Vor Millionen von Jahren wurden durch urzeitliche Meeresablagerungen die geologischen Voraussetzungen für die Entstehung heutiger flachgründiger, basenreicher Böden geschaffen. Die extensive Nutzung dieser Böden durch Beweidung schuf Vegetationsformationen, die Orchideen gute Wuchsbedingungen boten. Der Kulturlandschaftswandel vernichtete und verdrängte viele dieser Orchideen-Standorte. Erst in den letzten 40 Jahren wurden die Orchideen durch sehr gezielte Artenschutzmaßnahmen wieder stärker unter Schutz gestellt und gefördert.
Unser Schwerpunkt wird das Auffinden der verschiedenen Orchideen-Arten in dem relativ begrenzten Gebiet der Nordeifel sein. Dafür ist die alte Grafenburg Blankenheim mit ihrer historischen, kleinen Altstadt aufgrund der zentralen Lage der ideale Ausgangspunkt mit recht kurzen Fahrtstrecken zu den Zielorten.
Die Reisezeit ist so gewählt, dass die größte Anzahl vorkommender Orchideenarten blühend angetroffen werden kann. Wir erleben neben einigen orchideeneichen Halbtrockenrasen und Feuchtwiesen auch eindrucksvolle Buchenwälder, eine bizarre Solitär-Buche und einen sehr speziellen „Nachtschmetterling“.
Fast 2.000 Jahre alte archäologische Funde moderner Infrastruktur („Was haben die Römer uns je gebracht?“) sind nur einzelne spannende Aspekte unserer Erkundungen. Wir hören so von gutem Trinkwasser und befestigten Straßen aus einer Zeit, in der das übrige heutige Deutschland noch nicht mal im „finsteren Mittelalter“ angekommen war.
Wir hören von den harten Lebensbedingungen voriger Jahrhunderte für die Bevölkerung der abgelegenen Eifel und wie daraus durch die Landschaftsveränderungen indirekt geeignete Standortbedingungen für viele Orchideen wurden und warum es aber heute so mühsam und kostspielig ist, diese bunte Vielfalt zu erhalten und zu fördern. Der Reiseleiter hat als Student bei Professor Schumacher, dem „Papst“ des Eifel-Naturschutz vor 40 Jahren aktiv an Schutzmaßnahmen teilgenommen und kennt die Problematik.
Natürlich erfahren wir auch botanisch, aber gut verständlich, warum die Orchideen so eine etwas seltsame Pflanzenfamilie sind und was die einzelnen Arten so Eigenartiges treiben, um sich erfolgreich zu vermehren. Einige benutzen Insekten mit einer dreigestaffelten Täuschung verschiedener Sinne als Bestäuber. Eine Art lebt gar ohne Blattgrün als Vollparasit. Weiter gibt es noch viele andere interessante Pflanzenarten und sicherlich lässt sich auch das ein oder andere Tier beobachten.
Ein weiterer Vorteil mancher Hang- und Plateaulagen vieler Orchideenstandorte sind die fantastischen Ausblicke über die weiten Landschaften bis zu den höchsten Bergen der Eifel.
Orchideen auf den Magerrasen und Wacholderheiden der Nordeifel
Bärlauch-Buchenwald, ein Heidemoor und ein Moos-Wasserfall
Kulturerbe Römische Fernwasserleitung und römischer Straßenbau
Kurze Anfahrten in Fahrgemeinschaften vom Standort Blankenheim
Alle
Individuelle Anreise nach Blankenheim (nicht im Reisepreis enthalten) bis 16:30 Uhr. Nach der Begrüßung durch den Reiseleiter und einem gemeinsamen Abendessen steht ein später Spaziergang hoch zur ehemaligen Burg/Schloss mit Resten aus der Barockzeit und mittelalterlicher Infrastruktur auf dem Programm.
Spaziergang Blankenheim (etwa 1,5-2 Stunden) ca. 2,5 km, 50 Höhenmeter (HM) aufwärts und abwärts HM)
Morgens besuchen wir das historische Zentrum des ehemaligen Grafensitzes Blankenheim und das Eifelmuseum mit Einblicken in ausgewählte naturkundliche und kulturgeschichtliche Aspekte unserer Reise. Danach geht es zum Heidemoor bei Dahlem mit Moorbach, langem Holzsteg, insektenfressendem Sonnentau und weiteren Moorpflanzen. Abschließend besuchen wir die orchideenreichen Wiesen bei Hammerhütte mit einigen eher frühblühenden Orchideen-Arten wie Manns-Knabenkraut und Kleinem Knabenkraut.
