Algerien

An- und Einreise

Einreise mit gültigem Reisepass oder vorläufigem Reisepass und Kinderreisepass. Ein Personalausweis und ein vorläufiger Personalausweis werden nicht akzeptiert. Die Ausweisdokumente müssen sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig sein.

Für die Reise nach Algerien muss rechtzeitig (empfohlen: mind. 4 Wochen vor Antritt) vor dem Antritt der Reise ein kostenpflichtiges Visum bei der algerischen Botschaft in Berlin oder beim algerischen Generalkonsulat in Frankfurt a.M. beantragt werden. Dort finden Sie auch die Antragsformulare auf der Webseite und können diese herunterladen.

Es besteht die Möglichkeit, dass Antragssteller je nach Anlass der Reise persönlich vorsprechen und einen vollständigen Antrag einreichen oder den Visumsantrag inklusive Unterlagen von einer hierzu ermächtigten Agentur einreichen lassen müssen. Anträge die per Brief verschickt werden, werden nicht angenommen und auch ohne bearbeitet zu werden wieder zurückgeschickt.
Das Visum ist bar zu bezahlen und die Kosten für deutsche Staatsbürger beträgt 60,- € für ein Visum mit Gültigkeit von bis zu 90 Tagen und 100,- € für ein Visum mit Gültigkeit von über 90 Tagen. Im Falle einer Ablehnung werden die Gebühren nicht erstattet. An Grenzübergängen oder Flughäfen werden keine Visa erteilt.

Die Grenzpolizei (PAF) kann Seeleuten am Hafen eine Genehmigung zum Landgang erteilen. Hierbei verfügt sie über einen großen Ermessensspielraum und hat die Genehmigung gelegentlich verweigert, vor allem in Algier.

Sollten Sie daran interessiert sein, den Süden Algeriens zu bereisen, muss zwingend eine Einladung einer Reiseagentur vorlegen, die vom Algerischen Ministerium für Tourismus und Handwerk anerkannt wird, auf welcher die Reisedauer und die genaue, von der Agentur bestimmte, Route angegeben sein muss.

Bevölkerung

Ca. 42 Millionen Einwohner leben in Algerien, wovon der Großteil im Küstenbereich entlang des Mittelmeers wohnt. Algier ist die Hauptstadt Algeriens und gleichzeitig auch die größte Stadt des Landes mit etwa 3,5 Millionen Einwohnern. Davon sind 70 % Araber, 29,5 % gehören den Volksgruppen der Berber an und 0,5 % sind aus anderen Gruppen, wovon etwas mehr als 100 000 Europäer sind.
Nach dem Erreichen der Unabhängigkeit verließ ein Großteil der Europäer, die während der Kolonialzeit in Algerien lebten, das Land. Die Staatsreligion ist der sunnitische Islam , welchem 99 % der Bevölkerung angehören, 0,4 % ist katholisch. Außerdem gibt es noch Glaubensgemeinschaften (0,6 %) der Ibaditen (gehören weder dem Sunnitentum noch der Schia an) und Marabuten (Mitglieder eines asketischen Ordens islamischer Sufis). Die Bevölkerung hat ein sehr niedriges Durchschnittsalter (die Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren) und das Land weist eine der höchsten Geburtenraten Nordafrikas auf. Das Bevölkerungswachstum beträgt 1,2 %.

Essen & Trinken

Die algerische Küche ist mit den Jahren ein Mix aus verschiedenen Spezialitäten geworden: italienische, spanische, französische, orientalische und nordafrikanische Küche. Dennoch werden in den internationalen Hotels auch europäische Gerichte zubereitet.

