Auf den Spuren von Bernhard Grzimek

Arusha Nationalpark, Serengeti, Mwika Wildlife College, Olduvai Schlucht, Ngorongoro Kater

Die Reise von Bernhard Grzimek begann im Dezember 1957. Er bestieg gemeinsam mit seinem Sohn Michael in Frankfurt eine Dornier-27 mit Zebrastreifen und flog los. Er träumte davon, der Welt eine Botschaft zu überbringen: "Serengeti darf nicht sterben!"
Aus der Luft zählten die Grzimeks die Tiere, ermittelten ihre Wanderrouten und sammelten so Argumente gegen die Bestrebungen der Briten, das Land für die Besiedelung zu zerstückeln. Afrika - für viele Deutsche klang das damals nach "dunklem Kontinent", Hitze und Abenteuer. Großwildjäger galten als Stars. Ausgerechnet dort erfand Bernhard Grzimek den modernen Naturschutz. Und dort verlor er bei einem tragischen Unfall seinen Sohn - seinen treuesten Weggefährten.
Mehr als ein Jahr verbrachten die Grzimeks in der Serengeti. In dieser Zeit rekonstruierten sie die Wanderwege der Gnus und Zebras, fielen mehrfach halsbrecherisch aus fahrenden Fahrzeugen oder hatten Bruchlandungen bedingt durch Warzenschweinlöcher im Boden. Das war ihnen alles egal, was zählte war ihre Leidenschaft! 1959 entstand der weltberühmte Film "Serengeti darf nicht sterben". Im April 2009 wäre Bernhard Grzimek 100 Jahre alt geworden, die Entstehung des Films jährte sich zum 50sten Mal. Sie wandeln auf seinen Spuren und lernen die Orte kennen, welche die Grzimeks so fasziniert haben und von denen noch heute jeder spricht!

Bernhard Grzimek - "Der Mann, der die Tiere liebte"
Arusha-Nationalpark mit Besuch des Mwika Wildlife College
Ausgedehnte und intensive Pirschfahrten in der Serengeti
Fakultativer Besuch der Serengeti Research Station
Olduvai-Schlucht und Ngorongoro-Krater

Reiseverlauf

1. Tag Anreise

Linienflug mit Ethiopian Airlines von Frankfurt via Addis Abeba zum Kilimanjaro Airport. Abflug am späten Abend.

2. Tag Arusha

Wir kommen am frühen Nachmittag am Kilimanjaro Airport an. Dort werden wir abgeholt und in die Arumeru River Lodge gebracht. Diese Lodge liegt auf dem Grund einer Kaffee-Plantage. Nach dem gemütlichen Abendessen sitzen wir noch auf der Terrasse, genießen einen "Gute-Nacht-Schluck", schauen in den afrikanischen Sternenhimmel und verstehen allmählich, warum Bernhard Grzimek sich für Afrika begeistert hat.
Lodge-Übernachtung [A]

3. Tag Arusha-Nationalpark

Wir besuchen den Arusha-Nationalpark, ein Gebiet, in dem Deutsche wesentlich zum Umwelt- und Tierschutz beigetragen haben. Auf Betreiben von Bernhard Grzimek wurde der Ngurdoto Crater dem Arusha-Nationalpark eingegliedert. Das kleine Museum am Eingang erinnert an Bernhard Grzimeks Arbeit und informiert über die vielen verschiedenen Vogelarten des Parks. Nach dem Besuch des Museums fahren wir weiter zu den Momella-Seen und hoffen, dort Giraffen und Zebras beobachten zu können. Flamingos bevölkern die Ufer der Seen. Unsere Fahrt führt uns weiter in den tropischen Bergwald, in dem mehr als 400 verschiedene Vogelarten beheimatet sind und Büffelherden auf den Lichtungen grasen. Wir essen in der etwas angestaubten Momella Lodge zu mittag, mit der der Mythos von "Hatari" (dem berühmten Film mit Hardy Krüger) immer noch verknüpft wird. Am Nachmittag setzen wir unsere Pirschfahrt fort und kehren langsam zu unserer Lodge zurück. (Die Dauer der Pirschfahrten ist bei den Fahrzeiten nicht mitgerechnet.)
Fahrzeit: 2h; Fahrstrecke: 80km; Lodge [FMA]