Wanderungen/Spaziergänge: Blankenheim Eifelmuseum ca. 1,7 km, 20 HM; Heidemoor ca. 1 km, 15 HM; Orchideenwiesen ca. 2,4 km, 60 HM
Zunächst fahren wir ins Urfttal bei Nettersheim in einen wunderschönen Bärlauch-Buchenwald mit vielen interessanten Frühlings/Frühsommerpflanzen und wandern durch diesen Hallenwald zu den Quellfassungen der römischen Wasserleitung aus dem 2. Jahrhundert, die von hier ausgehend über 95 km Länge jahrhundertelang die damalige Großstadt Köln mit frischem Eifelwasser versorgte. Nach einem nahegelegenen Stopp bei einem sehr eindrucksvollen Aufschluss der unterirdisch verlegten Wasserleitung besuchen wir einen spektakulären Halbtrockenrasenhang im Eschweiler Tal mit Purpur-Knabenkraut, Bienen-Ragwurz und Weißem Waldvöglein.
Wanderungen/Spaziergänge: Buchenwald ca. 4,1 km, 60 HM; Wasserleitung ca.1,2 km, 20 HM; Halbtrockenrasen ca. 2 km, 40 HM
Morgens fahren wir nach Alendorf, das von Wacholderhängen umgeben einen ganz besonderen Landschaftseindruck erzeugt. Vom am Ortsrand gelegenen Kalvarienberg geht der Blick auf den Boden zu den Orchideen (u.a. Fliegen-Ragwurz) und anderen Pflanzen der Halbtrockenrasen sowie in die Ferne auf das Panorama der Eifelberge und Vulkanruinen der Umgebung. Anschließend besuchen wir einen Steinbruch, der uns auch als Parkplatz für die Wanderungen oberhalb und zum nahen Büchelberg dient. Dort werden wir vor allem auf das farbenfrohe Helm-Knabenkraut und die Grünliche Waldhyazinthe stoßen, einige andere Orchideen-Arten sind ebenfalls wahrscheinlich.
Wanderungen/Spaziergänge: Kalvarienberg ca. 1,2 km, 30 HM; Steinbruch ca. 1 km, 30 HM; Büchelberg ca. 3,2 km, 70 HM
Heute geht es ins nahegelegene nördliche Rheinland-Pfalz. Bei Niederehe besuchen wir den Hönselberg mit seiner reichen Orchideen-Flora. Hoffentlich sind auch die Pyramiden-Orchideen bereits in Blüte. Danach geht es zu einem menschverursachten Kalk-Wasserfall bei Nohn, im kalkreichen Wasser sind Moose die ’vorantreibende’ Kraft. Abschließend fahren wir zu einem weiteren Orchideen-Fundort in einem ehemaligen Bergbaugebiet. Hier werden wir vor allem die seltene und in Nordrhein-Westfalen ausgestorbene Hummel-Ragwurz und ihre noch selteneren Hybriden mit der Fliegen-Ragwurz suchen und hoffentlich auch finden, genau wie die „Hängender Mensch“-Orchidee.
Wanderungen/Spaziergänge: Hönselberg ca. 3,1 km, 110 HM; Wasserfall ca. 3 km, 30 HM; Orchideen ca. 2,5 km, 60 HM
Im nahegelegenen Seidenbachtal suchen wir mehrere Orchideen-Fundorte auf. Unter anderen suchen wir am Waldrand die bleiche, parasitische Vogel-Nestwurz-Orchidee und auf einer Feuchtwiese die zwei Dactylorhiza-Knabenkraut-Arten (D. maculata und D. majalis). Der Froschberg ist u.a. für das Brand-Knabenkraut, Akelei und Mücken-Händelwurz bekannt. Auf dem Weg zum letzten Tagespunkt halten wir an einem Wald, wo ein Stück Straße aus der Römerzeit freigelegt wurde. Zum Abschluss wandern wir an der jungen Urft und einer derzeit stillgelegten Bahntrasse entlang zu einer mittelalterlichen kulturgeschichtlichen Besonderheit. Natürlich bleibt auch hier die Vegetation nicht unerwähnt.
Wanderungen/Spaziergänge: Seidenbachtal ca. 1,8 km, 50 HM; Froschberg ca. 1 km, 30 HM; Römische Straße ca. 1 km, 5 HM; Urftaue ca. 4,3 km, 50 HM
Nach einem letzten ausgiebigen Frühstück heißt es Abschied nehmen von Blankenheim. Der Reiseleiter gibt gerne Tipps für Sehenswürdigkeiten entlang der Abreise-Richtung.
16/05/2027 - 22/05/2027 wie ausgeschrieben 920 € p.P.
EZ-Zuschlag ab 220 € p.P.
Kleingruppen-Aufpreis:
Bei Nicht-Erreichen der Mindestteilnehmerzahl von 9 Personen:
Aufpreis bei 8 Personen: 30 € pro Person
Aufpreis bei 7 Personen: 70 € pro Person
(nur nach Rücksprache mit allen Mitreisenden, alternativ kostenfreier Reiserücktritt möglich)
Unterkunft:
Wir wohnen in einem alteingesessenen, ruhig gelegenen, einfachen Hotel am Ortsrand von Blankenheim. Die Besitzerfamilie trotzt bislang dankenswerterweise den Vermarktungsproblemen vieler einfachen Hotels im ländlichen Raum und bietet weiterhin ihre Unterkunft und auch einen Restaurant-Betrieb an.