Suppen und Salate werden oft als Vorspeise oder als Zwischenmahlzeit gegessen, was an dem heißen Klima liegt, wodurch man tagsüber nicht viel Hunger verspürt. Typisch algerisch sind Couscous-Gerichte, die mit verschiedenem Gemüse und Hühnchen-, Lamm-, Rinderfleisch oder Fisch serviert werden. Wegen des Islams, der in Algerien überwiegt, findet man kein Schweinefleisch auf der Speisekarte. Aufgrund der Fastenzeit (Ramadan) ist Essen nur von Sonnenuntergang bis -aufgang erlaubt, sowie Trinken und Rauchen. Sollten Sie der islamischen Religion nicht angehören, bekommen Sie selbstverständlich auch während der Fastenzeit tagsüber zu essen. Durch die Schärfe des Essens wird der orientalische Einfluss besonders.

Bevor man einen Salat oder Früchte und Gemüse zu sich nimmt, sollte man vorher auf die hygienischen Standards achten, die anders sind, als in Europa. Deshalb sollte man Früchte und Gemüse vor dem Verzehr schälen oder kochen.

Generell ist Alkohol in Algerien sehr teuer aber die dort gereiften Roséweine (z. B. Medea, Mascara, Lismana) und Rotweine (z. B. Medea, Mansourah, Mascara) haben eine sehr hochwertige Qualität. Deshalb wird Alkohol nur in Hotels und Restaurants mit gehobenem Standard offen ausgeschenkt.

Flora & Fauna

Gerade im Norden und Süden von Algerien unterscheidet sich die Vegetation stark. Die Tier- und Pflanzenwelt wird von jeweiligen Höhenlagen beeinflusst, wie zum Beispiel wild wachsende Pflanzen, die eher auf längere Trockenzeiten und unregelmäßige Regenfälle eingestellt sind. Ausschließlich in den regenreichen Gebirgslagen sind Wälder zu finden, welche gerade einmal 2 % des Landes einnehmen. Heute besteht die Tellregion nördlich des Atlas – welche einst ganz von Wäldern bewachsen war – aus Sträuchern und vereinzeltem Buschwald. Nahe der Gebirge in den trockenen Hochebenen im Landesinneren existiert die typische Steppenvegetation mit Wermutgewächsen (filzig behaarte Halbsträucher) und Gras.

Die Vegetation des Anteils an der Sahara südlich des Atlasgebirges ist sehr spärlich, mit Ausnahme der wenigen Oasen mit ihren Dattelpalmen oder teils auch keinerlei Pflanzenwuchs.

Regenfälle sorgen dafür, dass die Wüste für kurze Zeit “erblüht”, ansonsten findet man vereinzelt Grasbüschel und dürre Büsche vor, die sich an die Trockenheit angepasst haben.

Mufflons (Wildschafe), Wildschweine und Berberaffen sind in den nördlichen Bergregionen vorzufinden, in der Sahararegion leben u.a. Gazellen, Hyänen, hundeartig aussehende Schakale, Wüstenspringmäuse und Wüstenhasen. Leoparden und Geparde sind, anders wie früher, mittlerweile sehr selten vorzufinden. Überwiegend in trockenen und halbtrockenen Gegenden befinden sich Skorpione, sind aber dennoch auch über das Land verbreitet, sowie zahlreiche andere Insekten die Böden bevölkern, wie beispielsweise Heuschreckenschwärme.

