Angola

An- und Einreise

Einreise mit gültigem Reisepass oder vorläufigem Reisepass und Kinderreisepass. Ein Personalausweis und ein vorläufiger Personalausweis werden nicht akzeptiert. Die Ausweisdokumente müssen sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig sein. Zusätzlich wird eine Bescheinigung über eine durchgeführte Gelbfieberimpfung benötigt (gelber WHO-Ausweis).

Um nach Angola einreisen zu dürfen, wird ein Visum benötigt, das vor der Einreise persönlich bei einer der angolanischen Auslandsvertretungen (z. B. Botschaft der Republik Angola) zu beantragen ist. Zusätzlich sind Impfnachweise gegen Gelbfieber, Hepatitis A und B beizufügen. Seit dem 01.04.2018 können Sie ein Touristenvisa auch elektronisch über das SME Portal beantragen. Innerhalb von 72 Stunden nach Stellung des Antrages sollten Sie eine Vorabgenehmigung erhalten. Diese Vorabgenehmigung und weitere auf der Webseite der angolanischen Botschaft in Berlin aufgelisteten Antragsunterlagen sind bei der Einreise vorzulegen.

Alleinreisende unter 18 Jahren müssen eine von den Eltern/ Erziehungsberechtigten amtlich beglaubigte Einverständniserklärung mitführen. Sollte nur ein Elternteil mitreisen, wird die Einverständniserklärung des anderen Elternteils benötigt.

Weitere und detailliertere Informationen finden Sie auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Bevölkerung

Etwa 12,5 Millionen Menschen leben in Angola und ca. 1/3 davon lebt in Städten. Die Hauptstadt ist Luanda und befindet sich an der Atlantikküste. Mit ihren rund 3,8 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt, gefolgt von Huambo mit ca. 230.000 Einwohnern.

Etwa 100 verschiedene Ethnien (Menschengruppe  mit einheitlicher Kultur) leben in Angola. Die meisten Einwohner gehören den Bantuvölkern an. Die größten Gruppen sind die Ovimbundu mit etwa 37 % Anteil an der Gesamtbevölkerung, gefolgt von den Kimbundu mit 23 % und den Bakongo mit 12 %. Mehr als 50 % der Gesamtbevölkerung sind Christen (meist Katholiken). Eine sehr hohe Säuglings- und Kindersterblichkeitsrate (18%) ist die Folge von Hungersnöten, welche durch einen lang anhaltenden Bürgerkrieg zustande kamen. Aufgrund der stark beschädigten Infrastruktur ist die medizinische Versorgung unzureichend und nicht mehr auf dem neusten Stand, was auch für viele Todesfälle sorgt. Daher liegt die Lebenserwartung für Frauen und Männer bei etwa 38 Jahren. Fast die Hälfte der Einwohner von Angola ist jünger als 15 Jahre. 9-15 Millionen vermutete Landminen verschlimmern die Lebenssituation noch mehr und machen das Leben dort umso gefährlicher. Eine Räumung ist jedoch aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten nicht möglich.

Essen & Trinken

Aufgrund von einer geringen Anzahl von Restaurants in dem afrikanischen Land, ist es von Vorteil im Voraus immer einen Tisch zu reservieren, wenn man Essen gehen möchte. Ansonsten bieten die Hotels in größeren Städten durchaus gutes Abendessen an, unter anderem auch internationale Köstlichkeiten, wie in Luanda. Dort stoßen Sie auch auf chinesische, italienische und amerikanische Restaurants. Jedoch ist Essen gehen in der Hauptstadt sehr teuer und die Preise sind sehr unterschiedlich. Das Hauptnahrungsmittel in Angola ist der Mais, vor allem das Mehl der Maiskörner, aus denen traditionell der Brei “Funje” gemacht wird und mit Bohnen und anderem Gemüse oder hin und wieder auch mit einer Fleischsoße serviert wird. “Chicken Muamba” (ein mit Knoblauch zubereitetes Hühnchengericht) wir hier auch gerne gegessen, sowie die Maniokknolle. An der Küste wird gerne und viel mit Fisch gekocht und ein beliebtes Fischgericht ist hier zum Beispiel “Mufete de Cacuso”. Wegen des großen portugiesischen Einflusses findet man in der angolanischen Küche auch häufig das portugiesisch Nationalgericht “Bacalhau” (ein Stockfisch).

Bei dem traditionellen Erfrischungsgetränk treffen wir wieder auf den Mais und zwar auf gegorenen Mais. Dennoch kann man natürlich jederzeit auf Getränke wie Cola o. Ä. zurückgreifen. Außer Sie sind daran interessiert den landestypischen “Palmwein” zu testen, welcher bei den Einheimischen sehr beliebt ist.

Eines der Hauptexportprodukte von Angola ist der Kaffe, der unter anderem in der nördlichen Provinz Uige angebaut wird.