Die Zimmer sind individuell gestaltet mit unterschiedlich altem Mobiliar. Alle haben ein eigenes Bad mit Dusche/WC. WLAN steht im öffentlichen Bereich des Hotels kostenfrei zur Verfügung, in einigen Zimmern ist die Verbindung aber schwach.
Verpflegung:
Wir werden an allen Tagen mit einem Frühstücksbüffet mit vielen frischen Zutaten verwöhnt. Am Anreise-Abend und weiteren 3 Abenden werden wir als Gruppe ein 3-Gänge Menü in der Unterkunft serviert bekommen. An den zwei Abenden ohne die im Reisepreis enthaltene Halbpension kann in einem Restaurant in Blankenheim oder Umgebung gespeist werden.
Für Zwischenmahlzeiten kann gegen Bezahlung ein Lunchpaket vom Frühstücksbuffet zusammengestellt werden. Wir können auch auf den Fahrten in Supermärkten oder Bäckereien Proviant für Picknicks einkaufen. Mittags in ein Restaurant einzukehren wird nicht möglich sein, eine kurze Café-Pause wird an manchen Tagen jedoch angestrebt.
Anfahrten zu den Ausflugszielen in der Nordeifel:
Es werden an den 5 Programmtagen insgesamt etwa 230 km gefahren (Tagesstrecken zwischen 15 und 68 km). Während der Tour fahren wir in Fahrgemeinschaften mit Privat-PKW der Teilnehmer/innen und des Reiseleiters.
Im Vorfeld der Reise werden wir mit allen Gästen klären, wer mit dem Auto bzw. mit der Bahn anreisen wird. Die Bildung von Fahrgemeinschaften findet dann vor Ort statt. Wir schlagen vor, dass die Autofahrer/innen in Summe eine Umlage von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer von den Mitfahrenden erhalten.
Reiseleitung:
Eberhard Seliger ist bereits zu Bonner Studienzeiten in den 1980er Jahren häufiger in der Eifel gewesen und hat dort die Artenschutz-Problematik der Orchideenbestände auch praktisch durch Mitarbeit an damals neuartigen Naturschutzprojekten kennen gelernt.
Er kennt nicht nur Flora und Vegetation der erstaunlich unterschiedlichen Lebensräume der Eifel, sondern weiß auch von den geologischen Voraussetzungen, der Landschaftsentwicklung und der entbehrungsreichen Wirtschaftsgeschichte der Bevölkerung zu berichten. Die teils verborgenen fast 2.000 Jahre alten Bauwerke der Römer haben ihn als geborenen Kölner ebenfalls schon früh fasziniert.
Mittel: Etliche kurze Wanderungen und Spaziergänge mit botanischem Blick und häufigen Erklärungs- und Fotostopps, meist zwei bis drei kürzere Wanderungen pro Tag bis insgesamt maximal 8,5 km und bis 110 Höhenmeter aufwärts und abwärts. Wegen der Anfahrten zu den Ausflügen in Fahrgemeinschaften mit Privatautos kann leicht auf einzelne Touren verzichtet werden, ohne das Gesamtprogramm zu verpassen.
Da wir nach Pflanzen (vor allem Orchideen) suchen, geht es auch mal kurze Strecken ohne Weg querfeldein oder auf Pfaden steil einen Hang hinauf und hinunter. Es sind keine langen Strecken, aber es liegt in der Natur unserer Suche, dass wir immer wieder auch kurze steilere Hangabschnitte überwinden und so manches Mal auch auf nur schmalen Pfaden pirschen. Sollte es nass werden, wird es auch rutschig. Schuhwerk, in dem Sie sicher gehen können, ist zu empfehlen. Benutzen Sie Stöcke, wenn Sie daran gewöhnt sind!
Nicht im Reisepreis enthalten.
Anreise mit der Bahn: Der Zielbahnhof Blankenheim (Wald) liegt 4,5 km vom Zentrum Blankenheims entfernt. Er wird stündlich auf der Eifelbahnstrecke Köln-Trier angefahren vom RE 22 (Regionalexpress). Die Fahrt von Köln bis Blankenheim (Wald) dauert ca. 1 Std. und 10 Min (von Trier ca. 2 Std.). 2 Buslinien führen vom Bahnhof in die Stadt Blankenheim (Ziel-Haltestelle Blankenheim Rathaus).
Anreise mit dem Auto: Es stehen kostenfreie Parkplätze direkt am Hotel zur Verfügung.
6 Übernachtungen im Doppelzimmer mit eigener Dusche/WC in einem einfachen Hotel in Blankenheim/Eifel
6x Frühstücksbüffet und 4x Abendmenü (ohne Getränke)
5 geführte Ausflugstage und Wanderungen und 1 Stadtspaziergang laut Programm
Qualifizierter Reiseleiter Eberhard Seliger (Dipl. Geograph und Biologe)
Mittagsverpflegung und 2x Abendessen
An- und Abreise nach/von Blankenheim
An- und Abfahrten zu den Ausflugszielen (Bildung von Fahrgemeinschaften)
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