Geographie

Der arabische Name der Demokratischen Volksrepublik Algerien ist Al-Djazair und hat eine Staatsfläche von 2.381.741 km². Damit ist es es nach dem Sudan das zweitgrößte Land Afrikas. Algerien liegt im Norden Afrikas, grenzt im Osten an Tunesien und Libyen, im Westen an Marokko und West-Sahara, im Südosten an Niger und im Südwesten an Mali und Mauretanien.
Das Land lässt sich in 3 Großlandschaften einteilen:
1. die Küstenebene (auch Tell genannt) ist über tausend Kilometer lang und erstreckt sich entlang des Mittelmeers. Im Westteil besteht sie zwar aus trockenen Ebenen und Tälern, die jedoch zum Anbau geeignet sind und im Ostteil aus einer fruchtbaren Hügellandschaft.
2. Das Atlasgebirge teilt mit seiner über 2.000 m hohen Gebirgskette den Südteil vom Nordteil Algeriens.
3. Die Sahara ist das größte Wüstengebiet der Welt und etwa 80 % der algerischen Landesfläche liegen südlich des Gebirgszuges und sind Teil der Sahara. Damit sind nur ungefähr 3,3 % landwirtschaftlich nutzbar. Algeriens Anteil an der Sahara besteht aus riesigen Dünengebieten (großes östliches und westliches Erg), aus Felsschutt- und Kies-Zonen und dem ausgedehnten Hochgebirgsmassiv Ahaggar, welches mit dem Tahat (2.918 m) die höchste Erhebung des Landes aufweist. Das Hochland der Schotts zwischen dem Tellatlas und dem Saharaatlas, das den Nomaden als Weidegebiet dient, ist auch eine prägnante Landschaft in der Sahara.

Der Chelif ist der wichtigste und längste Fluss von Algerien und fließt ins Mittelmeer. Er wird auch Chéliff oder Sheliff geschrieben.

Geschichte

Am 31. Oktober 1954 begannen in Batna die Kämpfe, die sich zu dem Unabhängigkeitskrieg von Algerien entwickelten, welche von der neu gebildeten Front de Libération Nationale (FLN) angeführt wurden und sieben Jahre andauerten. Zusätzliche von Algeriern und Siedlern geführte Terror-Kampagnen verschlimmerten die Situation noch mehr. Der Kampf kostete mind. 1 Millionen Algerier das Leben.

Im März 1962 stimmte der französische Präsident Charles de Gaulle einem Referendum über die Unabhängigkeit zu, was den Kampf beendete und für das Ergebnis von 6 Millionen Ja-Stimmen und nur 16.000 Nein-Stimmen sorgte.

Es folgte eine provisorisch eingesetzte Übergangsregierung, welche sich jedoch sehr bald zerstritt und eine Gruppierung um Boumedienne übernahm die Macht auf eine putschartige Vorgehensweise. Die Folge waren tausende Todesopfer. Bis heute wird die Legimität der Machtübernahme dieser Fraktion (mit anschließender Herrschaft der Einheitspartei FLN ab September 1962) mehrfach angezweifelt.

Daraufhin verließen ca. eine Millionen Piednoirs (Algerien-Franzosen) fluchtartig das Land, 150.000 vermeintliche oder tatsächliche Kollaborateure mit französischer Besatzungsmacht und Gehilfen der französischen Armee (Harkis) wurden ihrem Schicksal überlassen oder zum Großteil ermordet.

Dadurch kam zwar die FLN an die Macht, jedoch war in deren Sieg der Keim für zukünftige Bürgerkriege und eine Diktatur enthalten. Algerien wurde für Frankreich nutzlos, der Verlust des Landes wurde verkraftbar.

Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt als sinnvollen Impfschutz: Schutz gegen Cholera, Gelbfieber, Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza. Außerdem werden als Impfungen Hepatitis A und bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch ggfs. Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY), Typhus und Tollwut empfohlen.

Daher, dass das Malariarisiko sehr gering ist, ist eine medikamentöse Malariaprophylaxe nicht empfohlen.

Kleidung

Die Körperbedeckung sollte nicht zu freizügig sein, vor allem nicht bei einem Besuch von Moscheen und anderen heiligen Stätten. Da sollten Sie beachten langärmlige Kleidung zu tragen und bei Betreten einer Moschee die Schuhe auszuziehen.

Leichte, atmungsaktive Kleidung und Sportbekleidung sollte man für warme Jahreszeiten dabei haben, sowie eine gute Sonnebrille und einen Sonnenschutz, wie eine Basecap oder einen Hut. Für den Herbst und den Winter ist Übergangskleidung geeignet und warme Mäntel im Küstengebiet, sowie Regenkleidung.