4. Tag Lake Manyara-Nationalpark

Ausgerüstet mit einem Mittagspicknick fahren wir heute in den Lake Manyara-Nationalpark. Lake Manyara war das Grosswildjäger-Paradies, bevor die Jäger im Zuge der Idee der Artenerhaltung und des Umweltschutzes verdrängt wurden. Die Arbeit von Bernhard Grzimek trug wesentlich dazu bei. Heute ist der Lake Manyara-Nationalpark mit seiner artenreichen Tierwelt einer der eindrucksvollsten Parks in Tansania. Der See nimmt zwei Drittel des kleinen, langgestreckten und schmalen Parks ein. Elefanten schützen sich unter dem dichten Blattwerk der Bäume vor der Sonne, auf den Ästen sitzen Diadem-Meerkatzen und viele Vögel, darunter auch der auffällige Nashornvogel. Immer wieder kreuzen Paviane den Weg. An der Verbreiterung des Simba-Flusses liegen Flusspferde träge im Hippo-Pool, am See treffen wir auf Flamingos und Pelikane. Die Attraktion des Parks sind die Baumlöwen, die manchmal im Geäst der Bäume zum Ausruhen liegen - ein seltenes Phänomen. Heute übernachten wir in einer schönen Lodge nahe Karafu, einem Gebiet mit großen Kaffee- und Weizenplantagen.
Fahrzeit: 4h; Fahrstrecke: 100km; Lodge [FMA]

5. Tag Gol Mountains - Olkarien Gorge - Nasera Rock

Auch wenn der Ngorongoro-Krater lockt, fahren wir zunächst weiter, um das Arbeitsgebiet der Grzimeks besser kennen zu lernen. Die Landschaft ist eindrucksvoll und wir können uns vorstellen, warum es das Anliegen der beiden war, hier zu arbeiten und diese Landschaft für kommende Generationen zu schützen und zu erhalten. Wir fahren in die Gol Mountains und legen an der Absturzstelle von Michael Grzimek eine Gedenkminute ein.
Die Olkarien Gorge ist eine große Schlucht, dort beobachten wir Lämmergeier. Nächstes Ziel ist der 100 m hohe Granitfelsen Nasera Rock. Der gigantische Monolith bietet Tieren schon seit Jahrtausenden Schutz vor den trockenen und staubigen Winden, die aus den heißen Salei Plains herüberwehen. Am Fuße des Felsens wurden Spuren menschlicher Siedlungen aus der Steinzeit gefunden. Erfahrene Kletterer können sich an der Ostwand versuchen, ein Seil ist nicht erforderlich. Der Ausblick von oben ist grandios! In der kleinen und ursprünglichen Ndutu Lodge mit Blick auf den sodahaltigen Ndutu-See beziehen wir unser Quartier. Umgeben ist die Lodge von großen Akazien-Bäumen.
Fahrzeit: 5h; Fahrstrecke: 100km; Lodge [FMA]

6. Tag Serengeti-Nationalpark

Wir durchstreifen die endlosen Ebenen der Serengeti! Oft sind sogenannte Kopjes zu sehen - runde Granitformationen, die Monolithen gleich aus dem Boden "wachsen". Unterwegs halten wir immer wieder für ausgiebige Tierbeobachtungen an - wir haben viel Zeit! Zum Mittagessen erreichen wir die Seronera Wildlife Lodge, die älteste Lodge in der Serengeti. Nach dem Essen haben wir die Qual der Wahl: Siesta oder Pool oder Siesta am Pool..... Am späten Nachmittag begeben wir uns nochmal auf Pirschfahrt und werden bestimmt Elefanten, Giraffen, Gazellen und vielleicht auch Löwen beobachten. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang kehren wir zur Lodge zurück und leiten den Abend mit einem Sundowner an der Bar ein.
Fahrzeit: 3h; Fahrstrecke: 100km; Lodge [FMA]