Flora & Fauna

Die Vegetation in Angola ist sehr vielfältig und artenreich. Das Land hat Anteil an der Wüste Namib im südlichen Küstenbereich, jedoch ist die Flora hier äußerst karg. Nur Pflanzen, die sich hier gut anpassen können, haben eine Lebenschance. Nördlicher geht es mehr in Feuchtsavanne über und in Richtung Osten in Dornstrauchsavanne. Trockenwälder mit Schirmakazien und Affenbrotbäumen findet man eher im Zentrum des Landes und an den Hängen des Hochlands mit viel Niederschlag findet man die tropischen Bergwälder. Die tropischen Regenwälder kann man in der nördlichsten Provinz ausfindig machen, nämlich in Cabinda.

Doch nicht nur die Pflanzenwelt hat einiges zu bieten, sondern auch die Tierwelt. In den tropischen Wäldern von Cabindas leben viele verschiedene Affenarten, wie zum Beispiel Schimpansen und Gorillas. In großen Teilen von Angola findet man, wie eigentlich in fast jedem afrikanischen Land, Leoparden, Strauße, Zebras, Antilopen, Krokodile und Flußpferde. Aufgrund von grausamer Wilderei ist die Anzahl der Tierarten wie Löwen und Elefanten stark zurückgegangen.

Geographie

Die Hauptstadt Angolas ist Luanda und die Republik Angola liegt im Südwesten von Afrika. Das Land erreicht eine Größe von 1.246.700 km² und ist somit das siebtgrößte Land des Kontinents und in etwa dreieinhalbmal so groß wie Deutschland. Im Westen grenzt Angola an den Atlantischen Ozean, im Süden an Namibia, im Norden an die Demokratische Republik Kongo und an den Kongo und im Osten an Sambia.

Cabinda ist die nördlichste Provinz von Angola, besitzt 7.000 km² und liegt an der Atlantikküste. Sie ist durch einen schmalen Landstreifen, welcher zur Demokratischen Republik Kongo gehört, von dem übrigen Staatsgebiet getrennt. An der Küste Angolas befinden sich zahlreiche Flussmündungen und Buchten. Manche Inselberge erreichen eine Höhe von über 2.000 m und in der Mitte wird das Plateau von der Lundaschwelle durchzogen. Der Berg Môco ist mit seinen 2.620 m die höchste Erhebung in Angola und befindet sich im Westen. Das Land fällt im Norden der Lundaschwelle langsam zum Kongobecken hin ab, in Richtung Süden, wo sich das Kalaharibecken befindet bzw. das Sambesigebiet.

Die längsten Flüsse Angolas sind der Kunene mit 1.200 km und der Cuanza mit 960 km.

Geschichte

Die Kolonialzeit begann ca. gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Portugiesische Seefahrer erkundeten Angola von Kongo aus. Die Errichtung von Niederlassungen für den Handel begannen und ein Haupthandelsgut waren vor allem schwarze Sklaven aus dem Landesinneren. Knapp 2 Millionen Menschen wurden bis Mitte des 19. Jahrhunderts von den Portugiesen hauptsächlich nach Südamerika verschifft. Im Jahre 1575 wurde der Militärstützpunkt Luanda gegründet, welcher heute die Hauptstadt von Angola ist.

1653 wurde Angola zur Kolonie erklärt, woraufhin die Kolonialherren anfingen, Zuckerrohr und Kaffee anzubauen. Die Einwohner wurden für die Arbeit auf den Plantagen zwangsverpflichtet. 1883 nahmen die Portugiesen das Gebiet der heutigen Provinz Cabinda im Norden in Besitz und 1885 fand die Kongo-Konferenz in Berlin statt, auf der die Grenzen der Exklave Cabinda und die der portugiesischen Kolonie  Angola festgelegt wurden. Diese wurden auch von den europäischen Mächten anerkannt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann international der Sklavenhandel verboten. Aktiv am politischen Leben durften jedoch nur Weiße und eine kleine Anzahl von Angolanern, welche unter bestimmten Voraussetzungen das portugiesische Bürgerrecht erlangen konnten, teilnehmen. Denn ein großer Teil der dunkelhäutigen Bevölkerung galt als unterprivilegiert. Die Folge dessen waren Unabhängigkeitsbewegungen, welche sich zur “Movimento Popular de Libertação de Angola” (oder auch MPLA, deutsch: Volksbewegung zur Befreiung Angolas) zusammenschlossen. Sie forderten eine Loslösung von Portugal. Zu Beginn der 60er Jahre gab es Unterdrückungsmaßnahmen der portugiesischen Regierung, worauf Unruhen und mehrere Streikwellen ausbrachen. Das portugiesische Militär schlug diese nieder. Dabei verloren zwischen 10.000 und 50.000 Menschen ihr Leben.

