinabgleiten. Es erwarten uns Bikepassagen durch kurze Höhlen, kniffelige Spitzkehren und interessante Steilstufen.
Bikestrecke: 50km, 1.100 Hm im Auf- und Abstieg, Übernachtung Gästehaus;

6. Tag Ortahisar

Nach dem Frühstück starten wir direkt vom Quartier aus nach Ortahisar. Der Koloss von Ortahisar ist ein 90 m hoher Burgfels, der sich über den Häusern des Ortes erhebt. Bekannt ist das ruhige Städtchen für seine großen Obst- und Gemüselager - sie zählen zu den größten in der Türkei. Über 600 Tuffsteinhöhlen werden wegen ihrer Temperatur von nur 10 Grad Celsius für die Lagerung genutzt.
Unser Weg führt nun zum Kizilkukur-Tal, dem östlichen Ausläufer des grünen Güllü Dere-Tales. Die Formationen aus rötlichem Tuffstein scheinen hier förmlich zu "fließen". Aus dem Talboden ragt ein imposanter Felskegel empor, in seinem Inneren birgt er die Uzumlu-Kirche - möglicherweise eine der frühesten Höhlenkirchen Kappadokiens.
In einer spektakulären Singletrailfahrt erleben wir einen einzigartigen Flow durch das Rote und Weiße Tal. Dieser Streckenabschnitt zählt zu den unvergesslichen Höhepunkten unserer MTB-Reise.
Bike-Strecke 30km, 800 Hm im Auf- und Abstieg, Übernachtung im Gästehaus;

7. Tag Uchisar und Güvercinlik-Tal

Gleich nach dem Frühstück biken wir bergauf nach Uchisar. Inmitten dieses malerischen Ortes erhebt sich ein majestätischer, 60 m hoher Burgfelsen. Dieser birgt im Inneren Gänge und Räume, die einst über 1.000 Menschen beherbergten. Von seiner Spitze aus bietet sich ein bezaubernder Ausblick in die umliegenden, pastellfarbenen Täler.
Es folgt ein rasanter Downhill mit knackigen Einzelstellen im Güvercinlik-Tal. Zum Cool Down rollen wir anschließend noch durchs "Love Valley" zurück zum Hotel.
30km, 900Hm im Auf- und Abstieg, Übernachtung im Gästehaus;

8. Tag Göreme - Kayseri, Rückflug

Frühmorgens Transfer nach Kayseri zum Flughafen (Fahrzeit ca. 1 Stunde). Vormittags Rückflug via Istanbul nach Wien oder München. Ankunft am späten Nachmittag.

Generelle Hinweise

 Anschlussflüge ab Deutschland und Schweiz gegen Aufpreis und nach Verfügbarkeit

Charakter der Tour und Anforderungen

MTB-Touren bieten die Möglichkeit, Naturlandschaften und Klimazonen weltweit aktiv zu bereisen. Oft lassen sich die Anforderungen aber nicht direkt mit jenen der Touren von zu Hause vergleichen. Beachten Sie bitte neben Entfernungsangaben und Höhendifferenzwerten vor allem die absolute Seehöhe und das dort herrschende Klima. Unsere ausgebildeten MTB-Reiseleiter haben für Sie Werkzeug, Pannenausrüstung und Erste Hilfe-Material mit dabei (genaue Auflistung siehe Ausrüstungsliste). Als besonderer Service fährt immer ein deutschsprachiger Bike-Guide mit und sorgt für den optimalen Reiseablauf vor Ort.
Ein zusätzlicher, meist Englisch sprechender, lokaler MTB-Guide ist der Verbindungsmann zur örtlichen Agentur und ermöglicht die Verständigung mit der einheimischen Bevölkerung. Durch die doppelte Betreuung ist auch eine Teilung der Gruppe für die Befahrung von unterschiedlichen Strecken möglich.


Wegebeschaffenheit

Der Tuffboden in Kappadokien hat hohe Traktion und ermöglicht auch die Befahrung steilerer Passagen. Die Route verläuft auf ausgewählten Singletrails mit kurzen Schiebepassagen, Sand- oder Schotterpisten und beinhaltet einige Tragepassagen. Die Fahrstrecken betragen zwischen 25 und 55 km pro Tag, durchschnittlich 34 km pro Tag und es sind 300 bis 1.100 Höhenmeter pro Tag zu überwinden, durchschnittlich 750 Hm pro Tag. Niedrigster/höchster Punkt der MTB-Tour: 855 m - 1.605 m. Erwartete niedrigste/höchste Temperatur: 15-25 Grad.
Diese Biketour führt 205 Kilometer lang über fahrtechnisch leicht bis mittelschwer zu bewältigende Straßen und Pfade und erfordert eine gute Ausdauer. Die Ansprüche ans fahrtechnische Können, den Krafteinsatz und die Kondition sind bis auf kurze Einzelstellen nicht besonders hoch. Hilfreich ist Singletrail-Erfahrung im Befahren schmaler Kurven und Bremstechnik auf steileren Abfahrtspassagen.



Statistik Kappadokien



km Hm

Tag 1 0 0

Tag 2 25 300

Tag 3 15 300

Tag 4 55 1.100

Tag 5 50 1.100

Tag 6 30 800

Tag 7 30 900

Tag 8 0 0



insgesamt 205 4.500

durchschnittlich 34 750







Begleitung, Fahrzeuge, Support
Während der Biketour wird die Gruppe von mindestens einem lokalen und dem Hauser-MTB-Guide betreut. Ein Fahrer im Begleitfahrzeug transportiert das Gepäck zum nächsten Ort und kann im Notfall zu Treffpunkten mit der Gruppe beordert werden.

Übernachtungen
Die erste Nacht verbringen Sie in einer kleinen, familiären Pension im Dorf Ihlara. Für die restliche Zeit sind Sie in Göreme in einem gemütlichen Mittelklasse-Hotel untergebracht.


Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftsgeist innerhalb der Gruppe sowie Verständnis und Toleranz fremden Sitten und Mentalitäten gegenüber sollten zur Grundeinstellung aller Reiseteilnehmer/-innen gehören. Berücksichtigen Sie bitte, dass Sie in einem islamischen Land zu Gast sind und vermeiden Sie freizügige Kleidung.




Die einfachen bis mittelschweren Trails können flexibel auf die fahrtechnischen Könnerstufen angepasst werden; Sand- und Schotterpisten, täglich zwischen 25 und 55 km.

Klima

In Kappadokien, Teil des zentralanatolischen Hochlands, herrscht Kontinentalklima: Die Sommer sind heiß (mit hohen Tagestemperaturen und meist kühlen Nächten, also großem Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht), die Winter sind kalt mit langen Frostperioden, im Frühjahr fällt mäßig Regen. In Göreme wurden folgende Durchschnittswerte gemessen (die tatsächlichen Höchst- und Tiefsttemperaturen können stark davon abweichen): im Mai/Juni 22° - 26°C (max.) bzw. 6° - 9°C (min.); im September/Oktober 20° - 26°C (max.) bzw. 3° - 6°C (min.)

Den klimatischen Bedingungen entsprechend benötigen Sie für diese Reise sowohl leichte, atmungsaktive als auch wärmere Kleidung (wie Anorak, Jacke) sowie Regenschutz. Es ist wichtig, ausreichend Sonnenschutz mitzunehmen: helle Kopfbedeckung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Die meisten Wege bieten nur wenig Schatten, die Sonnenintensität ist selbst bei wechselnder Bewölkung hoch. Beachten Sie bitte die ausführliche Ausrüstungs-Checkliste für diese Reise, die Ihnen nach der Anmeldung zugeht.

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