7. Tag Serengeti - Seronera Research Station

Die erste Pirschfahrt unternehmen wir schon kurz nach Sonnenaufgang: Eine Tasse Kaffee oder Tee und schon geht es los in die Ebenen. Am späten Vormittag kommen wir mit ganz vielen Erlebnissen und Fotos, gebannt auf Zelluloid oder auf Speicherkarten, wieder zurück und frühstücken ausgiebig. Wer möchte kann fakultativ die von der Frankfurt Zoologischen Gesellschaft unterhaltene "Seronera Research Station" besuchen. Die lokale Bevölkerung, die in den an die Serengeti angrenzenden Gebieten siedelt, soll durch den Aufbau lokal verwalteter Wildschutzgebiete in den nationalen Wildschutz einbezogen werden. Nach einer längeren Pause hat die Regierung 2004 zugesagt, dass dieser Prozess zur Bildung lokal verwalteter Gebiete weitergeführt werden kann. Die entsprechenden Schritte werden nun gemeinsam mit den Dorfbewohnern unternommen. Es ist wichtig, dass nicht nur Strukturen entwickelt, sondern auch Fachkräfte entsprechend geschult werden. Auf Nachfrage wird Ihnen dieser Prozess bestimmt gern näher erläutert. Am Nachmittag pirschen wir erneut durch die Serengeti, einige Details sehen wir dann vielleicht schon mit anderen Augen.
Lodge [FMA]

8. Tag Ngorongoro Conservation Area

Wir kehren zum Ngorongoro-Krater zurück. Im Westen der Ngorongoro Conservation Area liegt die 55 km lange und ca. 1.000 m tiefe Olduvai-Schlucht. Sie markiert das südliche Ende einer Linie (von der Afar-Senke in Äthiopien bis eben hier hin) und gilt als der "Grand Canyon der Evolution". Hier wurden nicht nur fossile Überreste prähistorischer Pflanzen entdeckt, das britische Forscherehepaar Mary und Louis Leakey fand bei einer Safari Steinwerkzeuge, die durch Erosion freigelegt wurden. 1959 fand Mary Leakey einen halben Schädel eines über 2 Millionen Jahre alten, so genannten "Nussknackermenschen" der Gattung Australopithecus. 1978 schließlich fand sie die Fußabdrücke dreier Menschen der Gattung Australopithecus afarensis, die auf ein Alter von ca. 3,7 Millionen Jahre datiert wurden. Wir besichtigen die Ausgrabungsstätten und das dazugehörige kleine Museum. Erwarten Sie hier bitte keine große archäologische Ausgrabung oder einen fundierten Vortrag, es ist wirklich alles sehr klein gehalten. Auf dem Weiterweg können wir auf Wunsch ein Maasai-Dorf besichtigen. Schließlich erreichen wir wieder unsere Lodge am Kraterrand und genießen eine Pause mit Blick in den Krater.
Fahrzeit: 4-5h; Fahrstrecke: 100km; Lodge [FMA]

9. Tag Ngorongoro-Krater

Endlich ist es so weit - wir fahren in den Ngorongoro-Krater hinunter! Von 2.300 m Höhe geht es über eine schmale, steile und holperige Piste, die nur mit Allradfahrzeugen befahren werden kann, in den 300 m tiefer gelegenen Kraterboden. Morgens steigen die kalten Nebelschwaden zum Kraterand hinauf, ein gespenstisches Bild. Der ca. 16 x 20 km große Kessel ist die größte nicht mit Wasser gefüllte Caldera der Welt, etwa halb so groß wie der Bodensee. Alles, was Rang und Namen hat in der ostafrikanischen Tierwelt, lebt hier; je nach Jahreszeit zählt man bis zu 25.000 Tiere. Tagsüber treiben auch die Maasai ihre Tiere zum Weiden in den Krater. Nach einer ausführlichen Pirschfahrt, die uns viele Eindrücke und Erlebnisse beschert, klettern wir im Auto die steile Straße zum Kraterrand wieder hinauf. Den letzten Abend verbringen wir auf der Terrasse der Lodge und genießen den letzten Blick hinunter in den Krater.
Fahrzeit: 1,5h; Fahrstrecke: 80km; Lodge [FMA]

10. Tag Heimreise

Mit Wehmut nehmen wir heute Abschied von Tansania und den freundlichen Menschen. Wir haben einen Einblick in das Schaffen von Bernhard und Michael Grzimek bekommen. Lebhaft in Erinnerung werden uns sicher auch die Begegnungen mit den Tieren bleiben. Am späten Nachmittag besteigen wir den Flieger und kehren via Addis Abeba wieder zurück nach Frankfurt.
Fahrzeit: 4h; Fahrstrecke: 200km; [F]

11. Tag Ankunft in Deutschland

Ankunft in Frankfurt am frühen Morgen.