Selbst die Abschaffung der Zwangsarbeit und die Gewährung des portugiesischen Bürgerrechts für alle Angolaner (außer für Analphabeten) schaffte es nicht, die Entstehung der “Frente Nacional de Libertação de Angola” (oder auch FNLA, deutsch: Nationale Front zur Befreiung Angolas) zu verhindern, welche auf dem Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo eine Exilregierung erschufen. Die “União Nacional para a Independência Total de Angola” (oder auch UNITA, deutsch: Nationale Union für die völlige Unabhängigkeit Angolas) nahm im Jahre 1966 den bewaffneten Kampf gegen Portugal auf.

Die unabhängige Republik folgte nach dem Ende der Diktatur im Jahre 1974 in Portugal und die Unabhängigkeitsgruppierungen (MPLA, UNITA und FNLA) beschlossen mit der portugiesischen Regierung die Unabhängigkeit von Angola. Allerdings führten die Gegensätze zwischen den Befreiungsbewegungen zu großen Machtkämpfen im Lande, denn die MPLA wurde durch die Sowjetunion und Kuba unterstützt und die FNLA und die UNITA bekamen Hilfe von den USA, Portugal und Südafrika. Diese Gefechte hielten bis 1994 an, bis bei einem Bürgerkrieg bis zu einer Millionen Menschen ihr Leben verloren und Hunderttausende das Land verließen.

Die ersten freien Mehrparteiwahlen in Angola fanden 1992 statt und die Vertreter der MPLA und die amtierende Regierung Santos (José Eduardo dos Santos) konnte der Mehrheit der Stimmen erlangen. Allerdings erkannte der Führer der UNITA namens Konas Savimbi das Wahlergebnis nicht an. Dies führte dazu, dass es erneut einen Bürgerkrieg gab.

2001 hatte sich die Lage weiter verschlechtert, denn rund 1,7 Millionen Menschen waren auf der Flucht vor Übergriffen, aufgrund der unzähligen Minen konnte die Bevölkerung nicht mehr richtig mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt werden und die Zahl der Menschen mit Infektionen nahm weiter zu, was ebenso zu vielen Toten führte.

2007 wurde Angola offiziell Mitglied der OPEC und der Erdölexport führte zu einem starken Anstieg des Bruttoinlandprodukts.

Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt als sinnvollen Impfschutz: Schutz gegen Cholera, Gelbfieber, Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza. Außerdem werden als Impfungen Hepatitis A und bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch ggfs. Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY), Typhus und Tollwut empfohlen. Zusätzlich ist eine medikamentöse Malariaprophylaxe (nach Beratung bei einem Tropenmediziner) zu empfehlen.

Kleidung

Es wird empfohlen stets lange Kleidung zu tragen, aufgrund des hohen Malaria-Risikos. Zusätzlich sollen alle freien Stellen mit Insekten-Spray eingesprüht werden.

Klima/ Beste Reisezeit

Ein wechselhaftes und feuchtes Tropenklima herrscht in Angola und die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen an der Küste bei 24 °C und im zentralen Hochland bei ungefähr 20 °C. Im Hochland kann es jedoch starke Tagesschwankungen von mind. 5 °C bis max. über 30 °C geben. Für etwas kühlere Temperaturen im Küstentiefland sorgt der Benguelastrom. Die Niederschläge nehmen hier von Norden nach Süden ab. Im Norden dauert die Regenzeit ca. von Oktober bis Mai an und verkürzt sich im Süden auf November bis März.

Generell ist zwischen Mai und Oktober die beste Reisezeit, denn dann ist die Regenzeit vorbei und in manchen Gebieten sind die Temperaturen noch nicht allzu hoch.

Kulturelle Besonderheiten

Militärische Anlagen, öffentliche Gebäude, Soldaten und Polizisten zu fotografieren ist in Angola verboten. Sollten Sie sich widersetzen, könnte das Ihren Film, Ihre Fotoausrüstung kosten oder im schlimmsten Fall können Sie dafür sogar ins Gefängnis kommen. Zudem ist es in Angola nicht gerne gesehen, Trinkgeld zu geben, stattdessen bedankt man sich mit Zigaretten o. Ä. für eine Dienstleistung. Mit schwerwiegenden Konsequenzen muss zu rechnen sein, wenn man mit illegalen Substanzen in Zusammenhang gebracht wird, wie zum Beispiel mit Drogenhandel und -missbrauch, was streng geahndet wird und empfindliche Strafen mit sich bringt. Homosexualität ist in Angola gesetzlich verboten und somit auch illegal.

Frauen und Männer sind vor dem Gesetz gleichberechtigt, dennoch nehmen Frauen eine weniger entscheidungskräftige Rolle ein und sind den Männern gegenüber in vielen Aspekten und Bereichen benachteiligt.

Sprache

Angolas Amtssprache ist Portugiesisch. Zusätzlich werden jedoch auch verschiedene Bantu- und andere afrikanische Sprachen gesprochen.

Urlaub & Natur

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