Haben Sie eine Reise durch die Sahara geplant, sollte auf Ihrer Packliste leichte Kleidung und Sonnenschutz für tagsüber stehen und für die Abende (leichte) Wollsachen, denn nachts sinken die Temperaturen sehr stark in der Wüste. Und auch hier sollte wieder Rücksicht auf die islamische Bevölkerung genommen werden, was die Wahl der Kleidung betrifft.

Klima/ Beste Reisezeit

Südlich des Atlas besteht heißes und arides Wüstenklima und nördlich des Atlas herrscht mediterranes Klima und Winterregen. Der Unterschied der beiden Landesteile wird bei den jährlichen Niederschlagsmengen deutlich.

In Algier liegen die mittleren Temperaturen bei 12 °C im Januar und im Juli bei 26 °C, in Biskra sind es in den genannten Monaten 11,5 °C bzw. 34,5 °C und in der Wüstenstadt In-Shala 13,5 °C bzw. 36,5 °C.

Die beste Reisezeit für die Sahara ist von November bis April und für die Küstenregionen ist es eher die Zeit von Mai bis September. Im September und Oktober können vor allem im Süden und Nordosten heftige Regenfälle vorkommen, die auf extrem trockenen Boden zusätzlich noch zu Überschwemmungen führen können, wie man 2008 und 2011 beobachten konnte.

Kulturelle Besonderheiten

In der arabischen Kultur gilt es als beleidigend, wenn die Fußsohlen einer Person in die Richtung einer anderen Person zeigen, vor allem auf das Gesicht. Wenn man die Beine überschlägt oder wenn man auf dem Boden sitzt, sollte man darauf achten, dass die Fußsohlen nicht zur Seite zeigen. Die Gastfreundschaft der Algerier ist sehr groß. Daher sollten Sie, wenn Sie von Einheimischen nach Hause eingeladen werden, unbedingt ein kleines Gastgeschenk, wie etwa Gebäck, Früchte, Blumen o. Ä. mitbringen. Aber auf keinen Fall Alkohol!!! Die Einladung ist allerdings nur dann Ernst zu nehmen, wenn sie direkt oder wiederholt geäußert wird (in diesem Fall wäre eine Ablehnung schwer beleidigend) und nicht nur einmal nebenbei aus Höflichkeit. Außerdem haben Sie die Möglichkeit einen Blick in das wirkliche und private Leben der Einheimischen werfen zu können. Auch hier wieder ganz wichtig: Schuhe ausziehen, wenn Sie das Haus betreten!

In Algerien ist die Begrüßung traditionell augiebig, gegenüber Touristen aber oft kürzer. Für den Handschlag nutzt man unbedingt die rechte Hand, da die linke Hand als unrein gilt. Gespräche zur Begrüßung über das Befinden, die Familie, etc. sollten allgemein gehalten werden und keine zu intimen Fragen stellen. Vor allem redet man in Algerien nicht über die Ehefrau und als Mann sollte ein zu langer Augenkontakt mit Frauen gemieden werden. Als Mann begrüßen Sie die Frau, indem Sie ihr zunicken und abwarten, ob sie Ihnen die Hand zur Begrüßung ausstreckt. Es ist nicht ein Zeichen der Respektlosigkeit, wenn Geistliche Ihnen als Frau nicht die Hand reichen, sondern eher aus religiösen Gründen.

Das Zeigen von Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit zwischen Personen unterschiedlichen Geschlechts wird nicht gerne angesehen und ist nicht zu empfehlen (dazu zählt auch Händchenhalten). Sollten Ihnen jedoch zwei Männer händchenhaltend entgegenkommen, so ist das kein Zeichen der Homosexualität (dies ist in Algerien strafbar), sondern eher ein Zeichen der Freundschaft und ist in mehreren Kulturen der Welt üblich.

Sprache

Die Amtssprache von Algerien ist Arabisch, die Berbersprache “Tamazight” hat den Status einer Nationalsprache.

Urlaub & Natur

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