Generelle Hinweise

Charakter der Tour und Anforderungen

Die kleineren Spaziergänge setzen weder technische Kenntnisse noch besonders viel Kondition voraus. Dies ist eine klassische Safari-Reise mit Pirschfahrten, Tiere werden vom Auto aus beobachtet. Sie halten sich in tropischen Regionen auf, daher sollten Sie das Klima (feuchte Hitze) vertragen. Halten Sie vor Abreise bitte unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin und lassen Sie Herz und Kreislauf prüfen. Eine gute körperliche Gesamtverfassung und Klimaverträglichkeit sind wichtige Voraussetzungen für diese Reise. Während der kleinen Wanderungen und Spaziergänge haben Sie nur Ihren Tagesrucksack mit Kamera, Wasserflasche etc. bei sich.
Die Überland- und die Pirschfahrten in den Nationalparks führen häufig über Piste und erfordern deshalb "Sitzfleisch" und Durchhaltevermögen. Für Personen mit schmerzhaften Rückenleiden (z.B. Bandscheibenproblemen) ist diese Reise nicht geeignet. Je nach Wetterverhältnissen können die Straßen-/Pistenverhältnisse sehr schlecht sein, z.B. Schlaglöcher, viel Staub oder nach Regenfällen aufgeweichte und schlammige Strecken.
Als Unterkünfte dienen Hotels und schöne, stilvolle Lodges, meist im Kolonialstil.
Sie sind in Toyota Landcruisern unterwegs.
Teamgeist und persönliches Engagement tragen wesentlich zum Gelingen der Reise bei.

Einreisebestimmungen:

Für Tansania ist für deutsche, österreichiche und Schweizer Staatsbürger ein Visum erforderlich. Die Antragsdauer beträgt ca. 3 Wochen. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Pflichtimpfung: Gelbfieber. Empfohlen wird Malaria-Prophylaxe und Impfschutz gegen Hepatitis A/B, Diphtherie und Polio sowie Tetanus.
Ausführliche Informationen erhalten Sie zusätzlich bei dem unabhängigen Auskunftsservice für Touristen über Gesundheitsrisiken im Ausland unter der Service-Nummer des ReisemedizinischenZentrums, Tel. 0900 1234-999 (€ 1,98 pro Minute) oder unter www.gesundes-reisen.de

Wichtige Hinweise:

Bedingt durch ungünstige Wetterverhältnisse, Flugverzögerungen, organisatorische Schwierigkeiten oder nicht vorhersehbare Ereignisse kann es bei dieser Reise zu Programmumstellungen und/oder -änderungen kommen. Beachten Sie bitte, dass lokale Festlichkeiten oder Feiertage zu nicht vorhersehbaren Schließungen von Besichtigungsobjekten (z.B. Museen) führen können. Selbstverständlich ist es das Ziel Ihrer Reiseleitung und unserer Partner vor Ort sämtliche Programmpunkte zu erreichen. Für die exakte Durchführung der Ausschreibung können wir keine Garantie geben; wir bitten um Ihr Verständnis. Zudem weisen ausdrücklich darauf hin, dass Sie auf eigene Gefahr an der Reise teilnehmen.
Die angegebenen Fahrzeiten sind reine Fahrzeiten von einem Ort zum nächsten; Zeiten für die Pirschfahrten sind nicht angegeben.

Klima

Tansania unterliegt äquatorialen Klimabedingungen, die jedoch wegen der topographisch stark variierenden Landschaftsformen gebietsweise sehr unterschiedliche Ausprägungen aufweisen. In Arusha (ca. 1.400 m) sind folgende Temperaturen vorzufinden (Anhaltswerte): Frühtemperaturen 9°C bis 12°C, Mittagstemperaturen 23°C bis 28°C, Nachttemperaturen 9°C bis 14°C. Im Landesinneren herrscht eine ausgeglichene Gesamttemperatur von 25°C bis 30°C mit höherer Luftfeuchtigkeit. Manchmal überschreiten die Tages-Höchstwerte die 30°C-Marke. Günstige Reisezeiten sind die Perioden von Anfang Juli bis Mitte Oktober ("kühle" Trockenzeit) und von Mitte Dezember bis Mitte März. Während der übrigen Monate ist mit Niederschlag zu rechnen.

Ausrüstung

Entsprechend den klimatischen Bedingungen brauchen Sie atmungsaktive, leichte sowie etwas wärmere Kleidung und eine wetterfeste Jacke (bewährt hat sich Kleidung aus Goretex-Material) für die kühleren Abende, den Ngorongoro-Krater und die Frühpirsch. Bitte beachten Sie die detaillierte Ausrüstungs-Checkliste, die wir Ihnen mit der Buchungsbestätigung zusenden.

BUCHEN / VORMERKEN